Yzerman
Alle Konsolen sind grün
Ab und zu schreibe ich mal ein Review. Entweder weil mir ein Spiel sehr gut gefallen hat oder, weil ich einfach das Bedürfnis habe, mich mitzuteilen… Ausserdem hoffe ich, dass sich hier auch noch andere User zu Wort melden. Bei Halo gibt es sicherlich ein paar Meinungen...
Halo
Hach, ich schwelge immer noch in meinen Teenie-Erinnerungen, wenn ich an Halo denke. Das Spiel war damals einfach eine Granate! Die Grafik, die Steuerung, die verschiedenen Fahrzeuge, die Marines, die Story mit den Wendungen und Überraschungen (Flood!), die coolen Schauplätze, die erinnerungswürdigen – ja legendären – Missionen, die unzähligen Stunden mit Freunden im Coop oder gegeneinander... Ich könnte noch lange damit fortfahren. Halo war einfach ein Meilenstein im Konsolen-Gaming und läutete den ganzen Siegeszug der Shooter im Konsolenbereich ein.
Nach Combat Evolved war dieser Überraschungseffekt dann halt nicht mehr so da. Trotzdem sind Halo 2, Halo 3 und Reach (ODST habe ich nie lange gespielt) alles klasse Games gewesen, welche ich auch heute noch ab und zu spiele. Dann kam leider der Bruch und statt Bungie übernahmen dann 343 die Geschicke der Franchise. Leider.
Die Stimmung ist oft schon ganz schön...
Ein Neuanfang
Dass die beiden Vorgänger nicht das Gelbe vom Ei gewesen sind, hat man nun auch endlich bei 343 eingesehen. Als vor etwa drei Jahren der E3-Trailer kam, war ich sehr angetan. Es sah gut aus, die Atmosphäre erinnerte stark an Halo CE und dazu gab es auch noch ordentlich Wildlife (dachte beim ersten Sehen, dass es sich um ein Dinosaurier-Spiel handelt). Ein Überspiel erwartete ich aber schon damals nicht. Einfach weil 343 es nicht wirklich draufhaben. Jedenfalls haben sie sich aber verbessert: Sie warfen im neusten Ableger vieles über Bord, was man in den beiden vorderen Spielen eingeführt hat. Zum Glück! Je weniger sie selber kreativ sein wollen, desto besser.
Jedenfalls spielt „Infinite“ auf Zeta Halo. Es ist eine Ringwelt, wie man sie auch schon aus den Vorgängern gekannt hat. Die Welt ist nicht wirklich abwechslungsreich. Am ehesten kann man sie als Schweiz in Kleinformat bezeichnen. Alles ist grün, es gibt ein paar schöne Seen, nette Wiesen und ein paar Gebirgszüge – nur die Kühe fehlen. Begrenzt wird die Spielwelt mit den metallischen Kanten, die sprichwörtlich ins Nichts stürzen. Diese sind nicht wirklich schön anzusehen (es wirkt nicht organisch, aber das ist wohl Design- und auch Spieltechnisch nicht anders zu lösen gewesen), wird aber damit erklärt, dass sich die Ringwelt noch im Bau befindet. Von dem gehe ich jedenfalls aus. Die wichtigste Neuerung ist definitiv der Greifhaken. Der Master Chief kann sich mit diesem überall hinaufziehen. Wirklich überall. Somit kommt man an jede Stelle in der Welt hin. Mit dem Greifhaken kann man erhöhte Plattformen erreichen, sich zu Feinden ziehen (und auch gleich angreifen), Waffen und Gegenstände zu sich holen… Kurzum der Greifhaken ist eine tolle Zusatzfunktion und man möchte diesen schon nach kurzer Zeit nicht mehr missen.
Leider hat 343 dann noch weitere Spezialfähigkeiten eingebaut. Diese braucht man aber so gut wie nie. Es gibt einen Schutzwall (nie gebraucht), einen Radar oder Sensor, welcher einem unsichtbare Gegner anzeigt (vielleicht zweimal bei einem Kampf benutzt) sowie Schubdüsen mit welchen man zur Seite ausweichen kann (nie benutzt). Förderlich ist auch nicht, dass das Umschalten zwischen den Fähigkeiten etwas mühsam gelöst wird. In hektischen Gefechten wählt man so oft das falsche Gadget aus. Deswegen blieb ich zu über 99% der Spielzeit einfach beim Greifhaken.
Grafisch leider nicht immer so abwechslungsreich...
