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REVIEW GTA San Andreas HD

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Yzerman

Alle Konsolen sind grün
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Spätestens mit GTA San Andreas wurde Rockstar weit über die Videospielgrenzen ein Begriff. Mit dem Sprung auf 3D-Grafik ist ihnen 2001 mit GTA III ein Meilenstein in der Gameindustrie gelungen. Ein neues Genre wurde geschaffen und Rockstar wurde fast über Nacht zu einem der wichtigsten Player im Business.
In der 6. Generation der Konsolen war der Programmieraufwand wohl noch um einiges kleiner als heute. Denn Rockstar releaste bereits 2004 (auf der PS2) den dritten eigenständigen Teil (nach dem fulminanten 3D-Debüt kam noch das stimmige Vice City raus). Und der war in vieler Hinsicht einfach nur vollgepackt!
10 Jahre später kam nun, etwas überraschend und ohne viel Berichterstattung, ein HD-Remaster für die Xbox 360 raus. Vieles ist zumindest etwas speziell: Das Spiel bzw. die Serie, welche die Playstation prägte und pushte wie kaum eine andere, kommt zum Jubiläum auf einer Microsoft Konsole, deren Vorgänger damals immer mit grosser Verspätung bedient wurde. Dazu ist die Konsole, auf welchem das Spiel veröffentlicht wird, seit einem Jahr von der Xbox One abgelöst worden… Was noch nicht genug ist: Denn Rockstar bewarb das Spiel (so gut wie) gar nicht. Immerhin stimmt der Preis. Die $3 für dieses Spiel muss man einfach ausgeben. Ich wage zu behaupten, dass man ein solches Preis-/Spielverhältnis nie mehr sehen wird!

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Aller Anfang ist deprimierend

Das Leben meinte es auch schon besser mit Carl „CJ“ Johnson: Er zog von Los Santos nach Liberty City um dort ein relativ anständiges Leben auf die Beine zu stellen. Doch in seine Heimat kommt nicht zur Ruhe: So teilt ihm auch sein Bruder Sweet telefonisch mit, dass ihre Mutter ermordet wurde. Kaum ist CJ wieder in Los Santos angekommen, gerät man in die Hände des korrupten Cops Tenpenny, der ihn sogleich an die kurze Leine nimmt. Will man nicht für einen ermordeten Cop verantwortlich gemacht werden, muss man wieder zum Gangster werden…

San Andreas HD beginnt zumindest mal klasse: Officer Tenpenny, der von Samuel L Jackson synchronisiert wurde, ist ein richtig guter Antagonist. Er ist ein mieser Opportunist und sitzt natürlich am längeren Hebel. Dazu gesellen sich sein trottliger und ähnlich Moralloser Partner Polanski sowie der „Mexikaner“ Hernandez. Wer schon mal SA gespielt hat, weiss was nun einem erwartet: Eine nette Spazierfahrt auf dem Rücksitz des Polizeiwagens. Eine gute Gelegenheit die neue Grafik zu bewundern. Doch spätestens hier wird einem klar, dass GTA nicht wirklich ein aufwändiger HD-Port, wie ein Halo CEA, ist. Die Grafik ist natürlich höher aufgelöst, CJ hatte ich z.B. ganz anders in Erinnerung (da er auf der PS2 um einiges verschwommener dargestellt wurde), die Weitsicht ist auch ein wenig erhöht worden und die Autos und Passanten sind nun etwas plastischer. Ein netter Spiegelungseffekt wurde über die fahrbaren Untersätze gelegt. Trotzdem: Schön anzusehen ist es sicher nicht mehr. Gut, das war es schon damals nicht, aber es sind halt bereits wieder zehn Jahre vergangen… Aber GTA hatte seine Stärken schon immer wo anders.

