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REVIEW LA Noire [Review]

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Zimtzicke schrieb:
Stell dir vor, du schaust eine Folge CSI oder "Der Alte", die Polizei ist dem Mörder auf der Spur... und dann musst du fünf Minuten bei einer Autofahrt zuschauen.
Ich schaue aber keine Folge CSI oder Der Alte. Ich spiele L.A. Noire. ;)

Phantasie wird schon da im Keim erstickt, wo es eine reale Umgebung und ein reales Szenario gibt.
Ich habe den Punkt angesprochen, weil viele (erwachsene) Spieler eben nicht in die Rolle der Spielfigur schlüpfen, sondern Videospiele aus der Distanz spielen. Darauf wollte ich hinaus.

Euch macht es einfach Spass, ohne Sinn und Aufgabe durch die Gegend zu fahren. Sagen wir es einfach so.
Um Gottes Willen, nein! Aus genau dem Grund mag ich zum Beispiel GTA nicht. Das Autofahren muss zielgerichtet sein und einen Sinn haben, es muss in die Handlung eingebettet sein. Und das ist es hier.

Zu behaupten Autofahren sei kein Gameplay ist grober Unfug. Ihr mögt Autofahren nicht. Sagen wir es einfach so. :p
 
In CSI und Co. fahren sie auch zum Einsatzort. Nur sieht man es nicht. ;) Und LA Noire lässt einem die Wahl, die Fahrt selbst zu spielen oder wie in TV-Serien es zu überspringen. Ich will damit nur sagen, dass Fahren dazugehört, ein Puzzlestück im Polizisten-Alltag.
 
Wo ist der Unterschied bei einem cineastisch inszeniertem Spiel? :? In beiden Fällen besteht die Gefahr, dass es dich aus der Haupthandlung rausreisst. IMO natürlich.

Und um in die Rolle der Spielfigur zu schlüpfen... gerade Phelps eignet sich dafür eher nicht, weil er ein emotionsloser Arsch ist. Das macht es zumindest für mich schwierig, mich mit der Spielfigur zu identifizieren (anders als bei Ethan Mars, Shelby oder Monkey aus Enslaved). Da hätte L.A. Noire ja noch die anderen Charaktere, die teilweise auch höchst interessant... sein könnten. Sie werden aber leider jeweils nur angeschnitten.

Und jetzt erklär mir bitte (und das ist ernst gemeint und nicht dumm gefragt), wo die Fahrten in einem L.A. Noire mehr zum Gameplay gehören als bei GTA IV?

Ein Spiel bietet im Normalfall ein gewisses Gameplay. Hauptaugenmerk bei L.A. Noire ist für mein Verständnis die Tatorte besuchen/untersuchen, Spuren und Beweise suchen, Zeugen befragen und verhören, Verfolgungen und eine Priese Action. Die Fahrten verbinden doch nur die Schauplätze, die Orte, wo ich endlich etwas "tun" kann.

Ja, ich weiss. Du wirst mir jetzt erwidern, dass die Fahrten ja auch was zum Tun seien, dass sie die Atmo fördern, genau wie die grosse, tote Welt. Ich begreifs einfach nicht, und das betone ich jetzt, das ist nicht dein Problem.
 
Zimtzicke schrieb:
Wo ist der Unterschied bei einem cineastisch inszeniertem Spiel? :? In beiden Fällen besteht die Gefahr, dass es dich aus der Haupthandlung rausreisst. IMO natürlich.
Die Autofahrt ist Teil der Handlung. Und diese Handlung besteht halt nicht wie bei einer TV-Serie aus ein paar Filmszenen mit den Highlights. Sondern Bei L.A. Noire vollziehe ich die komplette Ermittlungsarbeit von Anfang bis Ende nach. Und dazu gehört nun mal das Autofahren.

Und um in die Rolle der Spielfigur zu schlüpfen... gerade Phelps eignet sich dafür eher nicht, weil er ein emotionsloser Arsch ist.
Sehe ich genauso. Das ist auch einer der Kritikpunkte, die man Team Bondi ankreiden kann und imo muss. Weil sie dem Spielerlebnis schaden, dass die Entwickler im Sinn hatten.

