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MOVIE Inglourious Basterds

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Hab den Film eben im O-Ton gesehen.

Nun... schöne Bilder, interessante Story, mehr oder minder durchgehend spannend, herausragende Dialoge (sollen ja ein Qualitätsmerkmal der Tarantino-Filme sein) und eine kleine aber feine Prise Humor.

Und dann diverse Makel, die ich jedoch nicht ausführen will, um mich nicht selbst als Laien zu enttarnen ;)
 
Ich komme auch soeben aus dem Kino.
Wow. Ich bin sehr unvoreingenommen an den Film herangegangen. Ich habe mich weder von den üblichen Tarantino-Vorschusslorbeeren noch von den ewigen Gegen-den-Strom-Schwimmern, die jeden Tarantino kritischer sehen als andere Filme, beeindrucken lassen.

Aber was soll ich anderes sagen als: WOW!?

Ich bin be_gei_stert! Wirklich. Mich hat der Film sowas von gut unterhalten.
Das tolle an dem Streifen ist einfach, dass man nicht weiß was er sein soll und was einen erwartet.
Ich habe im Vorfeld eigentlich nur gehört "Basterds hier, Skalps dort, Nazi töten usw." dass ich von dem Film nicht mehr als eine Nazi-Abschlacht-Orgie erwartet habe.
Der Fokus bei den Schauspielern lag auch eher bei "Was?! Der Schweiger spielt mit?" "OMG, der Brühl auch?", "Bitte, selbst der Typ von Kommissar Rex?!", so dass man von ihnen die über-hyper-mega Rollen erwartet hatte.

Dementsprechend hat mich viel mehr die große Rolle von Christoph Walzt überrascht. Mir war nicht bewusst dass es so einen großen Gegenspieler der Basterds (und anderen "Guten") gibt.
Und oh mein Gott, wie genial spielt bitte dieser Christoph Waltz seine Rolle?!
Ich bin echt beeindruckt. So ein einmaliger, kranker und zugleich unheimlich (im wahrsten Sinne des Wortes) komischer Charakter wird von ihm perfekt gespielt (in fließndem deutsch, englisch, französisch und italienisch!).

Ich hoffe inständig dass diese schauspielerische Glanzleistung die Anerkennung bei Kritikern und dem internationalen Publikum bekommt die sie verdient.

Was soll ich zu dem Film sonst noch sagen?
Er ist spannend, die Dialoge sind göttlich, man darf an einigen Stellen laut lachen.
Mich hat der Film also wirklich begeistert.
Demnächst vielleicht noch mehr dazu.
 
Kann mich Mingo nur anschliessen - ein sehr unterhaltsamer Film mit einem genialen Christoph Waltz!
Werde mir den Streifen auf jedenfall noch einmal im O-Ton angucken.

Gibt übrigens auch einen kurzen Auftritt eines nicht ganz so unbekanten deutschen Schlagzeugers ;)
 
Ich kopier mal meinen Beitrag aus dem "zuletzt gesehen" Thrad hier rein...

cimg1534bu6h.jpg


Ich komm grad aus "Inglorious Basterds". Sehr geiler Streifen. Sehr dialogverliebt und an gewissen Stellen tarantinomäßig blutig. Ich musste mir jedenfalls ein, zwei mal die Hände vor die Augen halten, weil ichs echt ekelhaft fand :ugly:

Schaulspielerisch hats mir sehr gut gefallen. Brad Pitt ist einfach cool in seiner Rolle und spricht den perfekten Südstaaten Slang. Christoph Waltz zeigt sich als Sprachtalent und spricht sowohl perfektes englisch, deutsch, französisch und italienisch. Dabei spielt er seine Rolle wirklich sehr überzeugend. Insesamt macht der Film einfach Spaß und ist in meinen Augen ein Tarantino wie er sein sollte. Ich will nicht viel ausfürhlicher werden da die meisten den Film ja sicher noch nicht gesehen haben. Reingehen sollte man in jedem Fall.

Jetzt mal wieder das leidige Thema...
Wer die Chance hat sollte sich den O-Ton geben. Wenn ich mal aufsplitten müsste würde ich tippen das in dem Film ca. 50 % englisch 35 % deutsch 14% französisch und 1 % italienisch gesprochen wird. Meist gibts dann Untertietel. (Also in den "nicht englischen" Szenen natürlich) Keine Ahnung wie das in der Synchro gehandhabt wird, ihr könnt das ja gerne mal berichten, aber es is schon cool wenn man einfach den Sprachmix so sieht wie es sein soll und wie es sich der Regisseur auch gedacht hat.
Das hat jetzt nix zu tun mit der Diskussion ob ne Komödie auf deutsch nich so witzig is wie im O-ton, sondern eher damit das die Sprache in diesem Film ein wichtiger Bestandteil ist.

