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REVIEW [Review] diverses (Black Ops 3, AC: Syndicate, Halo u.a.)

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Die Zeit rennt. Es ist tatsächlich schon ein Jahr her, dass Kevin Spacey die Weltherrschaft an sich reißen wollte (Narf), morgen ist Weihnachten und übermorgen beginnt die Grabesruhe. Nach der Sommerflaute werden wir nun endlich wieder mit AAA Titeln zugeschmissen. Assassin's Creed 10, Call of Duty 12, Halo 10, Need for Speed 22(!!!), die Kreativität der Entwickler kennt keine Grenzen. Ein Fallout 5 kommt dagegen schon fast als Frischling um die Ecke. Die Ironie daran ist, dass nicht alle diese Titel an mangelnder Entwicklung kranken. Manche entwickeln sich so sehr weiter, dass sie mit ihren Wurzeln nichts mehr zu tun haben. Da keiner dieser Titel ein eigenes Review wert ist, hier eine Zusammenstellung meiner Einschätzung zur Resteverwertung der aktuellen Generation.


Halo. Is it me you're looking for?


Wir beginnen mit Halo 5, nach meiner Rechnung der 10. Teil der Reihe, siehe oben (um fair zu bleiben, wenn man nur die eigentlichen FirstPersonShooter zählt, verringert sich die Zahl). Ich bin nicht der Halo Fan vor dem Herrn und halte den ersten Teil immer noch für Software Müll. Ernsthaft, die Flood? Die Library? Das Backtracking? Das war bei Release Müll und ist es heute noch. Und der Hauptcharakter? Ein Supersöldner in Power Armor namens Master Chief? MASTER??? CHIEF??? Kein Wunder, dass uns Gamer keiner ernst nimmt. Umso erstaunter war ich dann, als ich der Master Chief (seufz) Collection Halo 4 anspielte und einen meiner neuen Lieblingsshooter entdeckte. Tolles Gameplay, schöne Level, super Waffen, ja selbst der Chief wurde zu einem tragbaren Helden. Da der Entwickler 343 auch den Nachfolger in Bearbeitung hatte, war ich überaus guter Hoffnung, dass ich nun zu den glücklichen Halofans der 2. Generation gehören würde. Die Hoffnung stirbt zwar zuletzt... aber sie stirbt.


Es ist schon bezeichnend, wenn man in einem Shooter nicht mehr versteht, wer was ist oder macht. Urplötzlich tauchen hier neben dem Chief, der kaum noch eine tragende Rolle spielt, sieben Hans Würste auf, von denen bis dato nie etwas zu sehen oder zu hören war. Im gleichen Atemzug, in dem man aus dem Chief etwas Brauchbares gemacht hat, schickt man ihn an die Seite und gibt uns... Locke. Ich sag euch was zu Locke. FUCK LOCKE!!!FUCK LOCKE AND EVERYONE LIKE HIM!!!


Locke and lo... oh ne, der Witz wurde schon gemacht. Ähm... Locke, Stock and two... wurde auch schon gemacht? Ok. Locke'n'Lol? Anyone? Hello???


Anscheinend wurde er irgendwie in Halo 2 rein geschnitten. Keine Ahnung, ich will verdammt sein, wenn ich mich erinnern könnte. Er soll Jagd machen auf den abtrünnigen Chief, der wiederum mit drei Hanseln, die zuvor nie erwähnt wurden, Cortana jagt, die in Teil 4 gestorben ist, aber doch nicht, weil Künstliche Intelligenz und so und Halsey ist auch dabei, aber nur teilweise, weil sie ihren Arm im letzten SpinOff vergessen hat und, ach ich weiß auch nicht. Wer die letzten Jahre nicht wirklich alles konsumiert hat, wo Halo drauf stand, ist in etwa so weit wie die armen Schweine, die geglaubt haben, sie könnten den Plot von Age of Ultron nachvollziehen, wenn sie The Avengers gesehen hätten. Man spielt abwechselnd beide Seiten, ähnlich wie in Halo 2, nur wo man Einblicke in die andere Seite des Konflikts erhalten und der Arbiter sich als interessante Figur herausgestellt hat, streckt Locke das (eh nur knapp 6 Stunden lange) Game, indem er immer dann den Plot unterbricht, wenn der Chief im Begriff ist, etwas Wichtiges zu machen.



Thanks for buying the first half of a product.



