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ich vermute, die details werden da grad erarbeitet.
aber wie mingo schon sagt, es ist bedingungslos. ob angestellt, selbstständig, rentner.. jeder bekommt das.

Das ja, aber es gilt ja nicht zusätzlich, oder? Wer einen 900 euro job hat, der kriegt das geld und nicht 1700 euro?

800 euro sind bei dem preisniveau in finnland doch jetzt nicht gerade viel möchte ich meinen.
 
Moment! Worum geht es Pispers? Ausgangspunkt ist ja die Frage, wie es die etablierten Parteien (CDU/SPD/Grüne/FDP) schaffen, dass sie mit der gleichen Wirtschaftspolitik, 80% der Wählerschaft hinter sich zu bekommen, obwohl sich diese gegen 70% der eigenen Interessen wendet. Und da unterstellt er eine wirtschaftspolitische Gehirnwäsche, unterstützt von den Medien, die dem Volk vorgaukeln, das diese Wirtschaftspolitik alternativlos sei. Auf diese Thematik bezogen, kann er durchaus von einer Monopolstellung sprechen.

Ihm als Kabarettisten lasse ich das problemlos durchgehen. Dir eben nicht, weil du es m.E. im vorherigen Post absolut ernst meinst. Und nein: man kann nicht von einem Monopol sprechen, das ist einfach faktisch falsch. So wie wenn man behaupten würde, dass Deutschland an den Pazifik grenzt. Da gibt es keine zwei Meinungen drüber. Das ist einfach falsch :D

Und nur nebenbei: ich finde seine Auftritte zum größten Teil absolut herrlich und er macht seinen Job m.E. hervorragend. Übertreibungen gehören zu diesem Geschäft eben auch dazu, und die setzt er auch sehr gut ein. Man muss eben nur wissen, wie man ihn zu nehmen hat.
 
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Ihm als Kabarettisten lasse ich das problemlos durchgehen. Dir eben nicht, weil du es m.E. im vorherigen Post absolut ernst meinst. Und nein: man kann nicht von einem Monopol sprechen, das ist einfach faktisch falsch. So wie wenn man behaupten würde, dass Deutschland an den Pazifik grenzt. Da gibt es keine zwei Meinungen drüber. Das ist einfach falsch :D

Und nur nebenbei: ich finde seine Auftritte zum größten Teil absolut herrlich und er macht seinen Job m.E. hervorragend. Übertreibungen gehören zu diesem Geschäft eben auch dazu, und die setzt er auch sehr gut ein. Man muss eben nur wissen, wie man ihn zu nehmen hat.

Okay, das war von mir auch so nicht gemeint gewesen. Allerdings, wenn Bertelsmann und Springer über 70% der politischen Presse beherrschen, dann ist das sicherlich auch ziemlich weit entfernt von einer kunterbunten Presselandschaft.
 
Gin ist da auf alle Fälle billiger als bei uns. Wir hatten für den Bombay umgerechnet weniger bezahlt als hier. :ulgy:
 
Das wirkliche Problem mit Pispers allgemein ist, dass gutes politisches Kabarett intellektuell anspruchsvoll ist und Pispers das Gegenteil davon ist: Platt, stumpf, unintellektuell, geistig anspruchslos.

Wer gutes politisches Kabarett sehen will, kann z.B. einmal in Richtung Österreich blicken.

Bei den meisten von Pispers "populären" Nummern zieht es einem gebildeten, intelligenten Menschen einfach alles zusammen, vor lauter Halbwahrheiten, Vereinfachungen, irreführenden Andeutungen etc. und man denkt sich nur "wie dümmlich".
 
Genau. Kabarett muss sich intellektuell anspruchsvoll verpacken und sich an die Gebildeten richten, damit es lustvolle Unterhaltung der Privielegierten bleibt. Die lassen sich halt ungern sagen, dass sie Teil des Problems sind. Alles Andere ist automatisch dümmlich und irreführend. Die Intellektuellen arbeiten natürlich nicht mit Halbwahrheiten und Vereinfachungen, sondern verweisen darauf, dass alles unendlich kompliziert ist und daher im Prinzip unabänderlich.

Da ist Pispers natürlich ganz anders. Der weiß von einer gerechteren Welt und wer sich ihr entgegenstellt, tagtäglich. Und die benennt und beleidigt er, klar und eindeutig! Damit wird er zum Linken jenseits der SPD und für viele ungenießbar.
 
Genau. Kabarett muss sich intellektuell anspruchsvoll verpacken und sich an die Gebildeten richten, damit es lustvolle Unterhaltung der Privielegierten bleibt.

Politisches Kabarett sollte intellektuell anspruchsvoll sein, wenn es für gebildete und schlaue Menschen unterhaltsam sein soll, stimmt.
Dass wenigter intelligente und ungebildete Menschen es dann vielleicht nicht gleichermaßen genießen können, ist nur ein unglücklicher Nebeneffekt, sicher aber nicht das Ziel von intellektuell anspruchsvollem politischem Kabarett.

