Nasreddin schrieb:
Also andere Menschen über den Haufen ballern ist "was zu tun", Dialoge führen ist "was zu tun", Stunts vollführen ist "was zu tun". Mit dem Auto zum Tatort fahren ist aber nicht zu tun?
Siehst du nicht, wie absurd deine Argumentation ist?
Wir reden hier etwas aneinander vorbei. Mit "etwas zu tun", meine ich, dass ich zu einem Punkt in der Welt fahre/reite/laufe und dort Möglichkeiten vorfinde, mich zu betätigen. Nennen wir es einfach eine interaktive Welt, die mir abseits der eigentlichen Geschichte noch etliche Möglichkeiten mehr bietet, mich zu betätigen. Bei L.A. Noire fahre ich eben aber nur irgendwohin und dann geht die Story weiter. Die Fahrszene ist komplett überflüssig. Sie könnte genauso gut durch eine kurze Cutscene realisiert werden und es würde rein gar nix fehlen. Und nur wegen dieser Rumfahrerei wurde eine komplette Stadt aus dem Boden gestampft, die außerhalb der Hauptstory fast nix zu bieten hat. Das meine ich
Der Vorwurf L.A. Noire sei künstlich in die Länge gestreckt, ist in meinen Augen unberechtigt. Das glatte Gegenteil ist der Fall. Nahezu jede Tätigkeit ergibt im Kontext der Handlung Sinn.
Natürlich hat das Autofahren einen Sinn. Genauso wäre es sinnvoll, dass der Charakter Essen und Schlafen muss. Wird das etwa ausschweifend zelebriert?
Wenn ich Auto fahre, dann weil ich ein Ziel habe, das ich für das Lösen des Falls aufsuchen muss.
Wenn ich bei RDR reite oder bei GTA fahre, dann auch, weil ich an den Zielpunkt einer Mission will und dort etwas tun muss. Es gibt aber zusätzlich noch etliche andere Möglichkeiten, die L.A. Noire eben allesamt nicht bietet, weswegen sich eben die Frage nach der Sinnhaftigkeit nach der Größe der Welt stellt.
Wer nicht auf sowas steht (du spielst Videospiele offensichtlich ganz anders), der wird nicht so stark begeistert sein von L.A. Noire. Genau darauf will ich ja die ganze Zeit hinaus. Es gibt unterschiedliche Arten von Videospielen. Und unterschiedliche Arten Videospiele zu spielen. Nicht jeder mag alles.
Wenn ein Spiel gut präsentiert ist - und das ist L.A. Noire ja - dann steh ich da auch drauf. Woraufhin ich hingegen gar nicht stehe, ist vorgetäuschte Polizeiarbeit, die mich nicht mal eigene Schlüsse mit entsprechenden Konsequenzen machen lässt und mich stattdessen stocksteif einen einzigen linearen Storyfaden entlangschleift und mir dabei Freiheit in Form einer leeren Stadt vortäuschen will. Wenn mich das Spiel dazu noch für blöd verkauft und mir nicht zutraut, auch nur die leichtesten Rätsel selber zu lösen, dann kann mich das Spiel mal kreuzweise.
Man liest es ja hier im Forum in etlichen Fällen - so wie in dem Spiel die Verhöre geführt werden, muss man schon sehr viel Phantasie mitbringen, um sich da als Ermittler zu fühlen. Und das hat nichts damit zu tun, dass die Entwickler hier irgendeine Art von Neuland betreten hätten. Hier haben sie einfach an den wichtigsten Stellen überhaupt geschlampt. Jeder Hirni, der ein paar Folgen CSI oder Law and Order gesehen hat, hätte das besser gelöst.