Angriff auf den Kontrollraum
Im ersten Halo gab es bereits Levels, welche zum Teil ein wenig OW gewesen sind. Das war auch sehr spassig und man hatte verschiedene Vorgehensmöglichkeiten. In Halo Infinite hatte ich an der offenen Spielwelt vielleicht in der ersten halben Stunde meine Freude. Danach merkt man, dass es eigentlich nichts zu entdecken gibt. Keine NPCs, keine Schätze, keine archäologischen Stätten (okay davon gibt es ein, zwei Orte – die sind aber gähnend langweilig), keine Dörfer, keine Händler, keine wirklichen Nebenquests, keine schönen Naturwunder, keine Gefahren, keine nennenswerten Tiere. Also hat man eine Open World gebaut, die man gar nicht gebraucht hätte. Es gibt keinen wirklichen Grund die Welt zu erkunden. Ich denke dies hat auch 343 ziemlich schnell bemerkt und schnell noch ein paar random Aufgaben mitreingeschmissen: So kann man Vorposten erobern, besonders starke Feinde besiegen, und ein paar Collectibles einsammeln. Auch kann man Marines befreien. Diese werden an den unmöglichsten Orten gefangen gehalten (und sind unverwundbar solange sie gefesselt sind). Sind sie mal befreit, kämpfen sie an der Seite des Chiefs. Oder würden an der Seite des Chiefs kämpfen. Den meistens können sie einem nach 3 Metern nicht mehr folgen (OW sei Dank) und man ist wieder auf sich alleine gestellt.
Ah und zu guter Letzt gibt es noch die Propagandatürme. Deren Sinn sich mir nicht ganz erschliesst. Zum einen wurde die UNSC ja geschlagen und es hat keine Gegner mehr auf dem Planeten, zum anderen sind diese so belang- und lieblos in die Spielwelt integriert, dass nicht einmal die Marines diese abschiessen. Fährt man also mit einem Warthog vor einen Propagandaturm, eröffnen die NPCs nicht das Feuer auf diesen. Man muss also aus dem Warthog aussteigen, den NPC vom Geschütz jagen und den Turm dann eigenhändig abschiessen… So viel zu dieser Bedrohung.
Ein Beispiel der langweiligen Spielwelt: Auf diesem Abschnitt der Karte ist nur beim Pfeil (beim Zielfernohr) etwas zu machen - die Befreiung einiger Marines. Ansonsten gibt es nichts zu tun.
Gunplay zum Niederknien
Die Welt ist also langweilig und eher abwechlungsarm. Was das Spiel aber ausmacht, ist das Gunplay! Dieses ist wunderbar! Die Mischung zwischen Wucht, Präzision und Spielspass ist für mich unerreicht. Zum Glück wurde die Serientypische Beschränkung von zwei Waffen beibehalten. So muss man die vielen coolen Waffen auch fast mal durchprobieren. Munition gibt es allerdings mehr als in den Vorgängern. Man kann fast immer irgendwo Munitionsnachschub organisieren.
Während die Waffen schön brachial sind, so ist der Fuhrpark leider eine Enttäuschung. Die Fahrzeuge steuern sich wie Plastikspielzeug. Im Vergleich mit einem FH5 ist es geradezu lächerlich, dass man mit dem Panzer an einem kleinen Bäumchen hängen bleibt und so nicht mehr weiterkommt. Nicht einmal rudimentäre Sachen wie eine Rumblefunktion wurde bei den Fahrzeugen implementiert. Da wurde leider sehr viel Potential verschenkt. Dadurch, dass man irgendwann auf den kompletten Fuhrpark zurückgreifen kann, macht es viele Aufgaben auch zu einfach. Man bestellt einen Panzer und fährt damit zum nächsten Aussenposten, etc. und schiesst alles platt.
Missionen?
Es gibt ein paar Missionen, welche in der OW spielen. Diese sind allerdings eher die Ausnahme. Meistens verschlägt es einem in den Missionen in langweilige Innenlevels. Auch hier gilt: Es fehlt an Highlights. Ich habe mit Freunden immer wieder die tollen Missionen aus den Vorgängern gespielt. Es gab pro Spiel mindesten 3-4 Missionen die zu zweit einfach ordentlich Bock machten. Bei „Infinte“ wüsste ich allerdings nicht, welche Mission ich auswählen würde, wenn ich mit einem Freund das Spiel zocken möchte. Es sind alle ziemlich ähnlich und nicht wirklich spannend oder haben coole Szenen. Dazu sind Designtechnische Patzer vorhanden, die einem schon sehr schnell nerven. Energiekerne, anyone? Dazu kommt zu oft während den Liftfahrten ein Ladebildschirm. Scheisse, das hat man ja schon bei der Ur-Xbox besser hingekriegt...
Alles in allem ist es ein ordentliches Spiel geworden. Es macht halt immer noch Spass mit dem (übermächtigen) Master Chief aufzuräumen und den Held zu spielen. Es ist so etwas wie ein spielerischer Bubentraum (man rettet die Welt). Alles in allem ist das aber leider zu wenig für das riesige Budget und die lange Entwicklungszeit. Immerhin kann man sagen, dass 343 auf dem richtigen Weg ist. Auch wenn sie wohl nie das Level von Bungie erreichen werden.
