Zu dem Thema wurde eigentlich schon alles gesagt und Schubert wurde von allen Seiten scharf kritisiert.
Ich möchte hier vielleicht nur etwas helfen, die Thematik oder die Sicht Schuberts nachvollziehen (nicht als zustimmend verstehend gemeint) zu können.
Aus einer Weltsicht heraus, in der man die Globalisierung nicht nur wirtschaftlich und zu unserem Vorteil wirkend betrachtet, gehören eben auch die schlechten Seiten der Globalisierung, diese zu akzeptieren und zu bewältigen.
Wir akzeptieren, dass Kinderhände unsere Kakaobohnen für die leckere Milka Schokolade unter erbärmlichsten Bedingungen ernten muss, wir nehmen in Kauf, dass für das 10€ T-Shirt Dutzende Menschen elendig verbrennen und tagtäglich für einen menschenunwürdigen Lohn arbeiten
Also akzeptiert Schubert aus dieser Sicht heraus, dass auch der Terror global ist. Ob ein Terrorist nun hier oder sonst wo Anschläge verübt, ist erstmal egal. Doch haben wir die Möglichkeit, die Gesinnung besser einzudämmen. Folglich haben wir die Pflicht, diesen Menschen ihre Ideologie zu entziehen.
Sagt sie ja auch selbst, dass „wir Salafisten und Islamisten mit Prävention bekämpfen sollten, versuchen sollten, sie aus dem Milieu herausholen, statt Abschiebedebatten zu führen“.
Aber nochmal: Auf das Thema Terrorismus bezogen kann man ihre Aussagen durchaus kritisieren, keine Frage. Das will ich gar nicht bestreiten. Ich versuche nur, ihre Weltsicht nachvollziehbar zu beschreiben.
Wer mit "no nations, no boarders" nichts anfangen kann, der argumentiert natürlich komplett entgegengesetzt. Auch vollkommen ok.
Dass allerdings Extremismusprävention als Kokolores abgetan wird, finde ich ziemlich schade.
Gerade die Menschen, die in dem Bereich arbeiten und forschen, bringen wohl mehr für ein sicheres Miteinander, als jede Haft, Strafe und Abschiebung es je tun könnten.
Demokratieförderung und Extremismusprävention wird von vielen Bundesländern allerdings immer noch viel zu wenig unterstützt.
Bayern hatte bis vor wenigen Jahren nicht einmal wirkliche Programme und Strategien, dazu kommt noch, dass jedes Bundesland da leider sein eigenes Süppchen kocht.
Interessiert nur keinen, hauptsache Haft, Strafe, Überwachung. Was nachweislich keinen positiven Effekt hat.
Man muss sich doch als logische Konsequenz die Frage stellen, warum findet jemand Gefallen am Extremismus? Warum verfällt er bestimmten Ideologien? Warum schaffen es irgendwelche Prediger, die meist jungen Männer für sich zu begeistern?
Genau da muss man doch ansetzen, Alternativen aufzeigen, eine Zukunft bieten, Sicherheit und Halt geben.
Und ja, das können noch so viele belächeln, es wirkt.
Und weil es immer nötig ist: Nein, ich verteidige nicht Schubert und ja, wer potenzieller Terrorist ist und eine Straftat plant, muss mit unseren Gesetzen belangt werden. Egal ob Nazi oder Islamist.