Foren Aktuelles Erstellen Mitglieder Anmelden

Scuzzle goes vegan..

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Vegetarismus/Veganismus ist für mich immer ein spannendes Thema. Auf rationaler Ebene halte ich das absolute für den ethischeren Weg und eigentlich alternativlos. Allerdings schafft es dieses Wissen nie auf die emotionale Ebene. Das klappt bei mir nur, wenn das Schicksal für mich personalisiert ist. Eine Film über das tragische Schicksal eines Straßenhundes (willkürliches Beispiel) kann mir durchaus nahe gehen das Wissen, dass überall auf der Welt Millionen von Straßenhunden sterben, löst allerdings gar nichts in mir aus. So ist es genauso mit den Nutztieren, mit dem einzelnen habe ich durchaus Mitleid, mit der Masse an sich überhaupt nicht. Das ist auf der anderen Seite bei Menschen nicht anders. Die "Millionen Kinder" in Afrika bereiten mir jetzt auch keine Bauchschmerzen, das Einzelschicksal hingegen schon. Ich habe oft den Eindruck, dass der menschliche Geist ( oder zumindest meiner) einfach nicht dazu in der Lage ist diese Transferleistung vom abstrakten hin zum individullen zu leisten.
 
Vegetarismus/Veganismus ist für mich immer ein spannendes Thema. Auf rationaler Ebene halte ich das absolute für den ethischeren Weg und eigentlich alternativlos. Allerdings schafft es dieses Wissen nie auf die emotionale Ebene. Das klappt bei mir nur, wenn das Schicksal für mich personalisiert ist. Eine Film über das tragische Schicksal eines Straßenhundes (willkürliches Beispiel) kann mir durchaus nahe gehen das Wissen, dass überall auf der Welt Millionen von Straßenhunden sterben, löst allerdings gar nichts in mir aus. So ist es genauso mit den Nutztieren, mit dem einzelnen habe ich durchaus Mitleid, mit der Masse an sich überhaupt nicht. Das ist auf der anderen Seite bei Menschen nicht anders. Die "Millionen Kinder" in Afrika bereiten mir jetzt auch keine Bauchschmerzen, das Einzelschicksal hingegen schon. Ich habe oft den Eindruck, dass der menschliche Geist ( oder zumindest meiner) einfach nicht dazu in der Lage ist diese Transferleistung vom abstrakten hin zum individullen zu leisten.
Meinem bescheidenen psychologischen/medizinischen Wissen nach, ist das ja so "von der Natur" gewollt.
Sprich das hineinfühlen in alle Ungerechtigkeiten würde uns selber irgendwo zerstören und nicht mehr primär auf uns selber schauen und überleben (früher wichtiger, klar).
Andersrum leiden wir z.T. mit einem Menschen so mit, als würden wir diesen Schmerz selber fühlen.
Das ist auch wichtig, um Hilfe leisten zu können und das Überleben zu sichern.

Gibt wahrscheinlich noch Dutzende von Argumenten mehr, aber mir geht es ähnlich wie dir.
 
Deswegen ist das ganze ja recht gut von der Industrie abgerieben und hinter verschlossenen Türen. Ich glaube wenn das Schwein noch auf offener Straße geschlachtet würde, aber eben in massen, würden viele sicher verzichten.
 
Deswegen ist das ganze ja recht gut von der Industrie abgerieben und hinter verschlossenen Türen. Ich glaube wenn das Schwein noch auf offener Straße geschlachtet würde, aber eben in massen, würden viele sicher verzichten.
Aus den Augen, aus dem Sinn sozusagen.
Aber das scheint ein natürliches Verhalten zu sein, ein Kumpel von ist da relativ einfach gestrickt und macht sich darüber keine Gedanken. Als wir dann im Sommer mal angeln waren, konnte er zwar einen Fisch angeln, töten, ausnehmen und nicht mal essen war drin.
Und als wir gefahren sind, musste er bei Burger King vorbei.
Wollte dann mit ihm noch etwas diskutieren, aber er meinte einerseits, der Fisch war sowas wie "sein" Tier, ähnlich wie einem Haustier, dem kann man nichts antun.
Und das Rind im Burger war halt irgendein Rind, was für ihn zum Essen gezüchtet wurde.
 