Ach das wichtigste hab ich fast vergessen. Til Schweiger hat vermutlich die größte Sprechrolle seines Lebens... Ist wahrscheinlich auch gut so.

Im Fazit gibts von mir 9/10 Hakenkreuze.
 
Wusste gar nicht das Christoph Waltz ein Österreicher ist!?

Mhm ich glaub ich muss noch diese Woche ins Kino, aber wehe er FIlm ist nicht so gut wie Pulp Fiction ;)
 
Joe Genius schrieb:
Mingo, hast du ihn im O-Ton oder in deutsch angesehen?

Deutsch.
@ CWEB: Wie soll das schon in der Synchro sein? Die Englischen Szenen sind eben auf Deutsch, der Rest bleibt O-Ton, also Französisch, Italienisch und Deutsch.
Aber man merkt deutlich, wenn Passagen nachsynchronisiert wurden, also wann eigentlich englisch gesprochen wird.
Von daher finde ich es nicht so dramatisch nicht den O-Ton zu sehen/hören. Jedenfalls nicht dramatischer als bei jedem beliebigen anderen Film auch.

The perfect Dark schrieb:
Mingo hast du vorher schon einen Tarantino Film gesehen oder war es dein erster?

Ich kenne jeden Tarantino.
 
IGN gibt 6/10

http://uk.movies.ign.com/articles/101/1015018p1.html

User Kommentare:

Just saw this. AWESOME! Hilarious, Gory, great story. Everything you want. Go see it. You wont be disappointed. This guy who wrote the review is a Nazi.

'm a Nazi.
This movie hurts my feelings.

Nein, nein, nein, nein!!!

After watching this movie I just want to go and get me a copy of Wolfenstein.

Killing Nazis is good.

Killing Nazi dogs is not (PETA says).

The guy gave GI Joe 3.5 stars. That's his ideal war movie.

Strange how this movie get a lot higher ratings in Europe... Apparently we can appreciate the other aspect of WWII more...
(not trying to generalize, just my opinion)

:roll::lol:
 
Hab den Film nun gesehen und fand ihn insgesamt sehr geil!
Ein echter Gute-Laune-Film!

Sicherlich, der Film hat einige Längen, wie z.B. das komplette Kapitel 4. Da sehnt man das absehbare Finale ja regelrecht entgegen, damit das mal ein Ende nimmt. Das hat Tarantino sicherlich bewußt so inszeniert, aber obs wirklich ne gute Idee war?

Wie auch immer, mit Kapitel 5 tischt er dann ein herrliches Finale auf, das mich mit einem fetten Grinsen auf die Leindwand glotzen ließ. Einfach nur geil gemacht! :headbang:

Was ich ebenfalls nicht ganz so gelungen fand, waren viele der typischen Babelsberg-Kulissen, wie z.B. den Eingangsbereich des Kinos. Diesen Touch in nem Tarantinofilm fand ich schon etwas gewöhnungsbedürftig.

Dennoch muß man ihm zugute halten, daß er mal wieder was Neues zusammengebastelt hat, was trotzdem eindeutig seine Handschrift trägt.

Schweiger empfand ich trotzdem als Fehlgriff, aber als einen erträglichen. Zum Glück hält er, wie in "Wo ist Fred?" überwiegend die Fresse. Doch als er nur einmal jemanden zusammbrüllt, wirkte er auf mich gleich unglaubwürdig.

Pervers fand ich, plötzlich für 2 Sekunden die Fresse von Bela B. auf der Leinwand zu sehen. :schreck:

Geliebt hab ich dagegen Bratt Pitts Nummer mit der Naziuniform und das daraufhin folgende Ritual der Kennzeichnung! Da hab ich jedesmal gejuchzt :deal:

Alles in allem ein geiler Film, den man defintiv auf ner großen Leinwand gucken sollte. Auf die DVD freu ich mich trotzdem.

9/10

Aber wie gesagt,
ein sehr geiler Streifen.
 