8/10 mit Halobonus
Halo
Hach, ich schwelge immer noch in meinen Teenie-Erinnerungen, wenn ich an Halo denke. Das Spiel war damals einfach eine Granate! Die Grafik, die Steuerung, die verschiedenen Fahrzeuge, die Marines, die Story mit den Wendungen und Überraschungen (Flood!), die coolen Schauplätze, die erinnerungswürdigen – ja legendären – Missionen, die unzähligen Stunden mit Freunden im Coop oder gegeneinander... Ich könnte noch lange damit fortfahren. Halo war einfach ein Meilenstein im Konsolen-Gaming und läutete den ganzen Siegeszug der Shooter im Konsolenbereich ein.
Nach Combat Evolved war dieser Überraschungseffekt dann halt nicht mehr so da. Trotzdem sind Halo 2, Halo 3 und Reach (ODST habe ich nie lange gespielt) alles klasse Games gewesen, welche ich auch heute noch ab und zu spiele. Dann kam leider der Bruch und statt Bungie übernahmen dann 343 die Geschicke der Franchise. Leider.
Die Stimmung ist oft schon ganz schön...
Ein Neuanfang
Dass die beiden Vorgänger nicht das Gelbe vom Ei gewesen sind, hat man nun auch endlich bei 343 eingesehen. Als vor etwa drei Jahren der E3-Trailer kam, war ich sehr angetan. Es sah gut aus, die Atmosphäre erinnerte stark an Halo CE und dazu gab es auch noch ordentlich Wildlife (dachte beim ersten Sehen, dass es sich um ein Dinosaurier-Spiel handelt). Ein Überspiel erwartete ich aber schon damals nicht. Einfach weil 343 es nicht wirklich draufhaben. Jedenfalls haben sie sich aber verbessert: Sie warfen im neusten Ableger vieles über Bord, was man in den beiden vorderen Spielen eingeführt hat. Zum Glück! Je weniger sie selber kreativ sein wollen, desto besser.
Jedenfalls spielt „Infinite“ auf Zeta Halo. Es ist eine Ringwelt, wie man sie auch schon aus den Vorgängern gekannt hat. Die Welt ist nicht wirklich abwechslungsreich. Am ehesten kann man sie als Schweiz in Kleinformat bezeichnen. Alles ist grün, es gibt ein paar schöne Seen, nette Wiesen und ein paar Gebirgszüge – nur die Kühe fehlen. Begrenzt wird die Spielwelt mit den metallischen Kanten, die sprichwörtlich ins Nichts stürzen. Diese sind nicht wirklich schön anzusehen (es wirkt nicht organisch, aber das ist wohl Design- und auch Spieltechnisch nicht anders zu lösen gewesen), wird aber damit erklärt, dass sich die Ringwelt noch im Bau befindet. Von dem gehe ich jedenfalls aus. Die wichtigste Neuerung ist definitiv der Greifhaken. Der Master Chief kann sich mit diesem überall hinaufziehen. Wirklich überall. Somit kommt man an jede Stelle in der Welt hin. Mit dem Greifhaken kann man erhöhte Plattformen erreichen, sich zu Feinden ziehen (und auch gleich angreifen), Waffen und Gegenstände zu sich holen… Kurzum der Greifhaken ist eine tolle Zusatzfunktion und man möchte diesen schon nach kurzer Zeit nicht mehr missen.
Leider hat 343 dann noch weitere Spezialfähigkeiten eingebaut. Diese braucht man aber so gut wie nie. Es gibt einen Schutzwall (nie gebraucht), einen Radar oder Sensor, welcher einem unsichtbare Gegner anzeigt (vielleicht zweimal bei einem Kampf benutzt) sowie Schubdüsen mit welchen man zur Seite ausweichen kann (nie benutzt). Förderlich ist auch nicht, dass das Umschalten zwischen den Fähigkeiten etwas mühsam gelöst wird. In hektischen Gefechten wählt man so oft das falsche Gadget aus. Deswegen blieb ich zu über 99% der Spielzeit einfach beim Greifhaken.
Grafisch leider nicht immer so abwechslungsreich...