Vegetarismus/Veganismus ist für mich immer ein spannendes Thema. Auf rationaler Ebene halte ich das absolute für den ethischeren Weg und eigentlich alternativlos. Allerdings schafft es dieses Wissen nie auf die emotionale Ebene. Das klappt bei mir nur, wenn das Schicksal für mich personalisiert ist. Eine Film über das tragische Schicksal eines Straßenhundes (willkürliches Beispiel) kann mir durchaus nahe gehen das Wissen, dass überall auf der Welt Millionen von Straßenhunden sterben, löst allerdings gar nichts in mir aus. So ist es genauso mit den Nutztieren, mit dem einzelnen habe ich durchaus Mitleid, mit der Masse an sich überhaupt nicht. Das ist auf der anderen Seite bei Menschen nicht anders. Die "Millionen Kinder" in Afrika bereiten mir jetzt auch keine Bauchschmerzen, das Einzelschicksal hingegen schon. Ich habe oft den Eindruck, dass der menschliche Geist ( oder zumindest meiner) einfach nicht dazu in der Lage ist diese Transferleistung vom abstrakten hin zum individullen zu leisten.

Das ist bei vielen Dingen oft so. Zum Beispiel ein Bild auf dem eine Autobombe hochgegangen ist und hier und dort noch paar Körperteile rumfliegen ist lange nicht so schlimm wie ein Bild (gif) in dem sich jemand verletzt in dem er sich einen Nagel/Holzsplitter unter den Fingernagel rammt. (Für mich ist das jedenfalls so). That's life.
 
Deswegen ist das ganze ja recht gut von der Industrie abgerieben und hinter verschlossenen Türen. Ich glaube wenn das Schwein noch auf offener Straße geschlachtet würde, aber eben in massen, würden viele sicher verzichten.
Im Mittelalter haben sie auch Schweine geschlachtet und jeder hat gewusst wie das aussieht. Veganer gab es trotzdem keine. Naturvölker essen auch fast alle Fleisch, wenn es verfügbar ist. Waren/sind aber natürlich vorwiegend Vegetarier, ganz einfach weil Fleisch nicht in Mengen vorhanden ist.
Klar essen wir zuviel Fleisch, aber dass der Mensch ein vegetarisches Wesen ist, ist auch nicht richtig.
Ist vollkommen ok, wenn jemand sich dazu entschliesst sich vegan zu ernähren, aber deswegen hat man nicht die nächste Stufe der Evolutionsleiter erklommen und muss dass nicht jedermann , der es wissen oder nicht wissen will, mitteilen um zu zeigen wie moralisch überlegen Mann oder Frau ist.
 
Zuletzt bearbeitet:
Im Mittelalter haben sie auch Schweine geschlachtet und jeder hat gewusst wie das aussieht. Veganer gab es trotzdem keine. Naturvölker essen auch fast alle Fleisch, wenn es verfügbar ist. Waren/sind aber natürlich vorwiegend Vegetarier, ganz einfach weil Fleisch nicht in Mengen vorhanden ist.
Klar essen wir zuviel Fleisch, aber dass der Mensch ein vegetarisches Wesen ist, ist auch nicht richtig.
Ist vollkommen ok, wenn jemand sich dazu entschliesst sich vegan zu ernähren, aber deswegen hat man nicht die nächste Stufe der Evolutionsleiter erklommen und muss dass nicht jedermann , der es wissen oder nicht wissen will, mitteilen um zu zeigen wie moralisch überlegen Mann oder Frau ist.


Na ja, das "Früher war es aber auch so-Argument" ist ziemlicher Quatsch. Früher wurden tatsächlich ziemlich krasse Methoden verwendet, um bspw. ganze Rudel Wölfe zu töten und das ganze war ein richtiges Marktschauspiel bei dem wahrscheinlich die meisten Bürger dabei waren und jubelten.
Das heißt aber a) nicht, dass das ethisch ist oder war und b) hat das mit der heutigen Massentierhaltung und Massentötung von heute nicht mehr viel gemein.
Und ich gebe dir Recht, dass es in bestimmten Zeiten von bestimmten Personen (auch heute) sinnvoll ist, sich nicht vegan oder vegetarisch zu ernähren bspw. in der Schwangerschaft etc.

Richard David Precht und Robert Spaemann - Dürfen wir Tiere essen? 09.12.2012
Um diese Inhalte anzuzeigen, benötigen wir die Zustimmung zum Setzen von Drittanbieter-Cookies.
Für weitere Informationen siehe die Seite Verwendung von Cookies.
 
Na ja, das "Früher war es aber auch so-Argument" ist ziemlicher Quatsch. Früher wurden tatsächlich ziemlich krasse Methoden verwendet, um bspw. ganze Rudel Wölfe zu töten und das ganze war ein richtiges Marktschauspiel bei dem wahrscheinlich die meisten Bürger dabei waren und jubelten.
Das heißt aber a) nicht, dass das ethisch ist oder war und b) hat das mit der heutigen Massentierhaltung und Massentötung von heute nicht mehr viel gemein.
Und ich gebe dir Recht, dass es in bestimmten Zeiten von bestimmten Personen (auch heute) sinnvoll ist, sich nicht vegan oder vegetarisch zu ernähren bspw. in der Schwangerschaft etc.

