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Ein Schlag in's Gesicht der Angehörigen und der Bevölkerung, ist auch das immer noch anhaltende Vertuschungsgebahren der Geheimdienste, aber auch der politischen Institutionen. Von Merkels versprochener, lückenloser Aufklärung und der Bestrafung der Täter, sind wir nach wie vor weit entfernt.
 
Gestern auf 3sat ne Dokumentation über Sklaverei in der heutigen Zeit gesehen. Hab mich selten so mies nach ner Doku gefühlt. Das hat mich richtig wütend gemacht. Vor allem, weil das uns alle betrifft und Konzerne wie Nestlé das billigen. Zum anderen, weil sehr oft Kinder betroffen sind und die Preise für Sklaven - Überbevölkerung der Welt sei dank - extrem niedrig sind. Da wurde davon berichtet, dass in manchen Gegenden ein Kind, das sich bei der Arbeit den Arm bricht, einfach liegengelassen wird, weil ein Arzt mehr kostet, als die 50 Euro für ein neues Kind auf dem Sklavenmarkt. Auf den Kakaoplantagen in Westafrika zahlt man ca 220 Euro für ein Sklavenkind. Und das alles nur, damit wir unsere Schokolade möglichst billig bekommen. Oder für das neue Handy.
 
Jap, wenn man überlegt, wie der enorme Preisunterschied zwischen Discountermarken und hochwertigen, nachhaltigen Sorten zustande kommt (nicht nur auf Schokolade bezogen, aber da durch "Dritte-Welt-Produktion" halt besonders bedenklich), kommt man schon ins Grübeln.

Daher achten wir in letzter Zeit recht stark darauf, woher unsere Nahrungsmittel kommen und was der Hersteller dafür tut, nicht einfach nur Preisvorteile auf dem Rücken der Schwachen zu ergattern.
 
Is sicherlich gut und sinnvoll. Aber die Schokolade, die dort von Sklaven verarbeitet wird, steckt halt auch in der teuren Markenware. Und die Erze, die sie dort aus aus übelsten Bedingungen aus der Erde popeln, die stecken auch in meinem iphone. Wenn du Sklaverei umgehen willst, kannst du eigentlich nur auf Fair Trade setzen.
Mir hat das wirklich wehgetan, als ich die Kinder da gesehen habe. Das könnten auch meine Kinder sein. Kinder sind eigentlich immer gleich, egal wo auf der Welt. Und das unsere Märkte ihnen so etwas antun, das ist wirklich die Krönung der Wertschöpfungskette. Das ist halt auch nicht ein Einzelphänomen in bestimmten Ecken, sondern findet überall auf der Welt statt.

http://www.3sat.de/mediathek/?mode=play&obj=26851

Da findet man zwar nicht die vorrausgehende Doku, die ich gesehen habe, sondern die Scobel-Diskussion dazu und ein ca 10minütige Zusammenfassung der globalen Sklavereierscheinungen.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Is sicherlich gut und sinnvoll. Aber die Schokolade, die dort von Sklaven verarbeitet wird, steckt halt auch in der teuren Markenware. Und die Erze, die sie dort aus aus übelsten Bedingungen aus der Erde popeln, die stecken auch in meinem iphone. Wenn du Sklaverei umgehen willst, kannst du eigentlich nur auf Fair Trade setzen.
Mir hat das wirklich wehgetan, als ich die Kinder da gesehen habe. Das könnten auch meine Kinder sein. Kinder sind eigentlich immer gleich, egal wo auf der Welt. Und das unsere Märkte ihnen so etwas antun, das ist wirklich die Krönung der Wertschöpfungskette. Das ist halt auch nicht ein Einzelphänomen in bestimmten Ecken, sondern findet überall auf der Welt statt.

http://www.3sat.de/mediathek/?mode=play&obj=26851

Da findet man zwar nicht die vorrausgehende Doku, die ich gesehen habe, sondern die Scobel-Diskussion dazu und ein ca 10minütige Zusammenfassung der globalen Sklavereierscheinungen.

Habe die Doku leider nicht gesehen, aber ich hoffe nicht, dass das das Fazit daraus war. Jedenfalls glaube ich nicht an diesen Labelmist. Ich denke, dass einem nichts anderes übrig bleibt, als komplett auf diese Produkte zu verzichten oder sich kleinere Anbieter suchen (?), deren Philosophie darin besteht o. g. zu vermeiden etc. aber selbst dann.
 
Verzicht ist halt kaum möglich.