So ich komme gerade aus dem Kino...alter was für ein geiler Film :huldig:
Alle Zweifel hinfortgepustet. Dies ist definitiv sein bester Film neben Pulp Fiction. Ich muss ehrlich sagen, im Moment finde ich ihn sogar noch besser. und die Dialoge, omg die Dialoge :lachweg:
Selten sowas geiles gehört. Da stinkt Kill Bill und Death Proof ja mal meilenweit gegen ab. Langeweile? Keine Spur! Und wie geil wurde bitte Hitler dargestellt? Eine absolute Karikatur :lol:

Ich könnt mich immer noch wegschmeißen

2 Dialogbeispiele:

"Hast du schonmal auf dem Boden gesessen?"
"Ja"
"Dann setz dich"

"So und jetzt zeig mir mal mit deinen Wiener-Schnitzel-Fingern auf der Karte, wo die Bockwurstparty stattfindet"
(Es geht um das Auffinden einer deutschen Stellung)

:lol::lachweg:

Achja, und wenn Christoph Walz nicht den Oscar bekommt weiß ich auch nicht. Eine phenomenale Leistung

Und der Bärenjude
Hitler: "Vielleicht war es ein Golem"
Berater: Nein, Golems gibt es nicht
Hitler: "Und wenn doch?"
:lol:

Ein wirklich großer Film mit sehr viel Morricone-Score, tollen deutsche Schauspielern(das ich das mal sagen würde) und grenzgenialen Dialogen. Für mich ist es Tarantinos bester Film. Ein ganz heißer Anwärter auf die Oscars!

10/10
 
Über Nacht ist mir noch mal die tiefe Bedeutung des "Inglourious" klargeworden. Glourious, das ist der Held des Propagandafilms "Stolz der Nation". Er steht oben auf dem Turm und killt zur Freude Hitlers 300 Feinde im Alleingang. Von den Helden des eigentlichen Films kommt niemand auf diese Weise zum Höhepunkt. Lediglich die stummen Protagonisten aus der zweiten Reihe der Basterds haben das stille Vergnügen, ihre Schnellfeuerwaffen in den im Kino gefangenen Nazimob reinzuhalten. Tarantino verzichtet bewusst auf die kinotypische Heldenverehrung. Die Jüdin zelebriert ihre Rache in erotischer Vorfreude und wird kurz davor zur Strecke gebracht. Brad Pitt ist zum Höhepunkt des Films zur Handlungsunfähigkeit verdammt und muß den Ort sogar verlassen. Sie alle haben nur die gemeinsame Vorarbeit geleistet, ausführender Produzent der Rache der Juden ist das Kino selbst. Und wie diese Rache vollzogen wird, ist einfach wunderbar. Die ganze Nazi-Elite stirbt als dreckiger Mob, der keine Chance hat. Genau wie die Juden in den Konzentrationslagern. Das hat man so noch nie gesehen auf der Leindwand und wirkt regelrecht befreiend. Befreiend von der ganzen Nazi-Dämonisierung, die auch das deutsche Kino mitzuverantworten hat. Es ist Tarantinos Genie, das selbst Hitler und Goebbels eiskalt und wie nebenbei mit dem MG zerfetzen lässt. Kein großer Abgang, es sind die gleichen kranken Dreckskerle wie alle anderen auch und sie haben auch im Tod nicht mehr Aufmerksamkeit verdient.
Das Tarantino der deutschen Filmwirtschaft diesen Blickwinkel geschenkt hat, ist hoch anzurechnen. Seine Liebe zum deutschen Film wird ja an vielen Stellen des Films sichtbar.
 