Erinnert ihr euch noch an das Fiasko anno 200Halo2? Die Geschichte wiederholt sich, endet Halo 5 doch mit „Das, was wir die ganze Zeit machen wollten? Machen wir doch lieber in Halo 6.“


Der große Kniff in Halo 5 lautet Coop. Coop ist eine Mischung aus Englisch und Marketing Bullshit und steht übersetzt für „Hier, hamse Gegner, was ist nur verwundbar in Rücken.“ Kommt extrem geil, wenn man wie ich ohne Freunde da steht und den SinglePlayer... single durchspielt.


Noch ein Ausschnitt aus der Halo 5 Entwicklung:


„Ich hab' ne Idee für einen Bossgegner. Ein General Grievous Verschnitt, der sich blitzschnell bewegen kann mit einer Dashattacke, die in einen Bogen schlägt, der man kaum ausweichen kann und die in einem Schlag tötet.“


„Brilliant! Das ist der erste Boss. Was hast du noch?“


„Ich hab' hier ein Kilo Koks.“


„... Schmeiß her den Schnee, wir kopieren Grievous 12 Mal ins Spiel, merkt eh keiner. Feierabend!“


Es bleibt dabei. Ich mag kein Halo. Ich mochte nur zufällig Halo 4.



Die Pflicht ruft. Ich geh nicht mehr ran.



Ich mag aber Call of Duty. Heißt, ich mochte es. Die Modern Warfare Reihe war ziemlich gut. Bis auf Modern Warfare 2. Und Teile von Modern Warfare 3. Black Ops ist und bleibt brilliant. Der erste Teil führte eine interessante Story ein, aufbauend auf einen der besten Charaktere der ganzen Serie (zugegeben, das Kompliment ist ein schwaches). Reznov ist und bleibt eine genial präsentierte Figur, auch dank der gewaltigen Performance von Gary Oldman. Black Ops 2 bescherte uns einen 90jährigen Woods, Masons Sohn und eine zweigeteilte Story, die die Hintergrundgeschichte des charismatischen Terroristen Raul Menendez aufzeigte. Erstmalig konnte man die Geschichte leicht abändern und verschiedene Enden erreichen, je nach Entscheidung im Spiel. Für ein Call of Duty war dies eine Revolution. In beiden Spielen war der Protagonist eine treibende Kraft, mit Hintergrundgeschichte, Namen, Stimme und Persönlichkeit, mit persönlicher Verbindung zur Handlung und zum Antagonisten. By the way, ich spreche nur von der Kampagne. Fuck Multiplayer.


Die bisherige Gen ist ziemlich arm an guten Shootern. Call of Duty Ghosts bestes Feature sind Last Gen Graphics, Advanced Warfare hat Kevin Spacey und press x to pay your respects (Nebenbei: Warum hat Batman: Arkham Knight nicht den gleichen Shitstorm kassiert, als sie das kopiert haben?).


Wenn also ein Shooter wirklich etwas taugen sollte, dann Black Ops 3 von Treyarch. In der letzten Mission sprach mein Avatar: „I just want to get out of here.“ Besser hätte ich es nicht ausdrücken können.


Ich möchte eine Frau sein.


Black Ops 3 ist ein SciFi Shooter, inklusiver Cyborgs, Droiden, Dronen und abtrünniger Künstlicher Intelligenz. Die Hälfte der Gegner sind Roboter, eurer „Charakter“ ist mehr oder weniger Robocop und die Hälfte der Missionen spielt im Cyberspace. Ereignisse aus früheren Teilen (Nova Six, der Drohnen Angriff am Ende von Black Ops 2) sind kurz erwähnt, ansonsten hat das Spiel nichts mit den Vorgängern zu tun. Der „Protagonist“ hat weder Namen noch Geschichte, keine Verbindung zum Plot oder den Akteuren. Die Geschichte ist ein Sammelsurium aus Nonsense, den Hideous Kojima abgelehnt hätte, Stereotypen und recycelten Plots aus diversen SciFi Filmen. Künstliche Intelligenz, die verrückt spielt, die Verschwörungen der amerikanischen Geheimdienste, die Härten des Soldatenlebens und Loyalität unter Kameraden, all dies spielt in unverständlichen Cutszenes, dargestellt von einigen der unmotiviertesten Sprechern der Historie der Spielreihe. Katee Sackhoff ist grässlich wie eh und je, der Rest wandelt zwischen gelangweilt und „Eigentlich wär ich lieber woanders.“ Christopher Meloni gibt sich als einziger etwas müde, aber den Vogel schießt der männliche Sprecher des Spielercharakters (in den Untertiteln auch nur als „Spieler“ bezeichnet) ab. Anscheinend hat man hier aus Budgetgründen den Hausmeister kurz ins Tonstudio gebeten. Da sehnt man sich den guten alten stummen Beobachter zurück. In der letzten Mission war ich kurz davor, den Ton am Fernseher auszustellen. Die grausam rüber gebrachte, pseudo--philosphische Kacke war schlichtweg nicht mehr auszuhalten.


