Foren Aktuelles Erstellen Mitglieder Anmelden

RIP - rest in peace

  • Ersteller Ersteller Urgs
  • Erstellt am Erstellt am

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Alzheimer ist wirklich böse, allerdings gibts da auch mehrere Stufen davon, die weniger qualvoll sind. Meißtens sinds halt die alten Leute dies übel erwischt.
 
Weiß nicht obs besser ist wenn man merkt dass man verreckt mit all den Schmerzen oder obs nicht besser ist wenn man alles vergisst bis man stirbt. Der Alzheimer Patient muss ja nicht unglücklich sein. Aber frag mal nen Aids oder Krebskranken im Endstadium wies denn so läuft, wie die Chemo ist, na, noch glücklich? Macht mal.

Sollen sich alle elegant den Kopf wegpusten weil sie krank sind? Umkehrschluss: Sollen wir alle Alzheimer Kranken umbringen? Weils ja für alle besser so ist? Und was mit all den anderen Kranken, geistig Behinderten, Comapatienten? Auch gleich umbringen bzwe. elegant erschießen damits allen besser geht und sie keinem auf den Sack gehen bzw. die letzten Nerven kosten? Sein Freitod ist alles andere als elegant gewesen, er hat sich als noch gesunder das Hirn weggeblasen, hinterlässt Familie für die ein Schock gewesen sein muss so ihren Vater zu verlieren. Bestimmt nicht toll das mitzuerleben. Aber ok, ihm bleibt sicherlich einiges erspart, nur elegant ist das nicht gewesen, mutig auch nicht. Mutig wäre gewesen sich der Krankheit zu stellen und der Familie noch so lange an der Seite gestanden hätte wie es geht. Die lieben ihren Vater doch, bläst der sich aus Schiss einfach den Kopf weg. Ne sorry, geht mal gar nicht. Man hat nur einen Vater, den will man doch so lange wie es nur geht behalten. Ein Freitod ist ein Schock für die Angehörigen. Da kannst nicht Abschied nehmen und jetzt nicht mal mehr ins Gesicht gucken weil das weg ist.
 
wenn ich das gestern richtig mitbekommen haben, dann hat der kerl sich selbst alzheimer diagnostiziert und dann schließlich umgebracht. "experten" gehen eher von depressionen bei dem aus.

was da wirklich dran ist weiß ich natürlich auch nicht. wenns so wäre, wars schon nen knaller irgendwie.
 
Alzheimer ist ja quasi der Tod der Persönlichkeit auf Raten. Kann da schon nachvollziehen, wenn Betroffene da nen klaren Schnitt voziehen. Gerade Menschen, die erfolgreich sind und es gewohnt waren selbstständig zu agieren, für die ist das doch wirklich ein Alptraum. Kann deswegen auch nicht pils "tiefen Fall" erkennen.
 
Das war doch seine Entscheidung, das kann man nicht mit Sterbehilfe oä vergleichen.
Außerdem ist der Verlust eines Menschen immer tragisch, da find ich persönlich besser, wenn er sich selbst dazu entscheiden konnte, statt von einer Krankheit gezwungen zu werden.
Und wie groß die Sauerei ist hängt auch vom Kaliber ab, man kann auch nach einem Kopfschuss noch am offenen Sarg betrauert werden.

Wenn man sich vorstellt, wie schrecklich es ist, wenn man vergisst, wo man seinen Schlüssel hingetan hat und dann überlegt, wie es wäre, wenn das ständig passieren würde, dann weiß ich auch nicht, ob ich mich dem stellen wollte und ich bin bei leibe kein Feigling.
Und für die Familie ist so ein sabbernder Fleischsack, der vorher ein eloquenter Lebemann war, bestimmt auch nicht leichter wegzustecken, als der Tote, der sich noch in einem Brief verabschieden kann.
 
Kla$ schrieb:
Alzheimer ist wirklich böse, allerdings gibts da auch mehrere Stufen davon, die weniger qualvoll sind. Meißtens sinds halt die alten Leute dies übel erwischt.

die stufen sind nur die verschiedenen phasen der krankheit.

was du vielleicht meinst ist altersdemenz ("kalk").
 
pil schrieb:
Aber ok, ihm bleibt sicherlich einiges erspart

Du siehst das komplett verkehrt herum. IHM bleibt sicher hier und da was erspart. Gut, man weiß nicht, wie es bei Alzis innen drin aussieht und was sie noch wahrnehmen, aber wir gehen einfach mal davon aus, dass der äußere Anschein halbwegs identisch mit dem Inneren ist => seelenlose Hülle. Und das ist nicht für den Betroffenen (der merkt das ja 'eh nicht mehr) sondern für die Angehörigen die absolute Hölle. Das kann dir absolut jeder bestätigen, der schon mal einen Alzheimer-Fall in der Familie hatte.
Deswegen ist es eine sehr respektable Entscheidung, wenn Betroffene hier die Reißleine ziehen. Das hat weder was mit Fall, Fail, Feigheit oder sonstwas zu tun. Es ist das Beste für alle.
 