Urgs schrieb:
Über Nacht ist mir noch mal die tiefe Bedeutung des "Inglourious" klargeworden. Glourious, das ist der Held des Propagandafilms "Stolz der Nation". Er steht oben auf dem Turm und killt zur Freude Hitlers 300 Feinde im Alleingang. Von den Helden des eigentlichen Films kommt niemand auf diese Weise zum Höhepunkt. Lediglich die stummen Protagonisten aus der zweiten Reihe der Basterds haben das stille Vergnügen, ihre Schnellfeuerwaffen in den im Kino gefangenen Nazimob reinzuhalten. Tarantino verzichtet bewusst auf die kinotypische Heldenverehrung. Die Jüdin zelebriert ihre Rache in erotischer Vorfreude und wird kurz davor zur Strecke gebracht. Brad Pitt ist zum Höhepunkt des Films zur Handlungsunfähigkeit verdammt und muß den Ort sogar verlassen. Sie alle haben nur die gemeinsame Vorarbeit geleistet, ausführender Produzent der Rache der Juden ist das Kino selbst. Und wie diese Rache vollzogen wird, ist einfach wunderbar. Die ganze Nazi-Elite stirbt als dreckiger Mob, der keine Chance hat. Genau wie die Juden in den Konzentrationslagern. Das hat man so noch nie gesehen auf der Leindwand und wirkt regelrecht befreiend. Befreiend von der ganzen Nazi-Dämonisierung, die auch das deutsche Kino mitzuverantworten hat. Es ist Tarantinos Genie, das selbst Hitler und Goebbels eiskalt und wie nebenbei mit dem MG zerfetzen lässt. Kein großer Abgang, es sind die gleichen kranken Dreckskerle wie alle anderen auch und sie haben auch im Tod nicht mehr Aufmerksamkeit verdient.
Das Tarantino der deutschen Filmwirtschaft diesen Blickwinkel geschenkt hat, ist hoch anzurechnen. Seine Liebe zum deutschen Film wird ja an vielen Stellen des Films sichtbar.

Sehr gut geschrieben. Jetzt wo du es so erwähnst, fällt es mir auch auf. Wirklich ganz großes Kino.

Sag mal, hast du schon andere Tarantinos gesehen? Wenn ja: Sind dir Tarantinotypische Merkmale aufgefallen?! Ich könnte mich spontan nicht erinnern. Ich meine sowas, wie zB. ne Kofferraumszene, ne Red-Apple-Verpackung , ein Auftritt von ihm selbst ( :D )...etc..?
Wobei ich im Fanforum gelesen habe, der erste Skalp soll von Tarantino sein, hab nicht drauf geachtet :ugly:
 
Ich glaube, er ist kurz aufgetreten, oder?
Bin mir nicht sicher.

Hier mein kleines Review:

Die Rache der Juden

Als treu sorgender Familienvater in der Elternzeit braucht man gelegentlich auch mal eine kleine Auszeit. Diese nahm ich mir heute Nachmittag, um mal schnell in die 16 Uhr-Vorstellung von Inglourious Basterds zu springen. Man gönnt sich ja sonst nix! Die darauf folgenden 2,5 Stunden gepflegte Nazijagd in der wunderbaren Kinowelt des Quentin Tarantino waren für mich Erholung pur.

Besorgt war ich ja schon ein wenig, nachdem ich als Berliner regelmässig über das Treiben am Set, des in Babelsberg und der Sächsischen Schweiz gedrehten Films, durch die Boulevardpresse informiert wurde. Til Schweiger und Daniel Brühl in einem Tarantinofilm? Das klingt bedrohlich nach 'nem cineastischen Supergau. Und welche deutschen Hackfressen sich da noch alles tummelten ...

Gemessen an meiner Euphorie, mit der ich das Kino wieder verließ, waren meine Befürchtungen defintiv unbegründet. Auf Tarantino ist halt doch Verlaß! Til Schweiger halte ich dennoch für ne Fehlbesetzung, allerdings für eine erträgliche, da er in seinen kurzen Auftritten überwiegend die Schnauze hält. Daniel Brühls kindlich-morbides Gesicht ordnet sich dagegen recht gut in den schmierigen Nazi- Charakterreigen ein, den Tarantino im Laufe des Films antreten lässt. Im ganzen läßt sich sagen, daß der Film nicht zufällig in Deutschland gedreht wurde, eventuell, weils hier billiger ist. Nein, Tarantino hat mit den Basterds auch einen Film über den deutschen Film gedreht und ihn vollgespickt mit Zitaten und Hinweisen, die auch viele Deutsche nicht immer verstehen werden, weil sie dafür einfach zu jung sind. So gesehen, ist es mehr als eine Geste gewesen, so viele deutsche Gesichter in den Film zu integrieren.

Die Geschichte an sich ist relativ dünn und vorhersehbar. Die Inglourious Basterds, eine amerikanische Spezialeinheit, die im besetzten Frankreich leidenschaftlich Jagd auf Nazis macht, kommen dabei fast schon etwas zu kurz. Dreh- und Angelpunkt des Films ist ein Kino, in dem Goebbels seinen Propagandafilm "Stolz der Nation" einer erlesenen Auswahl der Nazi-Elite präsentieren möchte. Ein Anlaß den nicht nur die Basterds nutzen möchten, um möglichst viele verhasste Judenmörder gleichzeitig in die Luft zu jagen. Auch eine getarnte Jüdin, deren Familie vor drei Jahren ermordert wurde, sinnt nach Rache.