Spielerisch ist alles gut wie eh und je, etwas überladen mit Spezialfähigkeiten, aber die Vielzahl Waffen, die ihr aufleveln und ausrüsten könnt, gepaart mit der gewohnten CoD Steuerung beweist die hohe Kompetenz der Serie. Nur Spaß gemacht hat die überlange, schwachsinnige Kampagne zu keiner Sekunde. Ich will keinen SciFi Quatsch, keine Roboter, keine Drohnen, keine Chips im Schädel, keine KI, keine Level im Cyber Space und wo wir dabei sind, keine Exoskelette und keine Mechs, ich will doch nur stumpf mit einer AK 47 ein paar Terroristen (oder in Ermangelung derer ein paar Russen) nieder strecken. Das kann doch nicht so schwer sein.


London calling...


Wo wir grad von Terroristen sprechen, wir kommen zu der langjährigen Terroristensimulation Assassin's Creed (provokativ? Denkt drüber nach. Ihr spielt Untergrundkämpfer, die hochrangige Politiker ermorden, um das Regime zu stürzen. Alles eine Frage der Perspektive.) Der jüngste Teil bringt uns nach London, ca. 1868, inmitten des Regimes von Königin Victoria. Mit weitem Abstand handelt es sich um den besten Ableger der Reihe in einer ganzen Weile, wahrscheinlich nach Brotherhood. Was ist das? Ich höre Assassin's Creed: Black Flag. Okay, aber was hat den Leuten an Black Flag so gefallen? Die vielen Verfolgungsmissionen. Das Klettern über Dächer, gefolgt vom hidden blade in den Hals? Oder die Shantys auf hoher See und die Seeschlachten mit berühmten Piraten? Genau, das habe ich mir gedacht.


Syndicate eliminiert konsequent den Bullshit vergangener Ableger (oder sprechen wir es ruhig aus: Unity). Eine aufgeräumte Karte, keine Verbindung zu irgendwelchen Apps oder Onlineservicen, zwei interessante Hauptcharaktere (die Geschwister Frye), eine verbesserte Steuerung und ein stabiles Spiel (wobei man dann weiß, dass man jegliche Hoffnung endgültig aufgegeben hat, wenn man ein AAA Spiel von zwei Dutzend Entwicklerstudios aus ebenso vielen Ländern dafür lobt, dass es nicht im Titelbildschirm abstürzt).


Besonders gefallen haben mir die Haupt-Assassinations. In diesen Missionen könnt ihr in großen, offenen Arealen euren Weg zum Ziel bahnen, indem ihr mit bestimmten Charakteren sprecht oder euch wie einst Agent 47 verkleidet. Anschließend könnt ihr entweder einen Direktangriff starten oder einen Unfall inszenieren. Die Missionen sind relativ gradlinig, die Optionen vorgegeben und daher eher inszenatorischer Natur als kreativer, bleiben aber so dennoch mehr in Erinnerung als Ezios hundertes Schlachtfest. Gratuliere, UbiSoft, ihr seid fast auf dem Stand von IO Interactive anno 2000. Was negativ auffällt ist, ist immer wieder, wie reguläre Non-Player-Charakters sich nicht um die mörderischen Aktivitäten der Zwillinge scheren. So werden wir von einer Person zu unserem Opfer begleitet, unterwegs von Wachen entdeckt, die wir brutalst nieder schnetzeln und anschließend brav weiter geleitet bis zum Ziel. Und dort wundern sich alle, wieso sich der vermeintliche Diplomat als Attentäter entpuppt. Die Zeichen waren da.


London ist fantastisch in Szene gesetzt, die Atmosphäre stimmt, insbesondere bei Nacht im Regen, aber die Atmosphäre bei Nacht im Regen stimmt eigentlich immer. Die dutzenden berühmten historischen Persönlichkeiten wirken lächerlicher als jemals zuvor, aber dies dürfte mittlerweile zu Assassin's Creed gehören. Neuheiten sind insbesondere ein Greifhaken, mit dem Häuserschluchten überqueren und in Windeseile Türme erklimmen könnt (klasse) sowie Pferdekutschen (unspielbarer, aber oftmals notwendiger Bullshit).


