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Gast
Ich bin nun endlich durch mit dem Spiel, und ich bin froh, dass es vorbei ist.
Jeder gute Ansatz, jede gute Reminiszenz verblasst mit der Zeit, weil das Spiel seine eklatanten Schwächen nicht in den Griff bekommt.
Am meisten hat mich das "ständige Knoblauchfressen" gestört. Was hat es damit auf sich? Nun, Yu Suzuki meinte, es wäre eine tolle Idee, wenn man beim "Durch die Gegend laufen" stetig Energie verliert. Diese muss man durch Nahrungsaufnahme wieder hochpushen. Und die effizienteste Nahrung ist der schwarze Knoblauch.
Also laufe ich mit Ryo stets gut mit Knoblauch versorgt durch die Landschaft und die Ansiedlungen und wundere mich, dass überhaupt noch jemand mit mir redet, denn man muss mich mindestens 100 Meter gegen den Wind riechen können.
Die Story plätschert im ersten Dorf etwas dahin, es gestaltet sich mühsam, genügend Geld zu verdienen für den Lebensmittelkauf, Teilhabe am Leben vor Ort und den Momenten, in denen Geld in nicht unerheblicher Summe verlangt wird, um im Spiel vorankommen zu dürfen.
Macht euch bereit, dass ihr im Dorf Bailu ein Mal 2.000 Yuan in der Tasche habt, und in der später folgenden Stadt Niaowu 5.000 Yuan. Ich habe mir das nach dem Prinzip "Geh zum Wahrsager, lass dir deine Lieblingsfarbe sagen, dann auf zum Glücksspiel" verdient, aber auch das ist nichts, was mal eben so locker von der Hand geht. Aber eben noch deutlich schneller als Holzhacken oder Angeln. Ach ja, mit Kräutersammeln kann man noch ganz gut Geld machen.
In Niaowu angekommen, konnte das Spiel für mich endlich wieder das alte Shenmue-Flair versprühen. Eine überschaubare, aber optisch wunderschöne (nicht technisch, sondern vom Ambiente) Stadt mit Leben auf der Straße und ein paar Charakteren, an die man sich (gerne) erinnert. Die Hotelfrau mit Lockenwicklern hinterließ bei mir den bleibendsten Eindruck.
Auch gibt es gerade dort die zuvor angesprochenen Reminiszenzen, die einem ein warmes Gefühl im Shenmue-Herzen geben.
Doch leider nahm auch hier, in dieser Umgebung, der große Frust überhand. Die ewige Schnitzeljagd ist ja noch auszuhalten, aber folgende Punkte haben an meinen Nerven gezehrt:
- Schlechtes Storytelling für die NPCs, die im Storyverlauf eine Rolle spielen. Hier meine ich nicht die etwas hölzernen Dialoge, das war schon im alten Teil so, sondern es machte viel zu oft keinen Sinn oder es gab keine Erklärung, warum die NPCs sich nun so oder so verhalten oder woher sie die Infos herhatten, die ich mir erarbeiten musste.
Ein Beispiel ist die Rolle Shenhuas in Niaowu. In Bailu noch ein wichtiger Part, gehen Ryo und sie in Niaowu quasi getrennte Wege und man unterhält sich in der Hotellobby nur auf dem Level "Hey, wie geht's? Was machst du in der Stadt morgen? Gute Nacht." Furchtbar umgesetzt.
- In der Story passiert nichts ... ich werde an dieser Stelle nicht spoilern, aber der Storyfaden, der eine nach der anderen Aktion folgen lässt, ist dünn, dünn, dünn. In beiden großen Locations jagst du die "Thugs", das war's im Großen und Ganzen.
- Und der größte Kritikpunkt: Das Kampfsystem. Für sich genommen eine Umsetzung, die eine ordentliche Vielfalt und jede Menge Entwicklungsmöglichkeiten bietet. Auch das Training dient trotz gewisser Monotonie dem Zweck, besser zu werden.
