Eventer schrieb:
Inwiefern sich das unterscheidet? Indem ich zb den virtuellen Hebel nach vorne oder hinten ziehe für beschleunigen und verlangsamen. Das dürfte wohl wenig mehr mittendrin Gefühl erzeugen als das Pad in der Hand...
Okay, das ist sicher Geschmackssache. Aber bei mir wird das Gefühl, etwas in der Hand zu haben immer besser sein als das Rumfuchteln mit leeren Händen. Ich meine - würdest du Forza mit der Joy Ride-Steuerung oder einem Lenkrad spielen wollen?
Und mit dem Unterschied zielte ich eher darauf ab, dass es imo geradezu unglaublicher Schwachsinn wäre, wenn MS dem Spieler das materielle Pad wegnimmt (welches dank zweier Sticks ideal für das Panzerschema ist) und ihm dann ein virtuelles gibt.
Wie das genau läuft kann Dir hier wohl niemand sagen, da keiner weiss was man wirklich per Kinect machen kann. Ich glaube sogar das selbst die Game Designer noch net genau wissen was alles möglich ist, da MS mit Sicherheit weitere Features per Software Update nachreichen wird.
Ich denke, du und einige andere User machen hier (hoffentlich bin ich es) einen gewaltigen Denkfehler. Was Kinect kann, wissen wir schon lange: Es ist ein passives Motioncapture-Tool mit Tiefenwahrnehmung und einigen Extras wie Stimmerkennung etc. Kinect liefert nur Daten.
Das ist alles. Mehr kann Kinect nicht. Es wird diese Daten nicht verarbeiten. Es wird keine genialen Spielkonzepte ausspucken, es wird die Gesetze der Physik nicht ändern und auch sonst keine Wunder vollbringen.
Die Programmierer kriegen einen Satz an Bewegungsdaten, mit dem sie dann irgendwas anfangen müssen. Und im Gegensatz zu dem, was einige Leute anscheinend glauben und was MS verzweifelt progagiert, sind die Möglichkeiten für eine Nutzung bei Kinect weitaus beschränkter als man glauben möchte. Und der beschränkende Faktor ist hier dummerweise genau der Faktor, der eigentlich das Meiste aus Kinect ziehen soll: der Mensch.
Here is a list of combos you wil need to master Darksiders:
The Chump Chop - square
The double Chump Chop - square, square
And the Whipped Cream Genocidal Brouhaha - square, square, square
Dieses Zitat aus dem Darksiders-Review von Zero Punctuation verdeutlicht das. Kinect kann maximal bis Punkt 2 gehen, denn was immer sich auch hinter Punkt 3 verbirgt, kann vom Spieler nicht ausgeführt werden, weil er diesen Input mit seinem Körper nicht liefern kann. Und Daten, die Kinect nicht kriegt, kann es auch nicht an die 360 liefern. Für sowas braucht es Buttons. Und die hat Kinect nicht und ergo steht es hier Lichtjahre hinter einer Padsteuerung zurück.
Und das ist das relativ komplexe Beispiel einer Kampfszene. Man drückt 3 Knöpfe und der Charakter verwandelt sich in einen wirbelnden Derwisch, der eine Schneise der Verwüstung durch die Gegner schlägt. Das lässt sich aber auch auf ganz einfache Aspekte reduzieren, an die mit Sicherheit kaum einer gedacht hat.
Golf ist ja bei Wii und Move sehr beliebt und hier auch sehr gut umgesetzt worden. Jetzt stelle man sich das nur mal mit Kinect vor, wenn der Spieler tatsächlich komplett gescannt wird und seine gesamten Bewegungen anstelle von ein paar Sensordaten aus Wii-/Movemote erfasst werden. Ist doch geil oder?
Frage: Spielt hier wer Golf? Ist hier auch nur einer im Forum, der in der Lage ist, einen Golfball mit dem Driver 100m weit zu schlagen, ohne vorher großflächig eine Grube ums Tee auszuheben? Wie soll das dann funktionieren, wenn Kinect eine Golfsim bietet und da tatsächlich die Bewegungen des Spielers nutzt? Da braucht man doch 20 Schläge für ein Loch => wieder ist der Mensch der begrenzende Faktor und die Entwickler müssen das Ganze reduzieren, so dass nur noch der eigentliche Schwung verpasst wird, was sich dann im Endeffekt null von Wii/Move unterscheidet.
Nahezu jedes Videospiel, wo man einen Charakter steuert, lässt den Spieler in die Rolle von jemandem schlüpfen, der bestimmte Dinge sehr viel besser kann, als der Spieler selbst. Egal, ob das Kämpfen, Schießen, Klettern, Akrobatik oder diverse Sportarten sind - der Spieler kann in diese Rollen schlüpfen, weil er komplexe oder normalerweise völlig unmögliche dafür aber umso spaßigere Bewegungen mit Buttons auslösen kann. Kann er das nicht, lässt zwangsläufig das Spielerlebnis nach, weil man dann massiv in den möglichen Aktionen beschnitten wird.
Und das ist genau der Punkt, wo Kinect steht. Es wird gesagt, dass wir jetzt ja nur die erste Softwarewelle sehen und die ja logischerweise nicht so übermäßig prall ist, weil die Entwickler sich noch nicht so lange damit beschäftigen konnten.
Ich behaupte (und natürlich kann ich mich irren und ich HOFFE sogar, dass ich mich irre), dass wir jetzt schon fast alles gesehen haben, zu was Kinect ohne die zusätzliche Verwendung eines Controllers fähig ist, denn es ist das, wozu 99.9% aller Spieler fähig sind: Normale Menschen können vorm TV ein Fitnessprogramm absolvieren, sie können tanzen, hüpfen, auf der Stelle laufen, auf verschiedene Art winken, schlagen, treten und andere simple Moves ausführen. Und das dann in Abhängigkeit von der Intensität auch nur zeitlich arg begrenzt. Und räumliche Bewegung ist nahezu komplett unmöglich, da hierfür kein Platz im Wohnzimmer ist und der Spieler stets den TV im Auge behalten muss.
Nichts davon wird zu spielerischen Boah Ey-Erlebnissen führen, es sei denn, man kann sich ewig daran aufgeilen, dass Kinect die eigenen Hampeleien 1:1 wiedergibt. Aber ich garantiere, dass sich dieser Effekt schnell abnutzen wird, weil der Mensch ein Gewohnheitstier ist.
Es werden definitv noch einige nette Spielchen kommen (speziell über XBL),wo man ein witziges Interface per Kinect bedienen und garantiert auch witzige Spielereien machen kann. Da werden die Indie-Entwickler wieder zeigen, wozu sie gut sind. Aber richtig krasse Erlebnisse wird Kinect nur in Verbindung mit einem Controller liefern können. Da das aber mit einem Gamepad eine denkbar ungünstge Kombination ist, braucht MS einen speziellen Kinect Controller. Da das Ding die Finger 'eh nicht erkennen kann, macht es nix, wenn der Spieler in beiden Händen was hält. Dann - und nur dann - wird Kinect wirklich für echte Bereicherungen in der Spielewelt gut sein.
Scheiße, schon wieder so ein Roman...