Davon ab ist und bleibt es Assassin's Creed. Türme, Nebenmissionen, Stadtgebiete befreien, Karte säubern. Erste Übermüdungserscheinungen zeigen sich ab etwa 2/3 der Story. Würde sich UbiSoft auf diese beschränken und den Sammelkram weglassen, wären die Spiele zwar nur halb so lang, aber dann würde man sich vielleicht jedes Jahr auch mal auf ein neues freuen.


Und was bitte muss passieren, damit UbiSoft endlich die Moderne weglässt??? In Syndicate besteht dieser Teil der Story nur aus einer kleinen Handvoll Zwischensequenzen, trotzdem reden wir immer noch von einem Subplot, der seit 2007 mit Höchstgeschwindigkeit Richtung Nichts unterwegs ist. Da hat man Desmond, der, wenn er nur ein Iota blasser wäre glatt eine neue Karriere als Invisible Man hätte starten können, endlich ableben lassen und die anderen Luftverdränger versuchen immer noch ohne Ziel und Plan einen übermächtigen Gegner zu bezwingen, von dem eigentlich gar nicht so klar ist, was die eigentlich machen. Entweder wir kriegen mal endlich das volle Programm, wie es uns im ersten Teil anno 2007 versprochen wurde, also Assassins gegen Templars in der Moderne oder ihr lasst diese Möchtegern-Punks aus meinem Historiendrama raus!

Zusammengefasst, es ist Assassin's Creed und so gut wie es nie zuvor war. Das ist in etwa wie ein BigMac mit frischen Zutaten im Vergleich zu einem BigMac mit welkigem Salat.


Und in aller Kürze:


Mad Max:


Grind: The Game


Dutzende identische Aufgaben in einem Ödland. Das Spiel müsste im Grunde halb so lang sein wie es ist, um empfehlenswert zu sein (Ein Durchgang ca. 40 Stunden). Aber: Das Spiel fängt den Look des aktuellen Films perfekt ein (auch wenn es keine offizielle Filmumsetzung ist), zeigt brutale Nahkämpfe, eine gute Verbindung zum eigenen Fahrzeug, superbe Explosionen und eine tolle inszenierte Einöde, die spätestens mit ihren Stürmen beeindruckt. Es ist ein Spiel, das einfallsloser nicht mehr sein könnte, aber die wenigen Stärken retten es meiner Meinung nach gerade mal so eben.


Transformers: Devastation


Die Story kann man in zwei Stunden durchspielen, aber das Gameplay ist verdammt nahe an der Perfektion. Was Platinum hier mal wieder zaubert, ist der helle Wahnsinn. Und Bayonetta 2 krebst auf der WiiU rum anstatt auf den richtigen Konsolen. Eine absolute Schande.




Metal Gear Solid 5: The Phantom Pain



Mission 16. Die Skulls. Fuck you, Kojima. Extra für dich hab ich das sogar auf japanisch ergooglet. Moka-moka Su-su!


Verbleiben für 2015 noch zwei Hochkaräter, Fallout 4 (das einige schon fleißig spielen) und mein persönliches Most Wanted, Just Cause 3. Damit endet sodann bereits das zweite Jahr der achten Generation. Für ein Fazit sollten beide genannten Spiele abgewartet werden. Dennoch wäre es für das dritte Jahr vielleicht mal an der Zeit, ein paar Spiele zu produzieren, die keine Zahl im Titel im Titel hat oder nur deswegen keine Zahl hat, weil es den Entwicklern selbst zu peinlich wäre.
 
Mit Bart bin ich eigentlich immer einverstanden. Ok, dass man Halo 4 besser als den ersten Teil findet, ist etwa so, wie man den Hobbit einem HdR oder die neuen Star Wars-Filme den alten vorziehen würde.
Aber die Reviews sind ansonsten (wie immer) sehr treffend und unterhaltsam. Klasse! Was mich aber erstaunt hat: Bezeichnet Mr. Wux die Xbox One hier wirklich als richtige Konsole? :shock:
Und Bayonetta 2 krebst auf der WiiU rum anstatt auf den richtigen Konsolen. Eine absolute Schande.
 
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