Habe ja beruflich doch sehr viel mit an der Demenz erkrankten Menschen zu tun und auch schon mit einigen gesprochen, bei denen sich die Krankheit im Anfangsstadium befindet. Ist die Hölle für die, wie sie langsam merken, dass sie Dinge vergessen, alles genauestens mitnotieren müssen, ihre allgemeine Denkleistung Schritt für Schritt nachlässt.

Der überwiegende Großteil bekomme ihre Diagnose ja auch erst im vorletzten Stadium, wo schon deutliche Defizite zu erkennen sind. Das ist wie der Gang zum Schafott, wenn man weiß, dass man demnächst in die fortgeschrittene Demenz abrutschen wird. Fehlende Selbstreflexion, keine Schuldgefühle mehr, automatisiert ablaufende Verhaltensmuster, sukzessives Vergessen aller Erinnerungen, wobei das eigentlich fast immer nach einem Muster abläuft, sodass jüngere Erinnerungen zuerst verloren gehen und sich so für die Betroffenen die Zeit rückwärts dreht.
Von der eigenen Persönlichkeit, die einen einst ausmachte, bleibt quasi überhaupt nichts mehr übrig.

Bleibt aber nicht nur beim extremen, geistigen Verfall, sondern da gesellt sich mit absoluter Sicherheit auch noch ein genauso starker körperlicher Verfall hinzu. Starker Schwund der Muskelmasse, sodass die Bettlegrig vorprogrammiert ist, Inkontinenz und irgendwann wird der schwache, dahin modernde Körper von einer harmloses Krankheit hinweg gerafft, wie einer einfachen Grippe, die zur tödlichen Lungenentzündung umschlägt. Deutlicher häufiger, als dass es wirklich dazu kommt, dass die Leute einfach aufhören zu atmen.

Würde wohl selbst auch den Freitod wählen, wenn ich derart an der Kippe stehen würde und ich genau weiß, dass ich geistig und körperlich regelrecht verfaulen werde.
Ob ich dann aber letztendlich den Mut dazu hätte, ist wiederum eine andere Frage...
 
Urgs schrieb:
Alzheimer ist ja quasi der Tod der Persönlichkeit auf Raten. Kann da schon nachvollziehen, wenn Betroffene da nen klaren Schnitt voziehen. Gerade Menschen, die erfolgreich sind und es gewohnt waren selbstständig zu agieren, für die ist das doch wirklich ein Alptraum. Kann deswegen auch nicht pils "tiefen Fall" erkennen.

Obwohl gerade du selbst doch das Beispiels des Falls darstellst. Nichts anderes sagt der Spruch doch aus, er verliert viel mehr als Andere. Das war von mir auch keine negative Bemerkung sondern nur eine Annahme dass er sich deswegen umgebracht hat weil er so viel verlieren wird. Für eine Schönheitskönigign ist das Altern auch schlimmer als für jemanden der eh scheiße aussieht und das weiß, dass es nicht schlimmer wird. Die späte Gerechtigkeit der Besitzlosen wenn man so will. :D
 
Ich kann´s vollkommen verstehen und würde es auch niemandem aus meiner eigenen Familie übel nehmen, wenn der- oder diejenige sich für diese Variante entscheidet, völlig in Ordnung.
 
Meine Oma hatte schwere Altersdemenz.
Ist alles ziemlich so wie Trayal das gerade beschrieben hat.
Alles ziemlich traurig und erschreckend, letztes Jahr ist sie dann gestorben.
Wünsche ich niemandem soetwas.
 
pil schrieb:
Für eine Schönheitskönigign ist das Altern auch schlimmer als für jemanden der eh scheiße aussieht und das weiß, dass es nicht schlimmer wird.

Das ist ja mal ein wirklich dämlicher Vergleich.

Alzheimer-Demenz = vollkommener geistiger und körperlicher Verfall, ohne Chance auf irgendwas.
Er befand sich wohl in der Phase, wo er selbst bereits mit deutlichen Defiziten zu kämpfen hatte und hätte er noch etwas länger gewartet, so wäre es ihm selbst womöglich ziemlich egal gewesen. Er wäre dann wohl einfach auf die Kosten anderer dahin vegetiert. Kann schnell gehen, sprich nur ein paar Jahre dauern, aber gibt genauso Patienten die nach Diagnose noch 10 Jahre und darüber hinaus zu leben haben. Wobei ob man das leben nennen will...gut 80% dieser Zeit wird man sich bereits in der absoluten Endphase befinden.