Und jetzt erklär mir bitte (und das ist ernst gemeint und nicht dumm gefragt), wo die Fahrten in einem L.A. Noire mehr zum Gameplay gehören als bei GTA IV?
Mir liegt halt die ganze Sandbox-Struktur von GTA nicht. Das ganze Gameplay ist ja zu einem gewissen Grad ziellos. Zumindest habe ich das Spiel so wahrgenommen. Von daher liegt mir ein L.A. Noire mehr. Es bietet eine offene Spielwelt und Struktur. Da sehe ich im Gegensatz zu anderen keinen Widerspruch. Im Gegenteil, das sind genau die Spiele, die ich liebe. Deadly Premonition ist ein anderer Titel dieser Art.

Ein Spiel bietet im Normalfall ein gewisses Gameplay. Hauptaugenmerk bei L.A. Noire ist für mein Verständnis die Tatorte besuchen/untersuchen, Spuren und Beweise suchen, Zeugen befragen und verhören, Verfolgungen und eine Priese Action. Die Fahrten verbinden doch nur die Schauplätze, die Orte, wo ich endlich etwas "tun" kann.
Versuche doch einmal L.A. Noire als Polizeispiel zu verstehen. All diese von dir genannten Gameplay-Mechaniken sind Mittel zum Zweck. Das ist der Unterschied zu Vanquish. Vanquish ist ein Shooter, es geht ums Ballern, der Rest ist Beiwerk. L.A. Noire ist ein Polizeispiel. Die einzelnen Elemente sind nur ein Mittel, um das Polizistenleben erlebbar zu machen. Und für mich persönlich ist das grundsätzlich nur möglich, wenn um das Geschehen herum auch eine Spielwelt ist. Ich kann mich in linearen Spielen an coolen Gameplaymechaniken erfreuen, mich von einer Story fesseln lassen. Aber ich bin noch nie in die Spielwelt eines linearen Spiels mit einzelnen isolierten Schauplätzen oder Schlauchlevels eingetaucht. Noch nie! Da fehlt für mich persönlich die Illusion, an einem anderen Ort/ in einer anderen Welt zu sein.

Ich finde es übrigens auch schade, dass es nicht noch Bars gibt, die man zwanglos besuchen kann. Dass es wenig abseits der Hauptstory gibt. Das ist ebenfalls ein berechtigter Kritikpunkt. Aber man kann nicht umgekehrt sagen: Die Stadt ist überflüssig, weg damit! Weil die Stadt in den Augen vieler Spieler eben nicht überflüssig ist.
 
Ok, deine Erklärung hört sich, auf eine seltsame Art und Weise, plausibel an. :D

Dass die Autofahrten zum Polizeialltag dazugehören, stimmt wohl. In einem Medium wie Videospielen stellen sie aber für gewöhnlich den eher uninteressanten Part dar. Deswegen spiele ich ja, ich will ja die Dinge erleben, die ich im realen Leben nicht tun kann.

Aber wie gesagt, Team Bondi hat das mit der Skip-Funktion ja für beide Parteien gut gelöst.
 
Zimtzicke schrieb:
Dass die Autofahrten zum Polizeialltag dazugehören, stimmt wohl. In einem Medium wie Videospielen stellen sie aber für gewöhnlich den eher uninteressanten Part dar. Deswegen spiele ich ja, ich will ja die Dinge erleben, die ich im realen Leben nicht tun kann.

Du weißt gar nicht, wie gerne ich im realen Leben mit Blaulicht und Sirene innerhalb der Ortschaft über rote Ampeln rasen würde. :D
 
Nasreddin schrieb:
Also andere Menschen über den Haufen ballern ist "was zu tun", Dialoge führen ist "was zu tun", Stunts vollführen ist "was zu tun". Mit dem Auto zum Tatort fahren ist aber nicht zu tun? :ugly:

Siehst du nicht, wie absurd deine Argumentation ist?

Wir reden hier etwas aneinander vorbei. Mit "etwas zu tun", meine ich, dass ich zu einem Punkt in der Welt fahre/reite/laufe und dort Möglichkeiten vorfinde, mich zu betätigen. Nennen wir es einfach eine interaktive Welt, die mir abseits der eigentlichen Geschichte noch etliche Möglichkeiten mehr bietet, mich zu betätigen. Bei L.A. Noire fahre ich eben aber nur irgendwohin und dann geht die Story weiter. Die Fahrszene ist komplett überflüssig. Sie könnte genauso gut durch eine kurze Cutscene realisiert werden und es würde rein gar nix fehlen. Und nur wegen dieser Rumfahrerei wurde eine komplette Stadt aus dem Boden gestampft, die außerhalb der Hauptstory fast nix zu bieten hat. Das meine ich

Der Vorwurf L.A. Noire sei künstlich in die Länge gestreckt, ist in meinen Augen unberechtigt. Das glatte Gegenteil ist der Fall. Nahezu jede Tätigkeit ergibt im Kontext der Handlung Sinn.