Jeder TV, jedes Smartphone, im Prinzip jedes elektronische Gerät beinhaltet diese Erze und seltenen Erden.

Da kann man Verzicht üben, ja. Aber wer in der westlichen Welt will auf alles verzichten?

Genau wie beim Essen. Wir alle haben unsere Gewohnheiten und Geschmäcker.

Am Ende des Tages wird einem der eigene Arsch immer näher sein als der eines Kindes irgendwo im Nirgendwo. Zwei, drei Fair Trade-Artikel werden daran auch nichts ändern.

Aber das ist ja generell so. Wir wissen von so vielen Mißständen auf der Welt, kritisieren sie teilweise auch, aber es verändert unser Leben nicht.
 
Klar, komplett verzichten geht nicht. Grade was Elektronik und die darin verbauten seltenen Erden angeht. Man könnte natürlich auf diese Elektronik verzichten, aber irgendwo ist halt der eigene Lebensstandard zu wichtig.
Aber ich denke, als Mitglied der Wohlstandsgesellschaft kann man eben beim Einkauf einen Gedanken daran verschwenden, WIE man konsumiert. Wir kaufen jetzt auch nicht nur Fairtrade-Schoki (wenn ich Bock auf Prinzenrolle hab, komm ich nicht daran vorbei z.B.), aber wir essen eh nicht sonderlich viel davon, dann kann man sich halt auch mal ne Tafel für 4€ kaufen, die vom Kleinproduzenten kommt, der seine Rohstoffe zertifiziert einkauft.
Oder halt Bananen kaufen, die vom WWF zertifiziert sind, für deren Plantagen kein Urwald gerodet und der Lebensraum von Menschenaffen noch weiter verkleinert wurde.
Oder Tee von Kleinplantagen, auf dem keine Sklaven Blätter pflücken müssen.

Und nur weil ich nicht alles Leid verhindern kann bzw. immer wieder Produkte kaufe, durch die die Schwachen benachteiligt werden - sei es durch Faulheit beim Einkauf oder quasi-Unvermeidbarkeit - muss ich deswegen nicht auf alles scheißen.

Es sind halt auch die kleinen Dinge, die ne Menge bewegen würden, wenn sich der Großteil der Bevölkerung hierzulande ein Beispiel daran nehmen würde. Bei Rohstoffen aus Dritte-Welt-Ländern auf Fair Trade Label etc achten, Obst und Gemüse lokal kaufen, Milch von Unternehmen kaufen, die den Bauern einen Zuschlag zahlen, Fleisch vom lokalen Bauern kaufen, der seine Tiere nicht nur als Gewinnoptimierungspotenzial sieht etc.
Klar, dann kommt man nicht mehr mit nem vollen Einkaufswagen für 50€ aus dem Lidl raus, aber imo sollte es das jedem wert sein, der es sich irgendwie leisten kann. UNd das dürften weitaus mehr Menschen sein als es wirklich tun.
 
Das war jetzt kein Vorwurf an dich.

Beim Beispiel Schokolade fängt es bei mir aber schon an. Ich habe Fair Trade-Schokoladen probiert und sie schmecken mir einfach nicht so gut wie z.B. Milka. Was also tun?

Ein weiterer Grund dürfte sein, dass sich das von dir angesprochene Kaufverhalten ganz, ganz viele Menschen schlicht nicht leisten können. Hier in DE vielleicht noch ein paar mehr, aber in den eh schon krisengeschüttelten Ländern dürfte das sehr schwer werden.

Ich selbst achte da ja auch halbwegs darauf. Obst, Gemüse und Fleisch wird lokal gekauft.

Wenn man das wirklich alles mal nachhaltig verändern wollte, müssten gesetzliche Regelungen her, EU-weit sollte das nichtmals ein Problem sein. Aber da dürften viele Grossunternehmen etwas dagegen haben und daran wird es auch scheitern.
 
Hab das auch nicht als Vorwurf aufgenommen, wollte nur sagen, dass das Argument "2,3 Fair Trade Produkte ändern nix" imo nicht zieht, wenn das mehr Leute machen würden.
Und natürlich werden die Menschen in Syrien oder auch nur Osteuropa eher kein Kopf für solche Dinge haben. In unserer Gesellschaft gibt es aber deutlich mehr Menschen, die ihr Einkaufsverhalten anpassen könnten. Viele davon absolut ohne Auswirkungen auf ihr Leben. Und selbst WENN das heißen würde, dass man evtl. mal ne Packung Kippen weniger kaufen kann oder den 55"-Flatscreen hintenanstellen muss, das sollte es einem imo wert sein.