Sorry pil, aber eine derartige Ansicht kann man wohl nur vertreten, wenn man sich noch nie intensiver mit Leuten konfrontiert sah, die daran leiden.
 
Glod schrieb:
Und das ist nicht für den Betroffenen (der merkt das ja 'eh nicht mehr) sondern für die Angehörigen die absolute Hölle. Das kann dir absolut jeder bestätigen, der schon mal einen Alzheimer-Fall in der Familie hatte.

bei uns ist es genau anders herum. früher machte meine oma meiner mutter regelmäßig die hölle heiß. typischer schwiegermutter/tochter konflikt.

erst mit der krankheit wurden die beiden freunde. meine mutter ist mittlerweile seit 9 jahren pflege- und ganz enge vertrauensperson meiner oma. auch die ärzte bestätigen, dass meine oma einfach glücklich ist...

trotzdem verstehe ich leute, die nicht so dahinvegetieren wollen.
 
pil schrieb:
Obwohl gerade du selbst doch das Beispiels des Falls darstellst. Nichts anderes sagt der Spruch doch aus, er verliert viel mehr als Andere. Das war von mir auch keine negative Bemerkung sondern nur eine Annahme dass er sich deswegen umgebracht hat weil er so viel verlieren wird. Für eine Schönheitskönigign ist das Altern auch schlimmer als für jemanden der eh scheiße aussieht und das weiß, dass es nicht schlimmer wird. Die späte Gerechtigkeit der Besitzlosen wenn man so will. :D

Er verliert seine Persönlichkeit. Ist deine oder meine weniger wert als die von Gunter Sachs, oder wieso fällt er tiefer, als ein 'normaler' Mensch...:?
 
Es schießt sich nicht jeder in den Kopf oder legt sich vor den Zug weil er erkrankt. Ich nehme es einfach an dass so ein Lebemann wie er es nicht verkraften will was er im Grunde alles verliert. Das ist nicht nur die Persönlichkeit die man verliert sondern Fähigkeiten die man an sich schätzt, auch der Reichtum, die vielen Menschen die man kennengelernt hat in seinem Leben, all das weiß oder wusste er, bis dato zumindest, dass er das verlieren wird. Es ist ja auch Küntsler gewesen, deswegen verliert er durch die Krankheit ziemlich viel, auch das wofür er ja ein leben lang gearbeitet hat, und ja ich nehme das an, er verliert viel mehr als manch anderer. Wenn ihr das nicht verstehen wollt, ok, ist jetzt nicht mein Problem. Mit diesem Problem ist er nicht alleine, in jeder Finanzkrise bringen sich Menschen um oder siehe manch Divas die sich im Alter versteckt haben weil sie eben mehr verlieren als andere.

PS: bekannt sein ist doch voll kacke, ich würde das gar nicht wollen. Ich will auf der Straße mein Bier trinken können und mich nicht beobachtet fühlen, ist doch schrecklich.
 
pil schrieb:
Es schießt sich nicht jeder in den Kopf oder legt sich vor den Zug weil er erkrankt. Ich nehme es einfach an dass so ein Lebemann wie er es nicht verkraften will was er im Grunde alles verliert. Das ist nicht nur die Persönlichkeit die man verliert sondern Fähigkeiten die man an sich schätzt, auch der Reichtum, die vielen Menschen die man kennengelernt hat in seinem Leben, all das weiß oder wusste er, bis dato zumindest, dass er das verlieren wird. Es ist ja auch Küntsler gewesen, deswegen verliert er durch die Krankheit ziemlich viel, auch das wofür er ja ein leben lang gearbeitet hat, und ja ich nehme das an, er verliert viel mehr als manch anderer. Wenn ihr das nicht verstehen wollt, ok, ist jetzt nicht mein Problem. Mit diesem Problem ist er nicht alleine, in jeder Finanzkrise bringen sich Menschen um oder siehe manch Divas die sich im Alter versteckt haben weil sie eben mehr verlieren als andere.

Dir ist aber schon bewusst das Suizid im Alter kein /Phenomän der "Elite" der zivilisierten Länder ist. Faktoren wie Rollenverlust treffen auch 08/15 Menschen.
 
Ja mir ist bewusst dass sich sehr sehr viele Menschen umbringen, ob jung oder alt. Aus verschiedensten Gründen, klar, ich kannte selbst einen der sich mit 17 auf die Schienen legte.
 
Zurück
Oben