Tarantino reicht das als Rahmen für einen Film, mit dem er auf märchenhafte wie kluge Weise einfach die Geschichte des 2. Weltkriegs umdichtet. Das Kino als Ort, der die Realität in ein schöneres und besseres Licht zu rücken vermag. Die explosive Rache der Juden an die Nazibande bildet in Inglourious Basterds deswegen ein exorzistisches Finale, das mir ein gnadenlos fettes Grinsen ins Gesicht knetete und mich am Ende begeistert applaudieren ließ.

Zwischendurch gibt es auch ein paar Längen zu bewältigen, so zum Beispiel das komplette Kapitel 4, das in einer Kellerkneipe angelegt ist und vor langen Dialogen nur so strotzt. Es ist offensichtlich, dass Tarantino hier ganz bewusst mit der Erwartungshaltung der Zuschauer spielt. Man sehnt den Showdown dringend herbei, Tarantino hält ihn auf absurde Weise zurück, schiebt einen wahnwitzigen Dialog nach dem anderen nach, bis schliesslich und endlich die Revolver gezückt werden und ein Gemetzel mit überraschenden Ausgang anrichten. Bei genauerer Betrachtung ist diese Herangehensweise jedoch charakteristisch für Inglourious Basterds.

Glourious, das ist lediglich der Held des Propagandafilms "Stolz der Nation". Er (Daniel Brühl) steht oben auf dem Turm und killt zur Freude Hitlers 300 Feinde im Alleingang. Von den Helden des eigentlichen Films kommt niemand auf diese Weise zum Höhepunkt. Lediglich die stummen Protagonisten aus der zweiten Reihe der Basterds haben das stille Vergnügen, ihre Schnellfeuerwaffen in den im Kino gefangenen Nazimob reinzuhalten. Tarantino verzichtet bewusst auf eine kinotypische Heldenverehrung. Die Jüdin zelebriert ihre erotische Vorfreude auf den Racheakt und wird kurz davor zur Strecke gebracht. Brad Pitt ist zum Höhepunkt des Films zur Handlungsunfähigkeit verdammt und muß den Ort sogar verlassen. Sie alle haben nur die gemeinsame Vorarbeit geleistet, ausführender Produzent der Rache der Juden ist das Kino selbst. Und wie diese Rache vollzogen wird, ist einfach wunderbar. Die ganze Nazi-Elite stirbt als dreckiger Mob, der keine Chance hat. Genau wie die Juden in den Konzentrationslagern. Das hat man so noch nicht gesehen auf der Leindwand und wirkt regelrecht erleichternd und befreiend. Befreiend von der ganzen Nazi-Dämonisierung, die auch das deutsche Kino mitzuverantworten hat. Es ist Tarantinos Genie, das selbst Hitler und Goebbels eiskalt und nebensächlich im Kugelhagel zerfetzen lässt. Kein großer Abgang, es sind die gleichen kranken Dreckskerle wie alle anderen auch und sie haben auch im Tod nicht mehr Aufmerksamkeit verdient.
Das Tarantino der deutschen Filmwirtschaft diesen Blickwinkel geschenkt hat, ist ihm hoch anzurechnen. Seine Liebe zum deutschen Film wird ja an vielen Stellen des Films deutlich sichtbar. Bleibt zu hoffen, dass unseren Filmschaffenden etwas daraus lernen.

Fazit:

Inglourious Basterds ist ein grandioser Gute-Laune-Film, mit herrlich befreiend in Szene gesetzter Gewalt gegen Nazis. Brad Pitt als antifaschistischer Skalpjäger ist schon jetzt legendär, genauso wie Christoph Walz, in der Rolle des durchtriebenen SS-Judenjägers, als nationalsozialistischer Filmbösewicht Maßstäbe setzt.​

Ein Film, den man sich unbedingt auf großer Leinwand geben sollte!
 
The perfect Dark schrieb:
Sind dir Tarantinotypische Merkmale aufgefallen?! Ich könnte mich spontan nicht erinnern. Ich meine sowas, wie zB. ne Kofferraumszene, ne Red-Apple-Verpackung , ein Auftritt von ihm selbst ( :D )...etc..?

Gibts es keine Nahaufnahmen von "nackten" Frauenfüßen in dem Film ? - Tarantino steht da ja sonst immer so drauf :grins:
 
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