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Alter, wie hart mir diese Griechenland-Verhandlungen mittlerweile auf den Sack gehen. Seit einem halben Jahr wollen die einem jetzt erzählen, dass jeder Tag zählt, dass Griechenland nächste Woche pleite ist und das die Verhandlungen dennoch in "produktiver Atmosphäre" ablaufen. Dass die sich nicht langsam selbst bescheuert vorkommen. Wenn sie wollen, dass die Leute den letzten Rest Interesse an Europa und Politik im Allgemeinen verlieren, dann müssen sie nur so weitermachen.
 
In meinen Augen ist das mittlerweile Insolvenzverschleppung, was die EU da im ganz Großen Stil betreibt. Und am schlimmsten trifft es die Griechen, die jetzt schon seit vielen Jahren leiden.

Ich bin auch ganz ehrlich: Ich bin der letzte, der die Rückkehr der DM beschreit, aber ich habe das Vertrauen in den Euro im Laufe des letzten Jahres komplett verloren.
 
In meinen Augen ist das mittlerweile Insolvenzverschleppung, was die EU da im ganz Großen Stil betreibt. Und am schlimmsten trifft es die Griechen, die jetzt schon seit vielen Jahren leiden.

Ich bin auch ganz ehrlich: Ich bin der letzte, der die Rückkehr der DM beschreit, aber ich habe das Vertrauen in den Euro im Laufe des letzten Jahres komplett verloren.

Warum?
 
Warum hast du das Vertrauen in den Euro verloren?

Das kann ich gar nicht genau an irgendetwas festmachen. Ich bin jedenfalls kein Verschwörungstheoretiker und keiner, der das Ende der Welt an die Wand malt. Ich blicke bei den Finanzmärkten und der Situation Europas aber auch gar nicht durch. Ich skandiere daher auch nicht, der Euro geht morgen unter. Ich weiß es nämlich einfach nicht. Allerdings haben wir derzeit eine Krise, die schon gefühlte Ewigkeiten anhält, ohne das Lösungen in Sicht sind. Das stimmt mich einfach nachdenklich.

Wir glauben ja gerne, wir leben in Zeiten ewiger Glückseligkeit, da wir weder Kriege noch wirkliche Krisen kennen. Den Deutschen geht es seit 60 Jahren sehr gut. Eine so lange Periode des Wohlstandes befördert natürlich die Denke, dass es nun ewig so weitergehen muss (siehe z.B. @Cale letzten Post weiter oben). Ich hoffe, dass es so kommt. Ich glaube auch, die Chancen dafür stehen ... okay, 50-50. Auf der anderen Seite führen uns Putin und die Nato derzeit gekonnt vor Augen, dass sich die Menschheit seit Beginn des 20. Jahrhunderts in ihrer Denke kaum weiterentwickelt hat, obwohl wir uns doch alle für so schlau halten.

Ich habe jedenfalls zum ersten Mal in meinem Leben das Vertrauen in die Währung verloren, die ich tagtäglich benutze. Damit meine ich nicht, dass ich glaube, der Euro wird einbrechen. Ich bin nur nicht mehr so felsenfest davon überzeugt, dass sein Fortbestand quasi in Stein gemeißelt ist. Ist schwer zu erklären und ich weiß nicht, ob du verstehst, was ich dir sagen will. Ich schaue mir meine Konten an, sehe mein mühsam erspartes Geld und denke dabei jedes Mal, dass es einfach nicht sicher ist. Ein Knall, eine wirtschaftliche Hiobsbotschaft, ein Umsturz über Nacht in einem kleinen Land, ein Attentat oder sonst was und alles kann den Bach runtergehen, wie die Geschichte schon oft genug bewiesen hat. Puff, und die Banken sind zu, siehe Zypern. Dann ist es plötzlich egal, dass ich xxxxx€ auf meinen Konten habe, denn ich komme nicht dran. Dann ist es auch egal, dass mal irgendwann ein deutscher Politiker gesagt hat, unsere Spareinlagen seien sicher.

Ich habe in diesem Jahr viel Geld und Zeit in die Hand genommen, um Teile meines Vermögens aus der Eurozone zu schaffen. Ich mache das nicht aus Spaß, sondern weil ich im Fall der Fälle, der hoffentlich niemals eintritt, einfach breit aufgestellt sein möchte. Ich habe immerhin Familie, eine kleine Tochter. Da will ich mir Blauäugigkeit nicht leisten. Und wenn ich mit meinen Befürchtungen Unrecht habe, umso besser, denn ich liebe dieses Land und hoffe, dass noch die Kinder meiner Tochter hier in Wohlstand und Glück aufwachsen werden können.
 