Doch das Kampfsystem scheitert, sobald zwei Kämpfer gegeneinander antreten. Ein absolutes Todesurteil! Ich weiß nicht, was den Entwicklern dort passiert ist. Kommt es zum Kampf, fühlt es sich an, als würde man "aneinander vorbei kämpfen". Und das Spiel entscheidet dann anhand von Schwierigkeitsgrad und einer gewissen zeitlichen Auswertung, wer wen wann getroffen hat. Optisch sind die Treffer nur selten mit der Eingabe der Befehle zeitlich halbwegs übereinstimmend. Ganz, ganz schwach.
Fazit:
Ich kann das Spiel mit diesen Schwächen nur den Hartgesottenen empfehlen, die sich damals schon auf Dreamcast oder XBOX in die unvergleichliche Atmosphäre haben reinziehen lassen. Nach heutigen Maßstäben ist das Spiel zwar angenehm frei von "Klapper die Karte ab"-Aufgaben, aber es hat so viele Schwächen, die das Vorankommen im Spiel meiner Meinung nach massiv behindern.
Neulinge lassen bitte die Finger davon oder sind einfach ganz besonders gespannt auf das asiatische Flair des Spiels.
Sollte ein vierter Teil tatsächlich kommen, dann bitte mit deutlicher Verbesserung im Kampfsystem (die Basis stimmt!) und bitte wieder ohne Nahrungsaufnahme. Und ohne künstliche Storystopper, bei denen man einfach viel Geld im Spiel braucht. Außerdem muss Teil 4 bitte wieder das Epische zum Tragen bringen, das in den ersten beiden Teilen aufgebaut wurde und nun in Teil 3 fast komplett verloren gegangen ist.
Was noch? Ach ja, bitte macht das Staplerfahren in Teil 4 wieder abwechslungsreicher. Schön, dass es in Teil 3 wieder drin war, aber immer nur dieselben 100 Meter abfahren mit einer Steuerung, die schlechter als bei den Vorgängern war, hat das positive "Willkommen zurück-Gefühl" bald verdrängt gehabt.
Jeder gute Ansatz, jede gute Reminiszenz verblasst mit der Zeit, weil das Spiel seine eklatanten Schwächen nicht in den Griff bekommt.
Am meisten hat mich das "ständige Knoblauchfressen" gestört. Was hat es damit auf sich? Nun, Yu Suzuki meinte, es wäre eine tolle Idee, wenn man beim "Durch die Gegend laufen" stetig Energie verliert. Diese muss man durch Nahrungsaufnahme wieder hochpushen. Und die effizienteste Nahrung ist der schwarze Knoblauch.
Also laufe ich mit Ryo stets gut mit Knoblauch versorgt durch die Landschaft und die Ansiedlungen und wundere mich, dass überhaupt noch jemand mit mir redet, denn man muss mich mindestens 100 Meter gegen den Wind riechen können.
Die Story plätschert im ersten Dorf etwas dahin, es gestaltet sich mühsam, genügend Geld zu verdienen für den Lebensmittelkauf, Teilhabe am Leben vor Ort und den Momenten, in denen Geld in nicht unerheblicher Summe verlangt wird, um im Spiel vorankommen zu dürfen.
Macht euch bereit, dass ihr im Dorf Bailu ein Mal 2.000 Yuan in der Tasche habt, und in der später folgenden Stadt Niaowu 5.000 Yuan. Ich habe mir das nach dem Prinzip "Geh zum Wahrsager, lass dir deine Lieblingsfarbe sagen, dann auf zum Glücksspiel" verdient, aber auch das ist nichts, was mal eben so locker von der Hand geht. Aber eben noch deutlich schneller als Holzhacken oder Angeln. Ach ja, mit Kräutersammeln kann man noch ganz gut Geld machen.
In Niaowu angekommen, konnte das Spiel für mich endlich wieder das alte Shenmue-Flair versprühen. Eine überschaubare, aber optisch wunderschöne (nicht technisch, sondern vom Ambiente) Stadt mit Leben auf der Straße und ein paar Charakteren, an die man sich (gerne) erinnert. Die Hotelfrau mit Lockenwicklern hinterließ bei mir den bleibendsten Eindruck.
