Hui, das ist mein erster Post in diesem Forum seit einer laaaangen Zeit. Ich war schon bei AreaGames (und zuvor bei AreaXbox) dabei, irgendwann wurd das Zocken weniger und ich war nur noch wegen OT und schließlich nur noch für den Funny-Stuff-Thread hier. Ich war auch eine Zeit im Vorgänger dieses Threads recht aktiv und hab versucht, meinen Senf beizugeben
Anyway, jetzt, nach Ewigkeiten, ich auch mal mit einem Anliegen:
Zunächst tl;dr: Sie hat mit einem anderen Typen rumgemacht, was soll ich tun?
Full Story:
Ich bin seit >6 Jahren mit meiner Freundin zusammen. Wir studieren beide in unterschiedlichen Städten und führen daher eine Fernbeziehung, was logistisch wie emotional nicht immer ganz einfach ist. Sie leidet tendenziell mehr unter der Distanz, als ich. Wir sehen uns alle 2-3 Wochenenden, aber in letzter Zeit wurde die gemeinsame freie Zeit durch diverse Events (Hochzeiten von Freunden/Verwandten, Geburtstage etc.) weiter eingeschränkt, was wir beide nicht so toll fanden.
Jedenfalls erzählte sie mir von ein paar Wochen von einem Tutor, der wohl Gefallen an ihr gefunden hatte, was ihr schmeichelte. Sie traf sich auch mit ihm, alles kein Problem, da ich ihr vertrau(t)e. Recht fix meine ich aber, viel schlechtes Gewissen aus ihr herauszuhören, wenn sie von ihm redete. Sie traf sich einige Male weiterhin mit ihm (gemeinsames Kochen, Restaurant), bis sie in den Semesterferien für ein Praktikum zeitweise in eine andere Stadt ging. Kürzlich stellte ich sie zur Rede, was eigentlich zwischen ihr und dem Typen liefe. Zwar vertraue ich ihr, aber ihr schlechtes Gewissen, das mir aufgefallen war, stimmte mich doch nachdenklich. Lange Rede, kurzer Sinn: Sie beichtet, dass sie im Suff mit dem Typen rumgemacht, das aber am nächsten Tag sofort bereut hat und ihm klargemacht hat, dass da nichts laufen wird. Seitdem sind sie "normale Freunde". Mir sagte sie wie gesagt nichts, bis ich sie zur Rede stellte. Sie blieb auch dann recht vage und bejahte als ich "Kuscheln und Küssen?" mutmaßte, korrigierte mich aber nicht und fügte nichts hinzu. Sie behauptet, mir nichts gesagt zu haben aus Angst vor meiner Reaktion und weil es ja eine Belastung für mich zur Entlastung ihres Gewissens (also egoistisch) gewesen wäre. Tränen, "was ist jetzt mit uns?". Ich versicherte ihr, dass ich nicht Schluss machen will - irgendwie hatte ich so eine Story (ein einmaliger, bereuter, nicht 100%iger Fehltritt) schon vermutet und fand den Gedanken in den Moment auch gar nicht so schlimm. Mit etwas mehr Abstand wurde ich aber doch wütend und die Story ließ mir keine Ruhe.
Heute (3 Tage später) habe ich nochmal nachgehakt und erfahre die volle Story: Sie waren wohl EM gucken&trinken, sind dann zu ihm, haben weiter getrunken und sich jeweils über ihre Beziehungsschwierigkeiten ausgetauscht und irgendwann anfingen zu kuscheln - so weit so bekannt. Irgendwann meinte er angeblich, dass das noch toller sei, wenn man sich ausziehen würde, woraufhin beide nur noch Unterhosen anhatten (wovon sie mir zuvor noch nichts erzählt hatte, obwohl ich mehrfach gefragt hatte "Ist das alles?"). Dann wurde irgendwann auch geküsst. Meine Freundin sagte ihm dann, dass sie nicht mit ihm schlafen würde und ist irgendwann gegangen. Am nächsten Tag dann Treffen mit gemeinsamem Kochen, um ihm klarzumachen, dass das ein einmaliger Fehler war und nie wieder vorkommen würde. Mir versichert sie, dass sie den Typen absolut nicht attraktiv findet und das alles eine Mischung aus sehr viel Alkohol und meiner Abwesenheit gewesen wäre.