Bzgl Geschmack: Bei mir genau andersrum. Seit ich ab und an Schokoladen aus Manufakturen esse, hab ich eigentlich kaum mehr Bock auf Milka :D
Bin aber eh eher der Typ für hohen Kakaoanteil (70%+) und weniger diese milchige Milka-Dinger :D
 
Klar, komplett verzichten geht nicht. Grade was Elektronik und die darin verbauten seltenen Erden angeht. Man könnte natürlich auf diese Elektronik verzichten, aber irgendwo ist halt der eigene Lebensstandard zu wichtig.
Aber ich denke, als Mitglied der Wohlstandsgesellschaft kann man eben beim Einkauf einen Gedanken daran verschwenden, WIE man konsumiert. Wir kaufen jetzt auch nicht nur Fairtrade-Schoki (wenn ich Bock auf Prinzenrolle hab, komm ich nicht daran vorbei z.B.), aber wir essen eh nicht sonderlich viel davon, dann kann man sich halt auch mal ne Tafel für 4€ kaufen, die vom Kleinproduzenten kommt, der seine Rohstoffe zertifiziert einkauft.
Oder halt Bananen kaufen, die vom WWF zertifiziert sind, für deren Plantagen kein Urwald gerodet und der Lebensraum von Menschenaffen noch weiter verkleinert wurde.
Oder Tee von Kleinplantagen, auf dem keine Sklaven Blätter pflücken müssen.

Und nur weil ich nicht alles Leid verhindern kann bzw. immer wieder Produkte kaufe, durch die die Schwachen benachteiligt werden - sei es durch Faulheit beim Einkauf oder quasi-Unvermeidbarkeit - muss ich deswegen nicht auf alles scheißen.

Es sind halt auch die kleinen Dinge, die ne Menge bewegen würden, wenn sich der Großteil der Bevölkerung hierzulande ein Beispiel daran nehmen würde. Bei Rohstoffen aus Dritte-Welt-Ländern auf Fair Trade Label etc achten, Obst und Gemüse lokal kaufen, Milch von Unternehmen kaufen, die den Bauern einen Zuschlag zahlen, Fleisch vom lokalen Bauern kaufen, der seine Tiere nicht nur als Gewinnoptimierungspotenzial sieht etc.
Klar, dann kommt man nicht mehr mit nem vollen Einkaufswagen für 50€ aus dem Lidl raus, aber imo sollte es das jedem wert sein, der es sich irgendwie leisten kann. UNd das dürften weitaus mehr Menschen sein als es wirklich tun.

Bin da voll bei dir und soweit ich meine Frau einschätzen kann, würd auch @Frequenzberaterin das voll unterschreiben. Es würde uns selbst finanziell nicht wirklich tangieren aber es ist einfach die fucking Gewohn- und Bequemheit die uns unser Einkaufsverhalten nicht ändern lässt.
 
Ich habe neulich eine ähnliche Diskussion im privaten Umfeld geführt.
Natürlich ist es tragisch, dass überall auf der Welt ausgebeutet wird was das Zeug hält. Aber ich glaube daran wird ein Fair Trade Label und bewusstes einkaufen von weniger als 1% der Bevölkerung nichts ändern. Selbst wenn vereinzelt Menschen wie ihr hier auf sowas achtet, so seid ihr doch insgesamt eine verschwindend geringe Minderheit. Und ich glaube ein Großteil der Bevölkerung kann es sich tatsächlich nicht leisten. Hier in diesem Forum scheinen eher wirtschaftlich gut aufgestellte Leute unterwegs zu sein, aber wenn ich mich so in meinem normalen Alltag umsehe, da kenne ich keinen einzigen Akademiker oder gar so gut verdienende Leute, die beim Einkauf nicht jeden Euro zweimal umdrehen müssen. Da muss erstmal an ganz anderen Problemen gearbeitet werden, denn selbst der Mindestlohn ist in vielen Belangen nur ein schlechter Scherz oder wird geschickt umgangen, und die meisten Menschen in meinem Umfeld müssen trotz Vollzeit-Arbeit in 12 Stunden Schichten mit Hartz IV aufstocken. Erzähle denen mal was von Fair Trade ;)
Trotzdem verstehe ich es natürlich, wenn jemand die Möglichkeit hat beim Einkauf darauf zu achten. Kann man ja gerne machen, wenn es einen ruhiger schlafen lässt, bitte ;)
 
Hab das auch nicht als Vorwurf aufgenommen, wollte nur sagen, dass das Argument "2,3 Fair Trade Produkte ändern nix" imo nicht zieht, wenn das mehr Leute machen würden.
Und natürlich werden die Menschen in Syrien oder auch nur Osteuropa eher kein Kopf für solche Dinge haben. In unserer Gesellschaft gibt es aber deutlich mehr Menschen, die ihr Einkaufsverhalten anpassen könnten.

