Wie wäre es mal hiermit?
Wir schreiben das dritte Jahr des Konfliktes, der nur noch als der Runenkrieg bekannt ist.
Wir, die Elfen vom Geschlecht der Latari sind das einzige, was zwischen den Runen und dem Kriegsfürsten der grausamen Uthuk-Barbaren steht, die das ganze Land mit ihrer dämonischen Korruption zu überziehen drohen. Wir waren unachtsam und ich schäme mich nicht, zu sagen, daß die großen Feldherren Fehler gemacht haben, die uns alle das Leben kosten können.
Der hohe Herr der Latari Elfen blickt zuversichtlich und ruhig wie immer, doch wir alle hier in den Heerlagern der Heimat spüren die Nervosität, die jeden Moment in blanke Furcht umschlagen kann mehr als deutlich.
Das Jahr lief nicht gut für unser Volk, nachdem wir die blutige Schlacht um die Feste der Uthuk in den Mittlanden schmählich verloren haben. Ich selbst war nicht dort, doch man erzählt sich hinter vorgehaltener Hand, daß selbst unsere tapfersten Krieger beim Anblick der verzerrten Fratzen des Gegners geflohen wären.
Was folgte, wird in den Geschichtsbüchern - so sie überhaupt dem Feuer des Krieges entkommen können als "das Massaker vor der Feste" festgehalten werden. Es muss schrecklich gewesen sein. Mehr als 5 Divisionen der besten Soldaten des Waldreiches wurden in ihrer panischen und ungeordneten Flucht von den Berserkern und Fleischreißern der Uthuk regelrecht zerfetzt.
Könnten wir doch nur auf die Hilfe der Pegasusreiter zählen, doch die Feldherren waren sich einig, daß wir uns der Ausbildung weiterer Bogenschützen zuwenden mussten. Bogenschützen! Alles blutjunge Freiwillige mit mehr Unsicherheit als Mut in den Milchgesichtern!
Doch wer bin ich, die Entscheidungen der hohen Herren anzuzweifeln, ein einfacher Schreiber, mehr nicht. Doch hätten die Herren sich die Chroniken der vergangenen Jahre genauer angesehen, die Truppenbewegungen der Uthuk genauer studiert...jetzt sitzen diese Barbaren in den Bergen und kontrollieren nicht nur die reichen Erzvorkommen dort, die sie ihren infernalischen Herren im Feuer der Vernichtung darbieten, nein, sie züchten jetzt sogar schon die Kreaturen, die wir nur als die Chaoslords kennen, gewaltige, mit Stacheln bewehrte Giganten, die ganze Heerscharen in die Flucht schlagen können...
Latari allein weiss, wieviele Runen sich bereits unter ihrer Kontrolle befinden. Unsere größte Hoffnung, der Menschenfürst und unser Champion Sir Valadir ist in den Vorgebirgen seiner großen Aufgabe für das Gute zum Opfer gefallen. Was auch immer er dort fand, es liegt immer noch dort unter Schnee und Schutt begraben. Meine Quellen berichten mir, daß die hohen Herren sich jetzt sogar schon Hilfe von Orksöldnern und Zauberern versprechen, doch wie weit uns diese untreuen Glücksritter bringen werden, vermag ich nicht zu sagen.
Könnten wir uns doch nur mit den Drachen verbünden, sie wären ein unschätzbarer taktischer Vorteil für uns! Doch ich frage mich, ob unsere Herren überhaupt noch genug Einfluss ausserhalb der Heimländer haben um solch mächtige Kreaturen gegen die nahende Vernichtung zu mobilisieren.
Es wird langsam wieder wärmer und die ersten Knospen zeigen sich in den Heimatwäldern. Wenigstens an den Winter haben wir keine Männer verloren dieses Jahr, doch sind auch bei weitem nicht mehr so viel Mäuler zu stopfen, wie in den Anfangstagen des Krieges. Ich höre, daß wir die Städte nahe den Bergen noch halten können, doch die Boten erzählen mit Furcht im Blick vom Grollen und dem roten Schein, der schon jetzt bei Nacht über den Berggipfeln auszumachen ist.
Ich fürchte für uns alle. Gebe Latari, daß das Gute am Ende doch siegen wird und die Elfen nicht von dieser Brut des Bösen vom Anlitz der Welt getilgt werden...und verflucht seien die verdammten Runen!
Na?