Ich weiß irgendwie echt nicht, was ich davon halten und was ich tun soll. Dass sie mit dem Typen rumgemacht hat, ist ja schonmal echt scheiße (zur Info: Wir führen eine exklusive Beziehung, was auch von ihr immer so kommuniziert und gewollt wurde). Dass sie mir nicht davon erzählt, ist noch beschissener. Mich stört aber noch mehr: Als ich heute nachhakte und die genauen Details wissen wollte, wurde sie fast patzig, weil es ihr natürlich unangenehm ist, darüber zu reden: Nachdem sie mehrfach ihr Unverständnis darüber geäußert hatte, dass es mir helfen würde, wenn ich den genauen Ablauf weiß, fragte sie am Ende provokativ/beleidigt: "Und, gehts dir jetzt besser?". Das finde ich abermals daneben, weil sie doch diejenige ist, die Mist gebaut hat und mMn jetzt einfach mal zurückstecken muss, wenn es darum geht, dass ich damit klarkomme. Dazu muss man vllt. wissen, dass sie auch generell ab und zu kurze Phasen hat, in denen sie richtig gemein wird, oft einfach weil sie schlechte Laune hat. Dann redet sie z.B. nach einem schlechten Tag in der Uni unsere Beziehung schlecht ("wir kommen nie aus der Fernbeziehung heraus!") und wirft mir irgendwelche Gemeinheiten an den Kopf. Zwischen solchen (wirklich kurzen) Phasen ist sie aber absolut lieb und spielt ihr Verhalten, wenn ich sie darauf anspreche, kindisch herunter und entschuldigt sich auch. Will heißen: Ihre bockige Antwort sehe ich in genau derselben Linie, nur dass mir jetzt erst recht jegliches Verständnis für solches Verhalten fehlt.
Noch ein Beispiel für so ein Verhalten war nach dem ersten Gespräch (vor dem Nachhaken): Später am Tag beschwerte sie sich, dass ich am Morgen (vor der Konfrontation) böse zu ihr gewesen sei (war ich auch). Ich erwiderte nur: "Sei du mal froh, dass ich nicht noch viel böser bin...", (womit ich natürlich darauf anspielen wollte, dass ich auf ihr erzwungenes Geständnis auch ganz anders hätte reagieren können), woraufhin sie sagte: "Ja, aber das war ja davor" und er dann nachgeschoben hat, dass sie froh sei, dass ich nicht drastischer reagiert habe. Ich meine what the fuck? Sie macht mit einem anderen Typen rum, ich reagiere halbwegs besonnen, drehe nicht total durch, versaue uns nicht das Wochenende und sie besitzt die trotzdem die Dreistigkeit, sich über meine schlechte Laune am Morgen zu beklagen?
Meine Probleme sind:
- An und für sich vertraue ich ihr und glaube ihr auch, dass sie wirklich mit mir zusammen sein will. Trotzdem fällt mir schwer, ihr zu vertrauen, dass sie die volle Wahrheit gesagt und die gesamte Geschichte erzählt hat. Gerade weil sie erst versucht hat, den Vorfall vor mir zu verheimlichen.
- Ich möchte nicht derjenige sein, "mit dem man das ja machen kann". Ich finde unsere Beziehung zwar toll und möchte sie auch nicht verlieren, aber jetzt einfach weitermachen als wäre nichts gewesen fühlt sich für mich auch echt scheiße an.
- Aller Tränen und Beschwörungen zum Trotz vermisse ich irgendwie das Reuegefühl bei ihr, was ich gerade an ihrer Patzigkeit kurz nach oder während des zweiten Gesprächs festmache.
Ich tue mich gerade schwer damit, einen klaren Gedanken zu fassen, vmtl. weil mich die Situation belastet und einige Aspekte symptomatisch für Dinge sind, die in unserer Beziehung schief laufen. Ich wär um eure Meinung dankbar!