Natürlich hat das Autofahren einen Sinn. Genauso wäre es sinnvoll, dass der Charakter Essen und Schlafen muss. Wird das etwa ausschweifend zelebriert?

Wenn ich Auto fahre, dann weil ich ein Ziel habe, das ich für das Lösen des Falls aufsuchen muss.

Wenn ich bei RDR reite oder bei GTA fahre, dann auch, weil ich an den Zielpunkt einer Mission will und dort etwas tun muss. Es gibt aber zusätzlich noch etliche andere Möglichkeiten, die L.A. Noire eben allesamt nicht bietet, weswegen sich eben die Frage nach der Sinnhaftigkeit nach der Größe der Welt stellt.

Wer nicht auf sowas steht (du spielst Videospiele offensichtlich ganz anders), der wird nicht so stark begeistert sein von L.A. Noire. Genau darauf will ich ja die ganze Zeit hinaus. Es gibt unterschiedliche Arten von Videospielen. Und unterschiedliche Arten Videospiele zu spielen. Nicht jeder mag alles.

Wenn ein Spiel gut präsentiert ist - und das ist L.A. Noire ja - dann steh ich da auch drauf. Woraufhin ich hingegen gar nicht stehe, ist vorgetäuschte Polizeiarbeit, die mich nicht mal eigene Schlüsse mit entsprechenden Konsequenzen machen lässt und mich stattdessen stocksteif einen einzigen linearen Storyfaden entlangschleift und mir dabei Freiheit in Form einer leeren Stadt vortäuschen will. Wenn mich das Spiel dazu noch für blöd verkauft und mir nicht zutraut, auch nur die leichtesten Rätsel selber zu lösen, dann kann mich das Spiel mal kreuzweise.
Man liest es ja hier im Forum in etlichen Fällen - so wie in dem Spiel die Verhöre geführt werden, muss man schon sehr viel Phantasie mitbringen, um sich da als Ermittler zu fühlen. Und das hat nichts damit zu tun, dass die Entwickler hier irgendeine Art von Neuland betreten hätten. Hier haben sie einfach an den wichtigsten Stellen überhaupt geschlampt. Jeder Hirni, der ein paar Folgen CSI oder Law and Order gesehen hat, hätte das besser gelöst.
 
Glod schrieb:
Natürlich hat das Autofahren einen Sinn. Genauso wäre es sinnvoll, dass der Charakter Essen und Schlafen muss. Wird das etwa ausschweifend zelebriert?
Leider nicht. Hätte das Spiel für meinen Geschmack aber interessanter gemacht. (vgl. Deadly Premonition)

Wenn ich bei RDR reite oder bei GTA fahre, dann auch, weil ich an den Zielpunkt einer Mission will und dort etwas tun muss. Es gibt aber zusätzlich noch etliche andere Möglichkeiten, die L.A. Noire eben allesamt nicht bietet, weswegen sich eben die Frage nach der Sinnhaftigkeit nach der Größe der Welt stellt.
Wie bereits mehrfach gesagt: Die Spielwelt hat Raum für Verbesserung, da will ich dir gar nicht widersprechen. Gerade alltägliche Dinge fehlen, sie hätten auch die Identifikation mit Phelps erleichtert. Aber: Die Welt hat für mich trotzdem auch in der jetzigen Fassung einen Sinn, sie bildet den Rahmen für die Atmosphäre und ist der Schauplatz für Autofahrten und Verfolgungsjagden. Die offene Spielwelt wird übrigens auch sehr wohl für die Hauptstory genutzt:
Zum Beispiel wäre die gelungene Schnitzeljagd mit dem Werwolf ohne die offene Welt überhaupt nicht möglich gewesen. Für mich eines der Highlights des gesamten Spiels.


Wenn ein Spiel gut präsentiert ist - und das ist L.A. Noire ja - dann steh ich da auch drauf. Woraufhin ich hingegen gar nicht stehe, ist vorgetäuschte Polizeiarbeit, die mich nicht mal eigene Schlüsse mit entsprechenden Konsequenzen machen lässt
Dann verbringe deine Zeit mit anderen Spielen. So einfach ist das.
 
