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Der Irak ist ein anderer Fall, den habe ich oben auch nicht erwähnt. Da sind ja die Schwachköpfe Bush/Rumsfeld mit ihrer Koalition der Idioten eingefallen. In Libyen oder Ägypten aber hätten wir heute die gleiche Situation, wie jetzt in Syrien. Und vielleicht etwas später wie im Irak, die IS will ja auch noch weiter nach Westen. Warum man in Syrien eingreifen sollte und es in Libyen ein Fehler war, mußt Du mir mal erklären.
 
Warum man in Syrien nicht eingreift wenn man in Libyen eingegriffen hat, darfst du mir jetzt erklären :D
Ich glaub du warst doch gegen einen Syrien Einsatz? :)

Aber gut, hat ja auch alles jetzt nix mit dem Thema zu tun? Ich glaub jeder ist hier, aus gutem Grund, für einen Einsatz gegen IS.
 
Vielleicht funktionieren diese muslimischen Gesellschaften auch nur halbwegs unter einem Despoten. Eine Demokratie nach unseren Vorstellungen scheint jedenfalls aktuell nicht zu funktionieren. Selbst in der Türkei ist es ja mittlerweile so. Auf die aktuelle Situation im Irak und Syrien bezogen ist Erdogan ohnehin der größte Kriegstreiber der Region. Der hat die ganzen Irren ja erst bewusst durch sein Staatsgebiet passieren lassen und die Kämpfer haben die Türkei bis vor kurzem sogar noch als Erholungsort genutzt und ihre Verletzten dort behandeln lassen.
 
Warum man in Syrien nicht eingreift wenn man in Libyen eingegriffen hat, darfst du mir jetzt erklären :D
Ich glaub du warst doch gegen einen Syrien Einsatz? :)

Nein, ich wäre auch für einen Einsatz in Syrien gewesen, wenn es dafür realpolitisch eine Chance gegeben hätte. Aber Du weichst aus, willst Du es nicht erklären?

Vielleicht funktionieren diese muslimischen Gesellschaften auch nur halbwegs unter einem Despoten.

Unsinn, der Iran hatte schon in den 50er Jahren eine funktionierende Demokratie, bevor die USA und Großbritannien der Ansicht waren, daß es unter einem Potentaten "stabiler" als unter einem demokratischen, aber eher links stehenden Premier wäre. Die Folge war der Schah, die arabische Revolution, Khomeni, usw.. Die Vorstellung, daß Muslime nicht demokratisch sein können, ist rassistischer Scheißdreck, sorry.
 
Jede Gesellschaft, die der Religion massiven Einfluss auf das weltliche Leben gibt, kann nicht wirklich demokratisch sein. Und sie waren seitdem auch nicht mehr in der Lage, das Gegenteil zu beweisen. In Afghanistan sah es auch mal ganz anders aus, aber Vergangenheit ist Vergangenheit und jetzt ist jetzt.
 
Zumindest die geistige Gesundheit kann man ihnen teilweise absprechen :D. Wären die Erzkatholiken in Polen oder der Bible Belt in den USA gesamtgesellschaftlich so stark vertreten wie die Erzkonservativen bei den Muslimen, würde es in demokratischer Hinsicht dort auch anders aussehen... Die profitieren immer noch von ihren pluralistischen Gesellschaften, genauso wie wir.

Und Irland hat sich damals ja ebenfalls an den Rand des Chaos und Bürgerkrieges gebracht. So wie jetzt Schiiten und Sunniten im gesamten Nahen Osten. Wenn religiöse Spinner das Sagen haben, ist es vorbei mit einer ehemals funktionierenden Gesellschaft.
 
