Hatte erst gelesen "They picked the person who is running germany" und mich kurz über die fehlende Polemik des Tweets gewundert.
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Hatte erst gelesen "They picked the person who is running germany" und mich kurz über die fehlende Polemik des Tweets gewundert.

Is sicherlich gut und sinnvoll. Aber die Schokolade, die dort von Sklaven verarbeitet wird, steckt halt auch in der teuren Markenware. Und die Erze, die sie dort aus aus übelsten Bedingungen aus der Erde popeln, die stecken auch in meinem iphone. Wenn du Sklaverei umgehen willst, kannst du eigentlich nur auf Fair Trade setzen.
Mir hat das wirklich wehgetan, als ich die Kinder da gesehen habe. Das könnten auch meine Kinder sein. Kinder sind eigentlich immer gleich, egal wo auf der Welt. Und das unsere Märkte ihnen so etwas antun, das ist wirklich die Krönung der Wertschöpfungskette. Das ist halt auch nicht ein Einzelphänomen in bestimmten Ecken, sondern findet überall auf der Welt statt.
http://www.3sat.de/mediathek/?mode=play&obj=26851
Da findet man zwar nicht die vorrausgehende Doku, die ich gesehen habe, sondern die Scobel-Diskussion dazu und ein ca 10minütige Zusammenfassung der globalen Sklavereierscheinungen.
Klar, komplett verzichten geht nicht. Grade was Elektronik und die darin verbauten seltenen Erden angeht. Man könnte natürlich auf diese Elektronik verzichten, aber irgendwo ist halt der eigene Lebensstandard zu wichtig.
Aber ich denke, als Mitglied der Wohlstandsgesellschaft kann man eben beim Einkauf einen Gedanken daran verschwenden, WIE man konsumiert. Wir kaufen jetzt auch nicht nur Fairtrade-Schoki (wenn ich Bock auf Prinzenrolle hab, komm ich nicht daran vorbei z.B.), aber wir essen eh nicht sonderlich viel davon, dann kann man sich halt auch mal ne Tafel für 4€ kaufen, die vom Kleinproduzenten kommt, der seine Rohstoffe zertifiziert einkauft.
Oder halt Bananen kaufen, die vom WWF zertifiziert sind, für deren Plantagen kein Urwald gerodet und der Lebensraum von Menschenaffen noch weiter verkleinert wurde.
Oder Tee von Kleinplantagen, auf dem keine Sklaven Blätter pflücken müssen.
Und nur weil ich nicht alles Leid verhindern kann bzw. immer wieder Produkte kaufe, durch die die Schwachen benachteiligt werden - sei es durch Faulheit beim Einkauf oder quasi-Unvermeidbarkeit - muss ich deswegen nicht auf alles scheißen.
Es sind halt auch die kleinen Dinge, die ne Menge bewegen würden, wenn sich der Großteil der Bevölkerung hierzulande ein Beispiel daran nehmen würde. Bei Rohstoffen aus Dritte-Welt-Ländern auf Fair Trade Label etc achten, Obst und Gemüse lokal kaufen, Milch von Unternehmen kaufen, die den Bauern einen Zuschlag zahlen, Fleisch vom lokalen Bauern kaufen, der seine Tiere nicht nur als Gewinnoptimierungspotenzial sieht etc.
Klar, dann kommt man nicht mehr mit nem vollen Einkaufswagen für 50€ aus dem Lidl raus, aber imo sollte es das jedem wert sein, der es sich irgendwie leisten kann. UNd das dürften weitaus mehr Menschen sein als es wirklich tun.
Hab das auch nicht als Vorwurf aufgenommen, wollte nur sagen, dass das Argument "2,3 Fair Trade Produkte ändern nix" imo nicht zieht, wenn das mehr Leute machen würden.
Und natürlich werden die Menschen in Syrien oder auch nur Osteuropa eher kein Kopf für solche Dinge haben. In unserer Gesellschaft gibt es aber deutlich mehr Menschen, die ihr Einkaufsverhalten anpassen könnten.
Habe die Doku leider nicht gesehen, aber ich hoffe nicht, dass das das Fazit daraus war. Jedenfalls glaube ich nicht an diesen Labelmist. Ich denke, dass einem nichts anderes übrig bleibt, als komplett auf diese Produkte zu verzichten oder sich kleinere Anbieter suchen (?), deren Philosophie darin besteht o. g. zu vermeiden etc. aber selbst dann.
Einkaufsverhalten verändern, gut und schön. Es kann aber nicht immer alles auf den Endverbraucher heruntergebrochen werden. Wenn riesige Konzerne, die sonst alles minutiös durchplanen und kalkulieren, solche Zustände billigend in Kauf nehmen, oder davor die Augen verschliessen, dann muss sowas nicht nur geächtet, sondern auch bestraft werden.
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