@Tom Zola Ich finde deine Befürchtungen ja vom Grundsatz verständlich, nur so richtig sehe ich die Verbindung zum Euro nicht.
Putin/Ukraine ist ein riesen Problem, aber der Euro hat damit überhaupt nichts zu tun.
Wenn du insgesamt die Befürchtung hast, dass es irgend einen großen Crash gibt und einfach "Geld" an sich nichts mehr wert ist, dann bringt es ja auch nix stattdessen in Dollar, Franken oder Baht zu gehen. Das ist alles das gleiche Fiatgeld (nur mit dem Unterschied, dass du es als Deutscher da noch viel schwerer hättest, im Fall der Fälle an dein Geld zu kommen).

Unabhängig davon ist diversifizieren ja auch absolut richtig. Keiner sagt, dass du dein ganzes Vermögen in deutsches Bargeld(/auf Konten), deutsche Aktien, deutsche Immobilien etc. anlegen sollst.

P.S. Ich finde allerdings auch, dass die letzten ~10 Jahre schon gezeigt haben, dass zumindest Deutschland nicht ganz so einfach klein zu kriegen ist. Es gab in der Finanzkrise ja nun wirklich jede Menge recht ungünstige Entwicklungen, mehrere Mitgliedsstaaten der Eurozone waren zwischenzeitlich nah daran, sich nicht mehr refinanzieren zu können, die ganzen Probleme mit den Banken etc. - das hat aber alles nichts daran geändert, dass die Anleger dem deutschen Staat weiterhin (bzw. dann erst recht) Geld zu Mini-Zinsen hinterhergeworfen haben.
 
Die Ost/West-Krise hat nicht wirklich was mit dem Euro zu tun, das stimmt. Aber sie hat mir die Augen geöffnet, dass wir eben doch noch in derselben Welt leben, die schon Weltkriege und Völkermorde hervorgebracht hat. Unsere gefühlte Sicherheit ist daher eben wirklich nur gefühlt. Diese Blase kann täglich platzen. In Bezug auf den Frieden. In Bezug auf unseren Wohlstand. In Bezug auf den Euro. Wie gesagt, die Krise mit Putin war da nur der Augenöffner.

Und klar, am Ende ist alles nur Spielgeld. Ich fühle mich aber wohler, wenn ich neben dem Euro noch Werte in einer Währung habe, die ihre Heimat nicht auf europäischem Boden hat. Wenn eine untergeht, habe ich immer noch die andere in der Hinterhand. Wenn alles untergeht ... joa, dann gute Nacht.
 
Auch Gold hilft Dir dann nicht, das kannst Du auch nicht Essen. Wenn hier die große Apokalypse auf uns zukommt, weil einer auf den Knopf gedrückt hat, habe alle keine Probleme mehr (und wünschten uns, wir hätten welche) :kaffee:
 
Ich nicht, soviel ist sicher :D

Zum Glück glaube ich weder an die Apokalypse, noch an den Kollaps des Euro. Ich habe neulich eine Doku gesehen, über Leute die ihr Geld mit den Preppern verdienen, saßen in der Schweiz. Haben dieses ganze gefriergetrocknete Zeug verkauft, Wasserfilter, Esbitkocher und den ganzen Kram. Für ein Heidengeld, angeheizt von den ganzen Angstmachern und ihren Weltuntergangsseminaren und - büchern. Und was für dämliche Theorien und Behauptungen dabei waren. Wenn ich skrupelloser wäre, könnte ich mit sowas unglaublich viel Kohle machen :nein:
 
Zu dem Thema würde ich euch gerne die Tatortreiniger Folge "Damit muss man rechnen" empfehlen. Die dreht sich um genau diese Art von Mensch und ich finds sehr unterhaltsam umgesetzt :)
 
Ich kenne Prepper nur aus ZombiU :D

Aber ich bau auch keinen Bunker in meinem Garten und horte keine Nahrung. Ich hab einfach nur ein bisschen Geld aus der Eurozone geschafft.
 
Ich hoffe, die Gegend ist stabiler als der Euro. Wenn man sich Yen und Dollar so ansieht, steht es um die nicht notwendigerweise besser. Aber wenn ein gutes Gefühl bei rumkommt, ist es ja schon mal ein Gewinn :)
 
Ich habe mich für den kanadischen Dollar entschieden. Wie gesagt, es ist nur ein Gefühl, und bei der Währung fühle ich mich wohl.

Wahrscheinlich aber konnte ich tausend Bücher Fachliteratur zu dem Thema wälzen und wäre danach immer noch nicht schlauer. Wenn selbst die Experten sich nicht einig sind, was in diesem oder jenem Fall geschieht, wie soll ich als Laie da durchblicken? Am Ende des Tages bleibt mir nichts anderes übrig, als auf mein Bauchgefühl zu hören.
 
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