Richard David Precht und Robert Spaemann - Dürfen wir Tiere essen? 09.12.2012
Um diese Inhalte anzuzeigen, benötigen wir die Zustimmung zum Setzen von Drittanbieter-Cookies.
Für weitere Informationen siehe die Seite Verwendung von Cookies.
Dein Beispiel mit den Wölfen ist aber auch heutzutage mit ganz anderen Augen zu sehen. Heute sind sie fast ausgerottet. Damals waren sie eine reale Bedrohung für die Bevölkerung und Nutztiere. Damals gab es eben Fleisch nur für die Reichen und Adeligen und für die meisten nur an Festtagen. Heute eben erschwinglich für jedermann , wodurch natürlich viel zu viel konsumiert wird. Aber meiner Meinung nach soll das halt jedem selbst überlassen werden wieviel er/sie davon essen will. Aber Fleischesser als Mörder zu hinzustellen, geht meiner Meinung nach zu weit. Aber das geht dann wohl in die Richtung, je grösser das Verbrechen der anderen, desto besser steht man selbst moralisch da.
 
Starkes Stück @Scuzzlebutt. Bin seit ca. 3 Jahren Vegetarier, oder Flexitarier, da ich gelegentlich auch gerne mal Fleisch esse. Da ich immer wieder gerne in den "Was gibts heute zu essen" thread schaue und deine "Esskapaden" mitgenommen :D. :dhoch:
Mal nebenbei bemerkt, finde ich vegetarisch oder gar vegan zu kochen schon anspruchsvoller als mit Fleisch, da man doch mehr auf Würzung/Gewürzkombination achten muss. Bei Fleisch reicht ja meißt braten, Salz+Pfeffer...
 
Tipps, Anregung, Empfehlungen sind gern gesehen. Vielleicht will sich auch jemand anschließen. (?)

Abschließend möchte ich sagen dass dieser Schritt sicher kein leichter ist, mit einigem Verzicht einhergeht und auch erstmal viel Disziplin verlangt.
Aber ich denke dass es das wert ist um die Welt vielleicht ein bisschen besser zu machen. Man darf halt auch einfach nicht immer alles haben.
Erstmal finde ich es eine gute Entscheidung diesen Weg zu gehen und ihn auszuprobieren. Ich bin gespannt wie es dir ergeht und ob du dranbleibst. :)

Ich selbst habe kürzlich einige Monate vegan gegessen, auch aus Überzeugung. Es war eine interessante Erfahrung und hat mich dazu gebracht mich viel mehr damit auseinanderzusetzen, was ich esse. Ich habe vorher schon keine Milchprodukte (außer Käse) gegessen, weil ich sie nicht vertrage, von daher war zumindest das keine große Umstellung. Der Rest aber hat sich langfristig als doch recht schwierig für mich herausgestellt. Tofu, Seitan und so habe ich in verschiedenen Formen durchprobiert, aber keines hat mir geschmeckt. Einzig Sojaschnetzel finde ich sehr lecker und ich esse sie auch heute noch in Chili oder Bolognese, weil ich finde man schmeckt kaum einen Unterschied. Käse war ein weiteres Problem, meiner Meinung nach kam kein Ersatz tatsächlich an das Original heran, und ich esse gerne Pizza, Aufläufe und Parmesan auf Nudeln. Letztendlich kamen auch die Eier wieder dazu, weil ich viel Sport mache und die eine praktische Proteinquelle sind. Es war ein Versuch, aber langfristig funktionierte vegan bei mir nicht.

Inzwischen esse ich daher überwiegend vegetarisch. Überwiegend heißt, ich esse durchaus mal Fleisch oder Fisch, zum Beispiel wenn ich eingeladen bin oder im Sommer beim Grillen. Ich finde Fleisch an sich lecker, aber es bleiben Ausnahmen. Und wer jetzt sagt entweder ganz oder gar nicht, nein, ich finde jeder kleine Schritt macht bereits einen Unterschied. Wenn beispielsweise jeder nur noch einmal in der Woche Fleisch essen würde, wäre Fleisch schon wesentlich weniger Massenware als zuvor. Es muss nicht alles immer nur schwarz und weiß sein, es kann auch einen Zwischenweg geben. Für mich bedeutet der, wenigstens im Alltag vegetarisch zu essen und Fleisch als Besonderheit zu betrachten, was dann auch gute Qualität haben und teurer sein darf.
 
nenns wie du willst. ;) Vegetarier ist er nicht. Nix persönliches aber das lächerlich hoch zehn. Auf Fleisch verzichten und sich Vegetarier nennen weil sie das mit ihrem Gewissen vereinbaren könn bzw aus Überzeugung aber spätestens beim nächsten Grillen wieder sich ein Steak reinpfeifen. Pseudo Getue
 
Zurück
Oben