Aber die haben dafür ja Pispers und Mario Barth. :)

Die lassen sich halt ungern sagen, dass sie Teil des Problems sind.

Genau. Die intellektuelle Elite in Deutschland (oder in westlichen Demokratien überhaupt) ist Teil dieses gigantisches Problems, dass wir in den freiesten und wohlhabensten Gesellschaften der Menschheitsgeschichte leben. Schuldig im Sinne der Anklage, würde ich sagen. Oder welche Probleme meinst du denn genau? Oder möchstest du vielleicht, so wie Pispers, immer nur irgendwelche systemischen Missstände andeuten, ohne je konkret zu werden? Vielleicht weil es diese systemischen Missstände so gar nicht gibt? Oder vielleicht gibt es sie, aber sie sind eingebettet in ein komplexes System, weswegen sie nicht so einfach behoben werden können?

Alles Andere ist automatisch dümmlich und irreführend. Die Intellektuellen arbeiten natürlich nicht mit Halbwahrheiten und Vereinfachungen, sondern verweisen darauf, dass alles unendlich kompliziert ist und daher im Prinzip unabänderlich.

Die Intellektuellen suchen nach funktionierenden Lösungen für komplexe Probleme, mögen diese Lösungen sich am Ende als simpel oder als komplex herausstellen, wichtig ist, dass sie funktionieren. Niemand behauptet, dass etwas "unabänderlich" sei, nur weil es kompliziert ist. Es ist allerdings notwendig, zuerst das Problem zu verstehen.

Da ist Pispers natürlich ganz anders. Der weiß von einer gerechteren Welt und wer sich ihr entgegenstellt, tagtäglich.
Und die benennt und beleidigt er, klar und eindeutig! Damit wird er zum Linken jenseits der SPD und für viele ungenießbar.

Genau, diese tolle gerechtere Welt, wie sieht die denn aus? Wenn er sich in dem von dir geposteten Video z.B. über die (angebliche) "Alternativlosigkeit" unseres Wirtschaftssystems lustig macht, was schwebt ihm denn dann als Alternative vor?

Der "Sozialismus des 21. Jahrhunderts", nach dem Vorbild von Venezuela, wo sich vor den Geschäften schon in den Morgenstunden lange Schlangen von Menschen bilden, die versuchen, Luxusgüter wie Nahrungsmittel oder einfache Haushaltswaren zu ergattern?

Oder gleich Hardcore-Kommunismus wie in Nordkorea, mit Hungersnöten, Mangelwirtschaft und weit verbreiteter Unterernährung?

Der geniale Wirtschaftstheoretiker Pispers lässt mich staunend zurück, wenn er sich über unser Wirtschaftssystem in einer Weise lustig macht, die impliziert, dass es doch völlig offensichtlich wäre, was getan werden müsste, damit alles noch viel besser werden würde.

Und ich würde doch so gerne mitlachen, ich würde mich doch auch so gerne lustig machen über unser ach so schlechtes Wirtschaftssystem, aber ich kann nicht, weil mir einfach Pispers Genialität im volkswirtschaftlichen Bereich fehlt. Weil ich die offensichtlichen Fehler unseres marktwirtschaftlichen Systems und vor allem die simplen Lösungen, mit denen diese so einfach behoben werden könnten, einfach nicht sehen kann.

Ich bin scheinbar, so leid mir das tut, genauso dumm wie die führenden Politiker und Wirtschaftswissenschaftler der westlichen Industrienationen.

Wobei. Halt, stop. Dann ist Pispers eigentlich ein ziemlich schlechter Mensch, oder? Er hat alle diese Lösungen, aber er teilt sie uns nicht mit. Und das, obwohl es doch das Leben von vielen Millionen Menschen so viel besser machen würde. Das könnte man doch als ziemlich asozial bezeichnen, findest du nicht?

Wobei. Das würde voraussetzen, dass er diese Lösungen auch wirklich kennt. Dass diese Lösungen überhaupt wirklich existieren.

Aber das tun sie doch, oder? Und Pispers kennt diese Lösungen doch, oder?
 