Zuletzt bearbeitet:
Auch wenn Dietz schon öfter mal relativ wirres Zeug geschrieben hat oder über das Ziel hinausgeschossen ist (z. B. Kracht-Debatte) so kann ich diesem Artikel hier dennoch nur zustimmen!

http://www.spiegel.de/kultur/gesell...mitismus-kolumne-von-georg-diez-a-985145.html

Auszug:
Bequem Angriffe verurteilen

Dieser Krieg ist auch dazu da, sich im eigenen Pazifismus zu gefallen, der verdrängt, dass die Freiheit des heutigen Deutschlands erst durch einen Krieg ermöglicht wurde.

Da kann man dann als deutscher "Kulturschaffender" bequem offene Briefe schreiben und einen "Angriff" verurteilen, der eigentlich konkret eine Reaktion ist. Man kann "die gezielte Bombardierung von Krankenhäusern, Krankenwagen, Spielplätzen" kritisieren, ohne zu erwähnen, dass die Hamas ihre Waffen in Wohnvierteln versteckt, und man kann von "schwersten Kriegsverbrechen" sprechen, weil "Kriegsverbrechen" nicht reicht und diese Steigerung einem selbst noch mal zusätzliche Bestätigung gibt über die eigene Empörung.

Man kann Gaza auch zum "größten Freiluftgefängnis der Welt" erklären und verschweigen, dass die Blockade dort nicht nur von Israel betrieben wird, sondern auch von Ägypten, aber das würde die Sache nur komplizierter machen und der Wut ihre strenge Kälte nehmen.

Und man kann feststellen, dass der "Schutz der PalästinenserInnen vor massiven bewaffneten Angriffen" nicht weniger wichtig sei als der "Schutz der israelischen Zivilbevölkerung", als ob die Sache dadurch besser wäre, wenn genauso viele Israelis tot wären wie Palästinenser.

Knapp 4000 Raketen hat Israel laut "New York Times" nach Gaza gefeuert, knapp 3000 Raketen wurden aus Gaza nach Israel geschossen - und sie fliegen auch jetzt wieder, weil die Hamas kein Interesse an einer Waffenruhe hat, weil sie den Krieg braucht, um Unterstützung zu mobilisieren. Weil sie weiß, dass Israel vielleicht den Kampf gewinnt, nicht aber den Krieg der Weltmeinung, und weil Hamas Verhandlungen laut Charta eh als "Zeitverschwendung" sieht: "Sogenannte Friedenslösungen" stünden "im Widerspruch zu den Prinzipien der islamischen Widerstandsbewegung".
 
Auch wenn Dietz schon öfter mal relativ wirres Zeug geschrieben hat oder über das Ziel hinausgeschossen ist (z. B. Kracht-Debatte) so kann ich diesem Beitrag zum Gazakonflikt dennoch nur zustimmen!

http://www.spiegel.de/kultur/gesell...mitismus-kolumne-von-georg-diez-a-985145.html

Auszug:
Bequem Angriffe verurteilen

Dieser Krieg ist auch dazu da, sich im eigenen Pazifismus zu gefallen, der verdrängt, dass die Freiheit des heutigen Deutschlands erst durch einen Krieg ermöglicht wurde.

Da kann man dann als deutscher "Kulturschaffender" bequem offene Briefe schreiben und einen "Angriff" verurteilen, der eigentlich konkret eine Reaktion ist. Man kann "die gezielte Bombardierung von Krankenhäusern, Krankenwagen, Spielplätzen" kritisieren, ohne zu erwähnen, dass die Hamas ihre Waffen in Wohnvierteln versteckt, und man kann von "schwersten Kriegsverbrechen" sprechen, weil "Kriegsverbrechen" nicht reicht und diese Steigerung einem selbst noch mal zusätzliche Bestätigung gibt über die eigene Empörung.

Man kann Gaza auch zum "größten Freiluftgefängnis der Welt" erklären und verschweigen, dass die Blockade dort nicht nur von Israel betrieben wird, sondern auch von Ägypten, aber das würde die Sache nur komplizierter machen und der Wut ihre strenge Kälte nehmen.

Und man kann feststellen, dass der "Schutz der PalästinenserInnen vor massiven bewaffneten Angriffen" nicht weniger wichtig sei als der "Schutz der israelischen Zivilbevölkerung", als ob die Sache dadurch besser wäre, wenn genauso viele Israelis tot wären wie Palästinenser.

