Wie dieses Spiel Höchstwertungen einräumen konnte, ist mir ein großes Rätsel. Als JRPG-Fan kann man definitiv Spaß damit haben, aber wie kann der Großteil der Reviews erhebliche Mängel übersehen?
Das Spiel besteht überwiegend aus Fetchquests. Die meisten sind halb-optional. Man bekommt über die Sidequests Bewohner und die braucht man um sein Königreich auszubauen und das Königreich muss für die Mainquest teilweise auf einer bestimmten Stufe sein. Außerdem ist viel Content hinter dem Ausbauen gelockt. Jedenfalls ist auch die Mainquest voll von Fetchquests. Oh, wir brauchen ein Buch, um mehr über unsere Gegner zu erfahren (so dumm). In der Bibliothek stellt sich dann heraus, dass man einen Bibliotheksausweis braucht. Und den bekommt man indem man drei Fetchquests macht. Irgendwas irgwendwo looten, irgendwo irgendwen töten und zu einem anderen Charakter gehen, der wiederum drei neue Fetchquests hat.
Und wo wir gerade dabei sind. Die Story ergibt keinen Sinn. Man baut ein Königreich auf und vereint alle Nationen, um einen Typen zu besiegen, den man fünf Sekunden gesehen hat und über den man gar nichts weiß? Die Substorys der einzelnen Nationen sind dann ebenso dumm und nehmen den Spieler nicht ernst. Alle sind unglaublich naiv und nichts wird in Frage gestellt. Am Ende jedes Kapitels gibt es dann Antworten für Fragen, die bisher gar nicht gestellt wurden. Es gibt kein Worldbuilding, keine Charaktere, keine Interaktion innerhalb der Party, kein Storypacing, keine innere Logik. Alles plätschert irgendwie und gutgläubig voran. Jetzt gab es im siebten Kapitel ein bisschen sowas wie Handlung und dann wird der Konflikt auch direkt wieder aufgelöst mit völlig abstrusen Erklärungen.
Kampfsteuerung, Grafik, Musik, Art Design sind super, aber der Rest enttäuscht mich sehr. Da war auch der Vorgänger ein besseres, wenn nicht gutes Spiel.
Und Echtzeit-Browser-Games gehören aus Rollenspielen verbannt.