Für mich sind die Masken die reinste Pest. Unangenehm zu tragen, mir wird viel zu warm darunter (ich bin einer der Typen der immernoch im T-Shirt rum läuft, wenn die meisten anderen schon einen dicken Pullover oder sogar ne Jacke tragen) nach spätestens 10 Minuten fängt der Kreislauf an zicken zu machen, ich schwitz wie Sau darunter, viele der Masken die ich bisher hatte, passen nicht richtig, zu groß, zu klein, die Strippen hinter den Ohen zu kurz oder zu lang...ich verstehe natürlich dass das sein muss und wahrscheinlich der effektivste Schutz ist, den wir im Moment haben, aber ich bin froh, wenn das ganze vorbei ist.
Ich hab auch echt Mitleid mit den Leuten, die die ganze Zeit auf der Arbeit die Masken tragen müssen. Ich hab keine Ahnung, wie die das schaffen. Ich könnte das nicht. Gut, vielleicht wenn ich in nem Kühlhaus arbeiten würde. Aber ansonsten weiß ich wirklich nicht, wie die das schaffen. Vor ungefähr einem Monat musste ich Krankheitsbedingt (Magenprobleme) mal ne halbe Stunde mit nem Taxi zum Arzt fahren und anschließend wieder ne halbe Stunde zurück, da musste ich den Taxifahrer zwischendurch bitten mal rechts ran zu fahren, weil ich kotzen musste. Und ich musste mich ein paar Minuten ausserhalb des Taxis raus stellen und die Maske abnehmen und durchatmen und dann den Rest weiter bis nach Hause...ich war fix und fertig mit der Schicht.
Ich weiß auch nicht, wie das den halben Tag in der Schule für die Schüler funktionieren soll. Wie sollen die das 6-8 Stunden am Tag durchhalten? Ich könnte mich schon bald nicht mehr Konzentrieren. Ausserdem denke ich, dass das gerade in der Schule nicht funktionieren wird. Gut, im Klassenzimmer und innerhalb des Gebäudes wohl schon. Aber wenn Pause ist und alle zusammen stehen und eine Rauchen und durcheinander quatschen wird niemand mehr ne Maske aufhaben und die 1,5 Meter Abstand ist dann auch nur noch Theorie.
Selbst wenns die ersten paar Tage funktionieren sollte, ist das Spätestens ner Woche vergessen. Irgendwann denkt keiner mehr so wirklich dran, weil -wenn nichts passieren sollte und nur hier und da mal ein Kollege oder Mitschüler für ein paar Tage verschwindet und dann (hoffentlich) schnell wieder da ist - dann denkt ganz schnell keiner mehr an Abstand halten usw. Vor allem, weil man ja Cool sein will und absichtlich Vorschriften ignoriert um zu zeigen wie Outlaw man ist (jedenfalls wär das bei mir früher so gewesen).
Jetzt hab ich relativ viel Glück mit meinem Arbeitsplatz. Ich hab ein Einzelbüro wo ich fast ausschließlich Kundenkontakt am Telefon und übers Netz habe. Und meine Arbeitskollegen klopfen kurz bevor sie reinkommen, das gibt mir Zeit um die Maske aufzusetzten, ansonsten muss ich die bei der Arbeit zum Glück nicht tragen. Inzwischen hab ich die Mittagspause auch aufs Büro verlegt, in die Kantine (mehr son Aufenthaltsraum mit ner kleinen Küche mit Herd, Mikrowelle usw) geht kaum noch einer der Kollegen. Da wo es möglich ist, suchen sich die Leute Bereiche zum Pause machen wo sie Platz um sich rum haben. Bei dem Schönen Sommerwetter sitzen natürlich viele draussen. 200 Meter von uns entfernt steht meistens son Food Truck, die Schlange geht halb um den Block. Sonst wird da viel gequatscht und meist ist da gute Stimmung, aber im Moment isses wie auf ner Beerdigung. Ätzend.
Nochmal - ich verstehe die Notwendigkeit von Masken und trage Sie auch, weil ich verstehe dass das eine der wenigen Maßnahmen ist, die helfen können das ganze einzudämmen, aber ich bin wirklich froh wenn das vorbei ist. Eine meine Albtraum Vorstellungen ist, dass das ganze jetzt nicht mit z.b. einer 2ten oder sogar 3ten Welle langsam "ausläuft" sondern dass das ein Zustand wird, der unter Umständen über Jahre anhält, weil so schnell kein Impfmittel gefunden wird, oder der Virus Mutiert, oder das kein Medikamt gefunden wird, das zuverlässig dem großteil der Menschen hilft...aber ich hab irgendwie die Befürchtung, dass das ganze einige Jahre dauern könnte.