rancid schrieb:
http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/fuenf-schlechte-argumente-fuer-mehr-ueberwachung-a-911202.html
5 schlechte argumente für mehr überwachung.. alle klassiker dabei
1.
Nur jeder zehnte Jugendliche fühlt sich bei Facebook völlig sicher, 87 Prozent haben Datenschutz-Einstellungen vorgenommen - und zum Beispiel ihr Profil gegen Fremde abgeschottet.
Das hat weniger was mit Datenschutz-Bewusstsein zu tun, sondern damit, dass die Anzahl der Freunde die neue Penislänge ist.
2.
Was heute als bedeutungslose Information erscheinen mag, könnte eines Tages verhängnisvoll sein. Niemand weiß, welche Regierungsformen in der Zukunft herrschen, welche gesellschaftlichen Werte gelten werden.
Sollte es jemals soweit kommen, dann ist die Kacke sowas von am Dampfen, dass man sich besser um andere Dinge Gedanken machen sollte, als um seine Daten.
3.
Wohl lassen sich Straftaten wie Computerbetrug mit Hilfe von Vorratsdaten besser aufklären. Aber rechtfertigt das einen derart tiefen Eingriff in die Grundrechte aller Bürger, der geeignet ist, "ein diffus bedrohliches Gefühl des Beobachtetseins hervorzurufen"?
Das man daran überhaupt Zweifel aufkommen lässt, aber gleichzeitig unter Punkt 2 ein Weltuntergangsszenario in Betracht zieht.
4.
Wer nicht auf den Staat vertrauen mag, hat außerdem die Möglichkeit, seine Kommunikation zu verschlüsseln. Das ist nicht einfach, aber die Programme dafür sind kostenlos verfügbar. Nach allem, was bekannt ist, brauchen auch die Mathematiker der NSA mit ihren Großrechnern für das Knacken asymmetrischer Verschlüsselung viele Jahre.
Seine Kommunikation zu verschlüsseln ist seit jeher ein guter Ratschlag. Erst recht wenn sie auf elektronischen Weg erfolgt. Wird nur wenig beherzigt, warum wohl?
5.
Das haben wir doch alles längst gewusst. Wäre das aber alles längst bekannt gewesen, hätte Edward Snowden nicht sein Leben aufgeben müssen, nur um diese Information an die Öffentlichkeit zu bringen.
Edward Snowden hat sein Leben aufgegeben, weil er die Beweise liefert, dass dem so ist. Und jetzt fallen alle aus den Wolken, weil sie glauben, dass vertrauliche und persönliche Daten an irgendeiner Stelle im Netz gespeichert wurden.
Also ich sehe das weiterhin ganz entspannt. Das digitale Zeitalter steckt ja noch in den Kinderschuhen und diese Entwicklung war abzusehen und auch nicht aufzuhalten. Es ist aber IMO keine so negative Entwicklung, wie man sie dieser Tage gerne hinstellt. Mir kommt es derzeit so vor, als würde die Menschheit größtenteils aus "Aufmerksamkeitshuren" bestehen, die selbst wenn es sie es darauf anlegten, keinen Besuch von Männern in schwarzen Anzügen erhalten. Als ob die persönlichen Daten des Otto-Normalverbrauchers heute irgendeinen hohen Stellenwert haben würden. Sie machen doch erst im Kontext mit den Daten anderer Sinn und nicht für den Einzelnen.