Knapp 4000 Raketen hat Israel laut "New York Times" nach Gaza gefeuert, knapp 3000 Raketen wurden aus Gaza nach Israel geschossen - und sie fliegen auch jetzt wieder, weil die Hamas kein Interesse an einer Waffenruhe hat, weil sie den Krieg braucht, um Unterstützung zu mobilisieren. Weil sie weiß, dass Israel vielleicht den Kampf gewinnt, nicht aber den Krieg der Weltmeinung, und weil Hamas Verhandlungen laut Charta eh als "Zeitverschwendung" sieht: "Sogenannte Friedenslösungen" stünden "im Widerspruch zu den Prinzipien der islamischen Widerstandsbewegung".
 
Der aktuelle Anlass des Gaza Krieges und das ganze Ausmaß an Leid und Trauer ist der wichtigste Kernpunkt dieses Konfliktes. Ich bin kein Befürworter der israelischen Regierung, genauso wenig kann ich es gutheißen, was die "Schwachköpfe" von Hamas anstellen, aber in diesem Konflikt wird es wahrscheinlich nie zu einer sorgenfreien Lösung für beide Parteien kommen.
Zum einen trägt Israel einiges an Schuld in diesem Konflikt, aber auch Palästina hat Dreck am Stecken.

Ich kann bis heute nicht verstehen, wie Israel sich im Jahre 1948 mir nichts, dir nichts, dass Recht genommen hat und auf Arabischem Boden einen Staat "Israel" gegründet hat, ohne jegliche Erlaubnis oder Zustimmung. Sozusagen wurden die Araber einfach überrannt und ihres Eigentums beraubt. Dadurch hat sich in den ganzen Jahrzehnten über Generationen ein Hass bzw. eine Abneigung gegenüber Israel entwickelt, der in den fünf Kriegen bis dato sein Ausmaß gefunden hat. Ich kann die Menschen verstehen, die aus Verzweiflung im Jahre 2006 die "Hamas" gewählt haben, da diese ihnen sozusagen Zusagen gemacht haben, dass das alte Palästina wieder zurückgewährt wird und wieder rechtmäßig den ursprünglichen Besitzern gehören wird, jedoch sind die politischen Vorgehensweisen von "Hamas" kompletter Müll und dienen lediglich ihren persönlichen Interessen um mehr Macht und Reichtum zu erreichen.

Die "Hamas" war es auch, welche nach der Erlangung der Macht im Jahre 2006 eine Demokratie abgeschafft hat und es nun sozusagen keinerlei freie Wahlen gibt, damit die Menschen eventuell eine andere Partei wählen können, welche wohlmöglich eine andere Herangehensweise im Konflikt mit Israel betreiben würde.

Hamas ist gegen eine Zwei-Staaten-Lösung, genauso wie Netanjahu, er selbst ist strickt gegen ein liberales Israel. Dementsprechend kann Intern in diesem Konflikt keine Lösung gefunden werden und die anderen Weltmächte wie z.B. China, Russland, USA sollten sich einschalten. Das Problem hierbei ist jedoch auch, dass es in diesen jeweiligen Nationen auch genügend Schwachköpfe gibt, die wahrscheinlich aus Eigeninteresse, ganz andere Pläne im Schilde führen würden/werden.

Israel ist sich ja auch keiner Schuld bewusst und begründet jeden Angriff auf "Tunnelsysteme" oder "Waffenkammern" als Herangehensweise für eine schnellere Abwicklung des Konflikts, aber die Leidtragenden sind in diesem Punkt nur die zivilen Opfer. Ich finde die Relation der Opfer auch absurd und werde hier die Begründung einiger Mitglieder nicht verstehen, die mir etwas aus dem zweiten Weltkrieg erzählen wollen, weil es damals auch so war.

In diesem Krieg wird es wahrscheinlich niemals eine Lösung geben.

