Foren Aktuelles Erstellen Mitglieder Anmelden

GEN7 Spec-Ops: The Line

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Meine Kritik enthält leichte Spoiler

Gerade läuft der Abspann. Das ist er also, der überall hochgelobte Shootergeheimtipp mit der ach so tollen Story.

Für mich beschreibt ein Zitat aus einem Ladebildschirm perfekt SpecOps: The Line: "Kognitive Dissonanz ist das unangenehme Gefühl, bei dem man gleichzeitig zwei Ideen hat, die nicht zusammen passen." So ging es auch Yager: Sie hatten zwei Ideen, die nicht zusammen passen. Im Ergebnis musste ich öfters den Kopf schütteln.

Die eine Idee ist, endlich mal ein ernstes Spiel über den Krieg zu machen. Das auch die schrecklichen Seiten zeigt. Die Idee ist nicht neu, aber im Gegensatz zu der widerlichen kriegsverherrlichenden Gewaltorgie Shellshock, kaufe ich Yager ab, dass sie es ernst meinten. Und einige gelungene Momente hat The Line. Etwa wenn man das erste mal den CIA Typen umlegt und der Kamerad fragt: Warum hast du das getan? Oder auch beim Ende, das zwar weitestgehend vorhersehbar, jedoch in der Inszenierung durchaus clever ist. Über weite Strecken bedeutet Ernsthaftigkeit jedoch einfach, dass die Entwickler ein Antikriegsfilmklischee nach dem anderen durchnudeln. Ob das Gefechte zu klassischer Musik oder die vom Phosphor zerfetzte Mutter mit Kind im Arm ist. Den einzelnen Szenen fehlt die Wucht, sie wirken uninspiriert und wie Effekthascherei, auch weil die Kameraden Dudebro-Oneliner am Laufenden Band raushauen und nicht den Eindruck erwecken, dass sie gerade eine krasse Zeit erleben.

Wo wir bei der zweiten Idee von Yager sind: Die Entwickler meinten, es sei klug ihre Story in einem Gameplaymix aus Gears-Covershooter und CoD-Shooting-Galery umzusetzen. Über Moorhuhnniveau kommen die Feuergefechte selten hinaus, wenn man hundertfach Soldaten und Zivilisten per Headshot beseitigt oder mit brutalen Finishern über den Jordan schickt. Das ganze ist so repetitiv, dass ich trotz der kurzen Spielzeit ab der zweiten Spielhälfte dauernd gegähnt habe. Und es ruiniert die vorhandenen Storyansätze.

Was bleibt? Der lobenswerte Versuch, mal was anderes im Kriegsgenre zu versuchen. Und ein wirklich spektakuläres Leveldesign in einem apokalyptischen Dubai. Aber ganz sicher kein grandioses Spiel. Und sicher auch kein gelungener Schritt zu besserem interaktiven Storytelling.

5/10
 
im großen und ganzen kann ich das so nachvollziehen, aber einige sachen stimmen einfach nicht...die oneliner nehmen im laufe immer mehr ab und es gibt
streitereien, schlägereien usw.// und das ende vorhersehbar? really? dann wusstest du aber das was spezielles auf dich wartet, denn von alleine erwartet man das einfach nicht

geheimtipp oder klasse shooter würde ich es jetzt aber auch nicht nennen
 
Ich finde Nasreddin geht auch nicht fair mit dem Spiel um. Natürlich muss das Spiel die Antikriegsfilmklischees aufnehmen. Diese Klischees bauen ja auf Kriesfilm/-spielklischees auf. Das Spiel möchte einen ja auch vor Augen führen, wie wir uns bei anderen Genrevertretern ohne einen Gedanken oder gar ein Hinterfragen allen Vorgaben beugen. Dann nutzen wir in Call of Duty mal einen Napalmangriff, who cares? Aber um solche Punkte kritisch zu beäugen, ist es ein legitimes Mittel das mit eigenen Mitteln anders darzustellen und somit eine kritische Message zu vermitteln.

Ich finde das Spiel fängt in einem sehr guten Rahmen alle diese Konflikte ein. Manchmal braucht es ein wenig Effekthascherei, um den Spieler auch ganz deutlich zu erreichen.

Davon abgesehen sollte man sich auch nicht auf das Gameplay vertiefen. Das ganze ist nur ein Mittel zum Zweck. Zudem muss das Spiel ja auch verkauft werden. Da ist es für 2k einfacher einen Shooter zu vermarkten, als es als Antikriegsspiel zu vermarkten.
 
silbex schrieb:
Davon abgesehen sollte man sich auch nicht auf das Gameplay vertiefen. Das ganze ist nur ein Mittel zum Zweck. Zudem muss das Spiel ja auch verkauft werden. Da ist es für 2k einfacher einen Shooter zu vermarkten, als es als Antikriegsspiel zu vermarkten.