Auch gibt es gerade dort die zuvor angesprochenen Reminiszenzen, die einem ein warmes Gefühl im Shenmue-Herzen geben.
Doch leider nahm auch hier, in dieser Umgebung, der große Frust überhand. Die ewige Schnitzeljagd ist ja noch auszuhalten, aber folgende Punkte haben an meinen Nerven gezehrt:
- Schlechtes Storytelling für die NPCs, die im Storyverlauf eine Rolle spielen. Hier meine ich nicht die etwas hölzernen Dialoge, das war schon im alten Teil so, sondern es machte viel zu oft keinen Sinn oder es gab keine Erklärung, warum die NPCs sich nun so oder so verhalten oder woher sie die Infos herhatten, die ich mir erarbeiten musste.
Ein Beispiel ist die Rolle Shenhuas in Niaowu. In Bailu noch ein wichtiger Part, gehen Ryo und sie in Niaowu quasi getrennte Wege und man unterhält sich in der Hotellobby nur auf dem Level "Hey, wie geht's? Was machst du in der Stadt morgen? Gute Nacht." Furchtbar umgesetzt.
- In der Story passiert nichts ... ich werde an dieser Stelle nicht spoilern, aber der Storyfaden, der eine nach der anderen Aktion folgen lässt, ist dünn, dünn, dünn. In beiden großen Locations jagst du die "Thugs", das war's im Großen und Ganzen.
- Und der größte Kritikpunkt: Das Kampfsystem. Für sich genommen eine Umsetzung, die eine ordentliche Vielfalt und jede Menge Entwicklungsmöglichkeiten bietet. Auch das Training dient trotz gewisser Monotonie dem Zweck, besser zu werden.
Doch das Kampfsystem scheitert, sobald zwei Kämpfer gegeneinander antreten. Ein absolutes Todesurteil! Ich weiß nicht, was den Entwicklern dort passiert ist. Kommt es zum Kampf, fühlt es sich an, als würde man "aneinander vorbei kämpfen". Und das Spiel entscheidet dann anhand von Schwierigkeitsgrad und einer gewissen zeitlichen Auswertung, wer wen wann getroffen hat. Optisch sind die Treffer nur selten mit der Eingabe der Befehle zeitlich halbwegs übereinstimmend. Ganz, ganz schwach.
Fazit:
Ich kann das Spiel mit diesen Schwächen nur den Hartgesottenen empfehlen, die sich damals schon auf Dreamcast oder XBOX in die unvergleichliche Atmosphäre haben reinziehen lassen. Nach heutigen Maßstäben ist das Spiel zwar angenehm frei von "Klapper die Karte ab"-Aufgaben, aber es hat so viele Schwächen, die das Vorankommen im Spiel meiner Meinung nach massiv behindern.
Neulinge lassen bitte die Finger davon oder sind einfach ganz besonders gespannt auf das asiatische Flair des Spiels.
Sollte ein vierter Teil tatsächlich kommen, dann bitte mit deutlicher Verbesserung im Kampfsystem (die Basis stimmt!) und bitte wieder ohne Nahrungsaufnahme. Und ohne künstliche Storystopper, bei denen man einfach viel Geld im Spiel braucht. Außerdem muss Teil 4 bitte wieder das Epische zum Tragen bringen, das in den ersten beiden Teilen aufgebaut wurde und nun in Teil 3 fast komplett verloren gegangen ist.
Was noch? Ach ja, bitte macht das Staplerfahren in Teil 4 wieder abwechslungsreicher. Schön, dass es in Teil 3 wieder drin war, aber immer nur dieselben 100 Meter abfahren mit einer Steuerung, die schlechter als bei den Vorgängern war, hat das positive "Willkommen zurück-Gefühl" bald verdrängt gehabt.
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:

. Am besten ich packs nie aus.
... aber dann lieber doch überraschend, als jetzt ersthaft was zu erwarten
oder kommt der zweite noch?