Ich würde nicht so weit gehen und nach Syrien oder Osteuropa zu schauen. Frag mal die Menschen in Griechenland, Italien, Portugal, Spanien... da, wo die Menschen eh kaum Geld haben, werden sie kaum teurere Produkte kaufen können.

Ich bin davon abgesehen voll deiner Meinung, habe ja auch mein Kaufverhalten dahingehend verändert (wenn auch nicht konsequent, gebe ich zu). Aber um da wirklich etwas verändern zu können, nachhaltig, muss die Politik eingreifen. Das tut sie aber nur selten, denn Nestlé scheint mehr Macht zu haben als ganze Länder...
 
Einkaufsverhalten verändern, gut und schön. Es kann aber nicht immer alles auf den Endverbraucher heruntergebrochen werden. Wenn riesige Konzerne, die sonst alles minutiös durchplanen und kalkulieren, solche Zustände billigend in Kauf nehmen, oder davor die Augen verschliessen, dann muss sowas nicht nur geächtet, sondern auch bestraft werden. Oder, wie es in der Doku auch gezeigt wurde, dass Reporter, die darüber berichten, plötzlich keine Einreiseerlaubnis mehr bekommen.
Das muss man sich mal vorstellen, wir haben heute mehr Sklaverei als jemals zuvor in der Menschheitsgeschichte. Und wie dort so anschaulich erklärt wurde: im 19. Jahrhundert war die Anschaffung eines Sklaven eine große Investition, so wie heute in einen Traktor, oder so. Heute sind das billige Wegwerfmenschen! KINDER vor allem. Da kann einem von dem ganzen sinnlosen Zeug um uns herum echt schlecht werden.
 
Habe die Doku leider nicht gesehen, aber ich hoffe nicht, dass das das Fazit daraus war. Jedenfalls glaube ich nicht an diesen Labelmist. Ich denke, dass einem nichts anderes übrig bleibt, als komplett auf diese Produkte zu verzichten oder sich kleinere Anbieter suchen (?), deren Philosophie darin besteht o. g. zu vermeiden etc. aber selbst dann.

Nee, das wurde da zwar auch mal erwähnt, aber da war sicherlich nicht die Kernaussage. Letztlich kannst du aber nur dadurch sichergehen, dass da garantiert keinen Sklavenhandel mit subventioniert wurde. Den Leuten geht's vielleicht dadurch auch nicht bestens, aber sie werden wenigstens verhältnismässig gut davon bezahlt.
 
Einkaufsverhalten verändern, gut und schön. Es kann aber nicht immer alles auf den Endverbraucher heruntergebrochen werden. Wenn riesige Konzerne, die sonst alles minutiös durchplanen und kalkulieren, solche Zustände billigend in Kauf nehmen, oder davor die Augen verschliessen, dann muss sowas nicht nur geächtet, sondern auch bestraft werden.

Ich will nicht unken, aber diese Umstände dürften in der Vollkostenrechnung explizit mit einberechnet sein. Absichtlich. Je weniger Lohn, desto mehr Profit. Und so lange es genügend neue "Arbeiter" zu diesen Konditionen gibt, wird sich das auch nicht ändern.
 
Das heißt, da stopfen sich Aktionäre ihre ohnehin schon vollen Taschen mit dem vorenthaltenen Lohn der Sklaven voll?
 
Für ein Sklavenkind bezahlt Nestlé* (bzw., Nestlé ordert in Westafrika ja sicher nur über externe Firmen Arbeitskräfte... man will sich die Finger ja nicht schmutzig machen...) sicher viel weniger als für einen fair bezahlten Arbeitnehmer. Also steigt automatisch die Gewinnmarge pro verkauftem Produkt im Vergleich. Und höhere Gewinne mögen die Aktionäre, noch viel lieber als ein Lob irgendwelcher Menschenrechtsorganisationen.

So lange der Name nicht massiv öffentlich in den Dreck gezogen wird und die Konsumenten nicht boykottieren, wird sich das auch nicht ändern. Warum auch?

Das Schlimme ist: Nestlé* macht das seit Jahren. Und die Politik weltweit weiss es.

*ersetzbar durch beliebige Unternehmen
 
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