:kaffee:
 
Ich glaube ja, wer jetzt die Luftangriffe der USA im Irak befürwortet, der hat keine Ahnung, was danach kommen wird. Das Dumme ist, dass auch die USA nicht wirklich wissen, was danach kommen wird. Also... eigentlich wissen sie es schon, sie haben ja mittlerweile Erfahrung mit diesen Situationen... :kaffee:

Man wird jetzt ein paar ISIS treffen, sich dann zurückziehen und dann geflissentlich weggucken, wenn die zukünftigen Massaker noch schlimmer ausfallen werden. So wie immer halt.
 
Demokratie ist vielleicht das falsche Kriterium. Aber der Grad der Freiheit der Bürger wird in all diesen Ländern durch die Religion beschränkt. Auch in Deutschland.

Das gilt aber für jegliche Art sozialen Zusammenlebens. Jede Gesellschaft, ob religiös, säkular oder sonstwie geprägt, gibt sich Regeln, nach denen sie leben will. Und jede dieser Regel schränkt letztendlich die Freiheit des Einzelnen ein.
 
Das gilt aber für jegliche Art sozialen Zusammenlebens. Jede Gesellschaft, ob religiös, säkular oder sonstwie geprägt, gibt sich Regeln, nach denen sie leben will. Und jede dieser Regel schränkt letztendlich die Freiheit des Einzelnen ein.
In diesem Falle werden selbst auferlegte Regeln einer Teilgruppe für das Zusammenleben aller zugrunde gelegt. Darin liegt das Problem.
 
Das ist bei allen Regeln der Fall, es ist immer nur eine Teilgruppe. IdR ist es aber auch die Ansicht der Mehrheit, oder sie ist in der Gesellschaft zumindest "mehrheitsfähig".
 
50% der Bevölkerung - alle Männer - sagen, dass 50% der Bevölkerung - alle Frauen - sich zu verschleiern haben und kein Auto fahren dürfen. Sowas nennt man dann mehrheitsfähig :grins:
 
Ich glaube ja, wer jetzt die Luftangriffe der USA im Irak befürwortet, der hat keine Ahnung, was danach kommen wird. Das Dumme ist, dass auch die USA nicht wirklich wissen, was danach kommen wird. Also... eigentlich wissen sie es schon, sie haben ja mittlerweile Erfahrung mit diesen Situationen... :kaffee:

Man wird jetzt ein paar ISIS treffen, sich dann zurückziehen und dann geflissentlich weggucken, wenn die zukünftigen Massaker noch schlimmer ausfallen werden. So wie immer halt.
alternative?
 
libyen zeigt doch augenscheinlich ganz prima das dilemma. der diktator wird verjagt. demkratische strukturen eingeführt und das vok wählt. hier, anders als bspw in ägypten damals, die säkulare variante. daraufhin lässt der "westen" sie alleine und alles geht vor die hunde, weil die islamisten anscheinend nicht akzeptieren können, dass sie nicht gewählt wurden (was übrigens ein schönes beispiel dafür ist, dass mit islamisten keine demokratie zu machen ist).

Die Nato hatte 2011 maßgeblich dazu beigetragen, den ungeliebten Autokraten Gaddafi zu vertreiben. Jetzt aber, in der Stunde, in der sich entscheidet, welche Richtung Libyen einschlagen wird, ob es einen politischen Prozess gibt, oder das Land vor den Toren Europas im Chaos versinkt, scheint die Welt die Libyer im Stich zu lassen.

http://www.spiegel.de/politik/ausla...g-zwischen-verfeindeten-milizen-a-985573.html

imho ist das kein neues problem. der "westen" zieht sich einfach viel zu oft raus. länder wie libyen brauchen mehr unterstützung, mehr hilfe und mehr beachtung vom "westen". dann haben sie auch eine chance. hinzugehen und zu sagen: wir haben euch die demokratie gebracht, jetzt seht zu, reicht einfach nicht....
 
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