Als Microsoft Ende Mai seine neue Spielkonsole „Xbox One“ vorstellte, ging ein Detail in der Freude über die neue hochauflösende „Kinect“-Kamera unter, vor der die Spieler im Wohnzimmer herumhüpfen sollen, tanzen oder Tennis spielen: Die Kamera, die dafür gedacht ist, die Bewegungen der Spieler zu erfassen, registriert Reaktionsgeschwindigkeit, Lernfähigkeit, Emotionen. Und sie ist immer an - auch wenn das Gerät im Stand-by-Modus verharrt.
Beschwerde gegen Vorratsdatenspeicherung wird gekippt
Der Xbox-Käufer holt sich damit eine Überwachungskamera mit Hochfrequenzmikrofon nachhause, die 24 Stunden lang die Räume filmt und dank Internetverbindung pausenlos Ton und Bilder auf die Datenserver des Konzerns aus Seattle sendet. Microsoft teilte mit, man wolle die durch die Überwachung gewonnenen Informationen für „personalisierte Angebote“ nutzen wie Werbung und Filme.
Peter Schaar, Bundesdatenschutzbeauftragter, geißelte die Xbox daraufhin als „Überwachungsgerät“. Es dürfte nur eine Frage der Zeit sein, bis Hacker in die „Always-On“-Konsole eindrängen und mitschnitten, was im Raum passiere, schrieb der Internetdienst „Heise“. Angesichts der Gesetzeslage in Amerika dürfe man getrost davon ausgehen, dass der NSA-Geheimdienst einen solchen Zugang bekomme. Seit vergangener Woche ist klar: Dies ist mehr als Verschwörungstheorie.