Angriff auf den Kontrollraum
Im ersten Halo gab es bereits Levels, welche zum Teil ein wenig OW gewesen sind. Das war auch sehr spassig und man hatte verschiedene Vorgehensmöglichkeiten. In Halo Infinite hatte ich an der offenen Spielwelt vielleicht in der ersten halben Stunde meine Freude. Danach merkt man, dass es eigentlich nichts zu entdecken gibt. Keine NPCs, keine Schätze, keine archäologischen Stätten (okay davon gibt es ein, zwei Orte – die sind aber gähnend langweilig), keine Dörfer, keine Händler, keine wirklichen Nebenquests, keine schönen Naturwunder, keine Gefahren, keine nennenswerten Tiere. Also hat man eine Open World gebaut, die man gar nicht gebraucht hätte. Es gibt keinen wirklichen Grund die Welt zu erkunden. Ich denke dies hat auch 343 ziemlich schnell bemerkt und schnell noch ein paar random Aufgaben mitreingeschmissen: So kann man Vorposten erobern, besonders starke Feinde besiegen, und ein paar Collectibles einsammeln. Auch kann man Marines befreien. Diese werden an den unmöglichsten Orten gefangen gehalten (und sind unverwundbar solange sie gefesselt sind). Sind sie mal befreit, kämpfen sie an der Seite des Chiefs. Oder würden an der Seite des Chiefs kämpfen. Den meistens können sie einem nach 3 Metern nicht mehr folgen (OW sei Dank) und man ist wieder auf sich alleine gestellt.
Ah und zu guter Letzt gibt es noch die Propagandatürme. Deren Sinn sich mir nicht ganz erschliesst. Zum einen wurde die UNSC ja geschlagen und es hat keine Gegner mehr auf dem Planeten, zum anderen sind diese so belang- und lieblos in die Spielwelt integriert, dass nicht einmal die Marines diese abschiessen. Fährt man also mit einem Warthog vor einen Propagandaturm, eröffnen die NPCs nicht das Feuer auf diesen. Man muss also aus dem Warthog aussteigen, den NPC vom Geschütz jagen und den Turm dann eigenhändig abschiessen… So viel zu dieser Bedrohung.
Ein Beispiel der langweiligen Spielwelt: Auf diesem Abschnitt der Karte ist nur beim Pfeil (beim Zielfernohr) etwas zu machen - die Befreiung einiger Marines. Ansonsten gibt es nichts zu tun.
Gunplay zum Niederknien
Die Welt ist also langweilig und eher abwechlungsarm. Was das Spiel aber ausmacht, ist das Gunplay! Dieses ist wunderbar! Die Mischung zwischen Wucht, Präzision und Spielspass ist für mich unerreicht. Zum Glück wurde die Serientypische Beschränkung von zwei Waffen beibehalten. So muss man die vielen coolen Waffen auch fast mal durchprobieren. Munition gibt es allerdings mehr als in den Vorgängern. Man kann fast immer irgendwo Munitionsnachschub organisieren.
Während die Waffen schön brachial sind, so ist der Fuhrpark leider eine Enttäuschung. Die Fahrzeuge steuern sich wie Plastikspielzeug. Im Vergleich mit einem FH5 ist es geradezu lächerlich, dass man mit dem Panzer an einem kleinen Bäumchen hängen bleibt und so nicht mehr weiterkommt. Nicht einmal rudimentäre Sachen wie eine Rumblefunktion wurde bei den Fahrzeugen implementiert. Da wurde leider sehr viel Potential verschenkt. Dadurch, dass man irgendwann auf den kompletten Fuhrpark zurückgreifen kann, macht es viele Aufgaben auch zu einfach. Man bestellt einen Panzer und fährt damit zum nächsten Aussenposten, etc. und schiesst alles platt.
Missionen?
Es gibt ein paar Missionen, welche in der OW spielen. Diese sind allerdings eher die Ausnahme. Meistens verschlägt es einem in den Missionen in langweilige Innenlevels. Auch hier gilt: Es fehlt an Highlights. Ich habe mit Freunden immer wieder die tollen Missionen aus den Vorgängern gespielt. Es gab pro Spiel mindesten 3-4 Missionen die zu zweit einfach ordentlich Bock machten. Bei „Infinte“ wüsste ich allerdings nicht, welche Mission ich auswählen würde, wenn ich mit einem Freund das Spiel zocken möchte. Es sind alle ziemlich ähnlich und nicht wirklich spannend oder haben coole Szenen. Dazu sind Designtechnische Patzer vorhanden, die einem schon sehr schnell nerven. Energiekerne, anyone? Dazu kommt zu oft während den Liftfahrten ein Ladebildschirm. Scheisse, das hat man ja schon bei der Ur-Xbox besser hingekriegt...
Alles in allem ist es ein ordentliches Spiel geworden. Es macht halt immer noch Spass mit dem (übermächtigen) Master Chief aufzuräumen und den Held zu spielen. Es ist so etwas wie ein spielerischer Bubentraum (man rettet die Welt). Alles in allem ist das aber leider zu wenig für das riesige Budget und die lange Entwicklungszeit. Immerhin kann man sagen, dass 343 auf dem richtigen Weg ist. Auch wenn sie wohl nie das Level von Bungie erreichen werden.
8/10 mit Halobonus