Nasreddin schrieb:
Zimtzicke schrieb:
Dass die Autofahrten zum Polizeialltag dazugehören, stimmt wohl. In einem Medium wie Videospielen stellen sie aber für gewöhnlich den eher uninteressanten Part dar. Deswegen spiele ich ja, ich will ja die Dinge erleben, die ich im realen Leben nicht tun kann.

Du weißt gar nicht, wie gerne ich im realen Leben mit Blaulicht und Sirene innerhalb der Ortschaft über rote Ampeln rasen würde. :D

glaub mir, es macht spass am anfang, aber die ganzen idioten die blaulicht und sirenen ignorieren machen den spass zur arbeit. wie gesagt, spass machts trotzdem:-)
 
@ Nas

Ok, da schliesst sich der Kreis dann auch.

Gerade so Sachen wie essen, trinken, in die Mucki-Bude gehen... ich find das sooooo öde in Spielen. Es lenkt einfach von meiner Vorstellung von Gameplay ab.
 
Nasreddin schrieb:
Dann verbringe deine Zeit mit anderen Spielen. So einfach ist das.

Woher soll der Mann denn dafür auch noch Zeit nehmen. Er hat doch schon genug damit zu tun über die Sinnhaftigkeit der Größe der Welt in Videospielen und vorgetäuschte Polizeiarbeit zu debattieren :frubfrab:
 
@Zicke:

Man muss nicht das Leben eines Menschen mit allen Facetten simulieren, aber alltägliche Sachen hätten L.A. Noire gut getan. Mittagspause mit dem Kollegen im Imbiss, abends mal einen Heben gehen, sich dann ins Bett legen und dabei die Beweise vom Tag nochmal durch den Kopf gehen lassen.

In Deadly Premonition kehrt man zum Beispiel abends ins Hotel zurück (ja, Autofahrt! :D ) und setzt sich für den Bericht an den Schreibtisch. Der Hauptcharakter lässt dann das Geschehene vom Tag Revue passieren und bezieht dabei den Spieler mit ein. Absolut geniale Momente und hochspannend. Dann legt man sich ins Bett, Morgan führt noch einen Monolog über die nette Frau, die er tagsüber kennengelernt hat und schläft ein.

Solche Momente fehlen L.A. Noire. Wenn Phelps jeden Abend oder nach jedem Fall zurück nach Hause wäre, hätte das auch die private Seite der Story interessant gemacht. Vielleicht hätte man dann als Spieler Phelps sogar mögen können.
 
Eure Diskussion ist interessant, und ich würde mich gerne daran beteiligen, aber so 'tief' komm ich das SPiel gar nicht rein, weil die Steuerung so dermassen beschissen ist, dass ich momentan gar keinen Bock habe, weiterzuspielen.
Keine Ahnung, wie so ein Rotz durch die Qualitätskontrolle kam.
 
Seo schrieb:
Eure Diskussion ist interessant, und ich würde mich gerne daran beteiligen, aber so 'tief' komm ich das SPiel gar nicht rein, weil die Steuerung so dermassen beschissen ist, dass ich momentan gar keinen Bock habe, weiterzuspielen.
Keine Ahnung, wie so ein Rotz durch die Qualitätskontrolle kam.

Hast du den Controller falsch rum oder warum kommst du nicht zurecht? :grins:
 
tastepolice schrieb:
Woher soll der Mann denn dafür auch noch Zeit nehmen. Er hat doch schon genug damit zu tun über die Sinnhaftigkeit der Größe der Welt in Videospielen und vorgetäuschte Polizeiarbeit zu debattieren :frubfrab:

Ist in einem Videospielforum im Thread zu einem Review zu einem Videospiel vollkommen abwegig. Gutes Argument. :dhoch:
 
Laruzo schrieb:
Seo schrieb:
Eure Diskussion ist interessant, und ich würde mich gerne daran beteiligen, aber so 'tief' komm ich das SPiel gar nicht rein, weil die Steuerung so dermassen beschissen ist, dass ich momentan gar keinen Bock habe, weiterzuspielen.
Keine Ahnung, wie so ein Rotz durch die Qualitätskontrolle kam.

Hast du den Controller falsch rum oder warum kommst du nicht zurecht? :grins:

Komm schon, du willst mir doch jetzt nicht sagen, dass die Steuerung gut ist?:?
 
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