Wir leben in einer Welt, die politisch und wirtschaftlich und sozialwissenschaftlich so komplex ist, dass sie kaum zu erfassen ist. Viele Medien versuchen Teilaspekte zu untersuchen, aber ein größeres Bild ist schwer darzustellen. Wird dennoch versucht die Zusammenhänge zu erörtern, landet der Beitrag schnell links oder rechts im Graben, denn er ist entweder selbst vom System gelenkt oder ein wirrer Verschwörungstheoretiker. Das sind immer harte Vorwürfe und machen jede Auseinandersetzung mit dem Thema zunichte. Schaut man sich z.B. die Quellen an, die CandleWaltz gepostet hat, um Pispers zu widerlegen, waren sechs von sieben (vielleicht auch fünf von sechs oder sieben von acht) Zeitungsartikel reine Angriffe auf die Person. Nur ein Artikel machte sich die Mühe und setzte sich mit seinen Aussagen auseinander. Daran hat man dann natürlich schon gemerkt, dass Pispers vereinfacht und es besteht auch kein Zweifel, dass Pispers undifferenziert ist und einen festen, linken Standpunkt hat. Es ist aber auch nicht verwerflich, dass er keinen wissenschaftlichen Beitrag liefert, sondern mal einen anderen Blickwinkel aufzeigt. Bei Urgs' gepostetem Video fand ich es z.B. sehr interessant, dass die Presse so wenigen Menschen gehört. Habe es dann gegooglet und es stimmt soweit. Viele unterschiedliche Zeitungen liegen in wenigen Händen. Friede Springer besitzt z.B. wirklich alleine über 50% des gesamten Springer-Verlages, der mit enormer Reichweite sicherlich meinungsbildend in Deutschland ist. Ist das ein Problem? Inwiefern wird die Meinungsvielfalt und Pressefreiheit geschützt, wenn die erfolgreichste Presse einer Person gehört? Die Alternativen gehören ja auch nur wenigen Menschen und große Verlage übernehmen immer wieder kleinere Zeitungen, so dass die Vielfalt bedroht wird. Da findet man bei der Recherche übrigens sehr interessante Ereignisse, z.B. bei der Berliner Zeitung, die von von Holtzbring (Tagesspiegel, Handelsblatt, 50% Die Zeit) aufgekauft werden sollte, aber das Kartellamt sich dazwischenschaltete. De facto bekam von Holztbring trotzdem die Verantwortung und letztendlich auch legal und offiziell die Zeitung. Aber gut, eigentlich hat mich jedenfalls nach dem Youtube-Video sofort interessiert, inwiefern das problematisch ist, wenn die Presselandschaft zu großen Teilen in wenigen Händen liegt. Und ja, es ist problematisch und ich bin mal so faul und zitiere Wikipedia zum sogenannten Tendenzschutz:

"Tendenzschutz bedeutet also konkret, dass der Verleger berechtigt ist, die politische Richtung der ihm gehörenden Medien zu bestimmen und seine Redakteure und freie Journalisten zu verpflichten, in einer bestimmten Art und einem bestimmten Stil Texte, Bilder und Filme in einer bestimmten politischen Sichtweise zu produzieren. Ein Recht von Redakteuren, journalistisch und inhaltlich vom Verleger unabhängig zu sein, besteht nicht. Diese so genannte innere Pressefreiheit wird trotzdem immer wieder von Journalisten gefordert. Eine Zeitung, die diese innere Pressefreiheit freiwillig gewährt, ist Die Zeit. Das Gleiche gilt für die öffentlich-rechtlichen Medienanstalten. Dort finden sich zu einem Thema häufig auch zwei Kommentare mit unterschiedlicher Ausrichtung."

Weiter aus dem Wikipedia-Artikel zur Medienmanipulation:

"Zu den Faktoren, die bei den Medienunternehmern zu einer manipulierten Darstellung führen können, zählen der Besitz der Nachrichtenquelle, die Auswahl der Mitarbeiter oder die Ausrichtung auf eine bestimmte Zielgruppe. Der Platz oder die Sendezeit für Berichte sowie die notwendigen Stichtage können zu unvollständigen bzw. tatsächlich oder scheinbar manipulierten Berichten führen."

Hm. Das darf (und muss) Zweifel hervorrufen und auch wenn Pispers hier ruhig hätte etwas tiefer in die Materie einsteigen können, macht er auf interessante Fakten aufmerksam, von denen auch intellektuelle Kreise nicht unbedingt etwas wussten. Es regt zur Diskussion und Auseinandersetzung an, ebenso wie die öffentlich-rechtliche heute-Show, die nicht weniger plump und undifferenziert ausfällt oder ein John Oliver, der auch tendentiell nach links manipuliert. Das ist okay. Ich denke, wir brauchen dieses große, öffentliche Sprachrohr für solche Meinungen, auch wenn nicht jedes Wort auf die Goldwaage gelegt werden kann. Da das trotzdem passiert, lernt man spätestens aus den Diskussionen doch ziemlich viel, wenn man sich dafür interessiert und nicht nur Stammtischparolen für den nächsten Kneipenabend sucht.
 
Politisches Kabarett sollte intellektuell anspruchsvoll sein, wenn es für gebildete und schlaue Menschen unterhaltsam sein soll, stimmt.
Dass wenigter intelligente und ungebildete Menschen es dann vielleicht nicht gleichermaßen genießen können, ist nur ein unglücklicher Nebeneffekt, sicher aber nicht das Ziel von intellektuell anspruchsvollem politischem Kabarett.

Aber die haben dafür ja Pispers und Mario Barth. :)

Wenn der Eine oder Andere jetzt denkt "Was für ein arroganter Arsch",
würde ich das verstehen. :ugly:
 
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