Warum hast du das Vertrauen in den Euro verloren?
Das kann ich gar nicht genau an irgendetwas festmachen. Ich bin jedenfalls kein Verschwörungstheoretiker und keiner, der das Ende der Welt an die Wand malt. Ich blicke bei den Finanzmärkten und der Situation Europas aber auch gar nicht durch. Ich skandiere daher auch nicht, der Euro geht morgen unter. Ich weiß es nämlich einfach nicht. Allerdings haben wir derzeit eine Krise, die schon gefühlte Ewigkeiten anhält, ohne das Lösungen in Sicht sind. Das stimmt mich einfach nachdenklich.
Wir glauben ja gerne, wir leben in Zeiten ewiger Glückseligkeit, da wir weder Kriege noch wirkliche Krisen kennen. Den Deutschen geht es seit 60 Jahren sehr gut. Eine so lange Periode des Wohlstandes befördert natürlich die Denke, dass es nun ewig so weitergehen muss (siehe z.B.
@Cale letzten Post weiter oben). Ich hoffe, dass es so kommt. Ich glaube auch, die Chancen dafür stehen ... okay, 50-50. Auf der anderen Seite führen uns Putin und die Nato derzeit gekonnt vor Augen, dass sich die Menschheit seit Beginn des 20. Jahrhunderts in ihrer Denke kaum weiterentwickelt hat, obwohl wir uns doch alle für so schlau halten.
Ich habe jedenfalls zum ersten Mal in meinem Leben das Vertrauen in die Währung verloren, die ich tagtäglich benutze. Damit meine ich nicht, dass ich glaube, der Euro wird einbrechen. Ich bin nur nicht mehr so felsenfest davon überzeugt, dass sein Fortbestand quasi in Stein gemeißelt ist. Ist schwer zu erklären und ich weiß nicht, ob du verstehst, was ich dir sagen will. Ich schaue mir meine Konten an, sehe mein mühsam erspartes Geld und denke dabei jedes Mal, dass es einfach nicht sicher ist. Ein Knall, eine wirtschaftliche Hiobsbotschaft, ein Umsturz über Nacht in einem kleinen Land, ein Attentat oder sonst was und alles kann den Bach runtergehen, wie die Geschichte schon oft genug bewiesen hat. Puff, und die Banken sind zu, siehe Zypern. Dann ist es plötzlich egal, dass ich xxxxx€ auf meinen Konten habe, denn ich komme nicht dran. Dann ist es auch egal, dass mal irgendwann ein deutscher Politiker gesagt hat, unsere Spareinlagen seien sicher.
Ich habe in diesem Jahr viel Geld und Zeit in die Hand genommen, um Teile meines Vermögens aus der Eurozone zu schaffen. Ich mache das nicht aus Spaß, sondern weil ich im Fall der Fälle, der hoffentlich niemals eintritt, einfach breit aufgestellt sein möchte. Ich habe immerhin Familie, eine kleine Tochter. Da will ich mir Blauäugigkeit nicht leisten. Und wenn ich mit meinen Befürchtungen Unrecht habe, umso besser, denn ich liebe dieses Land und hoffe, dass noch die Kinder meiner Tochter hier in Wohlstand und Glück aufwachsen werden können.