Das Spiel muss verkauft werden, ist nun ein doofes Argument. Entweder ich zieh die Story durch oder ich lasse es sein. Meine Meinung.

Dass das Gameplay Mittel zum Zweck ist, glaube ich nicht. Ich habe heute im Netz öfter gelesen, das Spiel sei ein Kommentar zu den anderen Kriegsshootern. Bullshit! Yager hat einen spielerisch stupiden CoD Klon produziert und da hat ein zugegebenermaßen für Videospiele überdurchschnittlich begabter Autor seine Story draufgepappt. Ich bleibe dabei, das hat nichts mit gutem Spieldesign zu tun.
 
Für 2k ist das ganz sicher kein doofes Argument. Du weiß doch selber wie die Industrie funktioniert. Shooter verkaufen sich nur aufgrund ihres Genres schon deutlich besser.

Zu deinem zweiten Punkt: du willst es einfach negativ sehen. Da kann man dann auch nicht mehr helfen. In Antikriegsfilmen siehst du auch viele Szenarien die den Kriegsfilmen nachempfunden sind. Sie werden einfach nur aus einer anderen Blickrichtung mit einem kritischen Unterton gezeigt. Ich frage mich, was du da erwartet hast. Einen kritischen Kommentar zu Kriegsshootern bekommst du nicht mit grünen Wiesen und summenden Bienen zustande.

Die Behauptung Yager hätte nur einen CoD Klon produziert ist übrigens komplett haltlos. Sie haben die Geschichte kapiert und darum herum einen guten soliden Shooter platziert. Dazu durch ein gutes Voice-Acting, einer sehr guten Inszenierung und phantastischer Musikuntermalung die kritischen Aspekte deutlich unterstützt. Alleine diese Punkte zeigen deutlich auf, dass da nicht nur ein CoD-Klon hintersteckt. Da waren Leute am Werk, die es verstanden haben die kritische Message zu transportieren.
Du kannst ja gerne mit der Art & Weise nicht zufrieden sein, aber Yager vorzuwerfen nur einen Klon produziert zu haben, ist eben haltlos.
 
Ich formuliere es mal anders: Das Gameplay in The Line mit hundertfachem Kanonenfutter, das einem bereitwillig vor die Flinte läuft und den folgenlosen Tod stirbt, ist eine Verharmlosung des Krieges. Diese Verharmlosung unterwandert die Intention, die mit der Story verfolgt wird. Die Schrecken des Krieges finden in den Zwischensequenzen statt und sind von den Gefechten regelrecht losgekoppelt. Wenn man The Line als Hurrashooter spielen will, dann kann man das, indem man einfach die Cut Szenen wegdrückt.

Ich stimme dir zu, dass 2K hier nach dem großen Geld her war und keine Spieler verschrecken wollte. Genau das macht aber dieses Pseudoantikriegsspiel noch zynischer als die Gute-Laune-Kriegsshooter von Infinity Ward.
 
Ich habe das Spiel nach 47 Minuten beendet (bei Steam die Zeit nachgeschaut). Ein Spiel das von allen wegen seiner tollen Story gelobt wird wollte ich einfach spielen. Außerdem klingt es doch sagenhaft endlich mal etwas anti-kriegsmäßiges zu spielen.

Warum habe ich das Spiel dann so früh wieder beendet? Weil - wie Nasreddin schon schrieb - das Spiel einem völlig hirnlos unfassbare Gegnermassen entgegenwirft die man dann einfach moorhuhnmäßig abschlachtet. Damit ist die Idee hinter der Story sofort untergraben und unglaubwürdig. Etwas so dämliches habe ich schon eewig nichtmehr zu Ende gespielt sondern immer gleich beendet.

Eine Wertung will ich dem Spiel nicht wirklich geben, gefühlt würde das Spiel momentan bei mir eine 1/10 bekommen wegen dem Wüstensetting.
 
MouseMan schrieb:
Ich habs dreimal versucht, jetzt reichts mir :kaffee:

Bist halt ein Shooter Noob, bleib mal lieber bei Landwirtschafts Simulator & Co. :P

Die Story fand ich gar nicht mal so gut und die Schock Szenen haben bei mir nicht gezündet, empfand sie aufgesetzt. Dennoch hat es mich gut unterhalten, bewährtes und spaßiges Shootergameplay, flotte Sprüche, gute Grafik(Pc) und geile Mukke. Mehr brauche ich nicht bei einem Shooter. :D
 
Zurück
Oben