Wessen persönlicher Sklave Diener soll ich sein?
CJs Grove Street Crew, bestehend aus Big Smoke, dem Potrauchenden Ryder und seinem Bruder Sweet sind nach seiner Rückkehr nicht sehr gut auf ihn zu sprechen. Er wird als Verräter und schlechter Familienmensch (oder „Homie“) verunglimpft. Das kann er natürlich nicht auf sich sitzen lassen und versucht nun sich den Respekt seiner alten Freunde wieder zu erkämpfen. Dies geschieht, wie sollte es anders sein, vor allem durch Fahrsequenzen und abmurksen von Leuten. Man wird von einem Ort zum anderen geschickt, muss hier mal jemanden erschiessen gehen oder dort etwas in die Luft sprengen. Der erste Teil dient auch dazu, den Spieler in die vielen Betätigungsmöglichkeiten einzuführen. Und diese sind wirklich fast unendlich.
Erstmals in einem GTA gibt es ein Rollenspielsystem. Man kann sich im Fitnessstudio aufpumpen oder sich in einem Burgerladen vollstopfen gehen. Die Resultate sieht man sehr schnell an CJ. Dazu gibt es Erfahrungspunkte in allen Disziplinen mit welchen man sich fortbewegen und wehren kann. Zu Beginn braucht man mit der Pistole etwa drei Magazine um einen einzigen Gegner aus dem Weg zu räumen. Zum Glück entwickeln sich die Skills mehr oder weniger automatisch mit. Man muss, bis auf eine Ausnahme, nie gross eine Nebenaufgabe erledigen, um seine Fertigkeiten hinaufzupushen.

Die Story kommt ins Rollen… oder auch nicht
San Andreas spielt zeitlich in der Mitte der 90er Jahre und es gibt eine Menge Anspielungen auf Filme, Spiele und Persönlichkeiten aus den Jahren 1990-2004. Die Story gefiel mir, über alles gesehen ganz gut. Allerdings findet sie im Mittelteil so gut wie gar nicht statt. Nachdem man nämlich von seinen Kumpels verraten wird, kommt Bruder Sweet in den Knast. Man will ihn nun natürlich so schnell wie möglich herausholen. Schade ist einfach, dass man jeden Scheiss, für jeden dahergelaufenen Typen macht. Der Bruder geht dabei komplett vergessen. Dieser wird erst wieder gegen Ende des Spiels erwähnt. Oft fragte ich mich, wieso ich gerade, diese Mission absolviere oder um was es genau geht… Das Storytelling ist Welten von einem GTA V entfernt. Alles wirkt unausgereift und die Konfrontationen in den Zwischensequenzen sind vielmals unfreiwillig komisch. Trotzdem weiss sie zu unterhalten. Dies, weil es doch einige sehr amüsante Charaktere trifft. Viele verschwinden schnell wieder, andere begleiten einem das ganze Spiel über. Letztere gehören mit der Zeit dann auch schon fast zur „Familie“. Dies merkt man, wenn die Hauptstory durch ist. Ohne Woozie, The Truth etc. macht es nur halb so viel Spass.

Abwechslung ist Trumpf
Das Missionsdesign ist abwechslungsreich und der Ideenreichtum lässt keine Wünsche offen: Man muss Einbrüche begehen, ein Hanffeld abbrennen, wilde Kart-Verfolgungsjagden liefern, gegnerische Gang-Bosse erledigen, einen Raketenrucksack (James Bond lässt grüssen) aus einer schwer gesicherten Militärbasis klauen, eine junge Frau aus einem lodernden Haus befreien und zum Ende gar einen ausgewachsenen Bürgerkrieg führen. Dazu gesellen sich Schleich-Einsätze, à la Sam Fisher (naja teilweise zumindest), ausserdem müssen immer wieder mal Autorennen gewonnen werden. Das ist aber noch längst nicht alles: Es gibt ausserdem kleinere Rhythmus-Spielchen (etwa in der Disco oder im mit dem Lowrider) sowie Polizei- oder Feuerwehr-Einsätze. Man kann Basketball spielen, zu Hause vor der Glotze gamen, im virtuellen Spielcasino Geld verlieren oder nach Perlen tauchen und Hufeisen suchen. Und die Freundinnen darf man natürlich auch nicht vergessen… Man sieht: Es gibt mehr als genug zu tun.
Allerdings haben mich die Nebenaufgaben nie gross interessiert. Andere mögen daran vielleicht Gefallen finden, ich bin aber nicht so der Typ dazu. Während meiner Durchspielzeit von knapp 21h, habe ich ganze zwei Hufeisen und eine Perle gefunden. :ugly:

Die drei Städte Los Santos (anlehnend an Los Angeles), San Fierro (San Francisco) und Las Venturas (Las Vegas) haben ein paar Merkmale ihrer realen Vorbilder, aber alles wirkt noch richtig wie ein Videospiel. Auf den Strassen laufen vielleicht nur 30 verschiedene Charaktermodelle rum und wer mal in den nachgebildeten Hollywood Hills rumgecruist ist, weiss was ich meine, wenn ich von einem Videospiel spreche. Die Strassen dort sind sowas von eng und unnatürlich (die Steigungen packt man mit ein paar Karren gar nicht, wenn man mal stoppen muss) dass es zum Schmunzeln ist. Auch ansonsten sind ein paar Sachen unrealer, als dass sich der heutige Gamer gewohnt ist. Speziell zu erwähnen ist hierbei der Strassenverkehr: Meine Fresse braucht das Eingewöhnungszeit. Die KI wechselt die Spur sowas von unnatürlich, dass man mehr als oft in Kollisionen verwickelt wird. Und auf den Highways wird gerast, was das Zeug hält. Verliert man da mal an Geschwindigkeit, kracht fast sicher ein anderer Verkehrsteilnehmer in einen rein. Mit der Zeit gewöhnt man sich daran, aber zu Beginn ist es schon fast ein kleiner Schock. Good ol' times. ;)

High Definition mit Checkpointsystem!
Das Spiel kommt in einer höheren Auflösung, als die Originale daher. Im normalen Spielgeschehen gewinnt die Grafik dadurch sichtlich etwas. In den Zwischensequenzen sieht man dank der neuen Auflösung auch mehr Details. Leider. Denn durch die verwaschenen Texturen von früher fielen die groben Charaktermodelle nicht so sehr auf wie jetzt. Denn neue Polygone gab es leider nicht… An der Weitsicht wurde auch etwas gedreht, man sieht weiter in die Ferne und die Autos und Objekte poppen (Pop-Ups?) etwas später ins Bild. Einen Quantensprung darf man allerdings nicht erwarten. Alles in allem kann man aber ohne weiteres sagen, dass dies die schönste Version für Konsolen ist.
Die HD-Version basiert auf dem Mobilport aus dem Jahr 2013. Dies hat einige Vorteile. So sind die Verfolgungsjagden und Zeitlimits etwas entschärft worden. Habe ich jedenfalls das Gefühl. Denn in der ursprünglichen Xbox-Version habe ich an manchen Missionen wirklich lange gehabt. Im Remake blieb ich nirgends länger hängen.
Einen Teil dazu trägt natürlich auch das Checkpointsystem bei. Ja, es gibt endlich eines! Und es ist nicht super ausgereift, aber trotzdem absolut unverzichtbar. In den kleineren und somit meisten Missionen, hat es nämlich nur einen Checkpoint. Gleich zu Beginn der Mission. Das kann manchmal schon etwas nerven. Denn die auch die kurzen Missionen können sich manchmal in die Länge ziehen. Wenn man nun aber bei einer Verfolgungsjagd irgendwo in der Pampa mit dem Auto in einen See stürzt, muss man dann nicht wieder mühsam an Land schwimmen, die nächste Strasse suchen, sich einem Fahrzeug bemächtigen und 5km zurück zum Missionsstart fahren. Man kann einfach den letzten Checkpoint laden und landet schlechtesten Falls beim Missionsstart. Ohne dieses System hätte ich das Spiel nicht durchgespielt. Schon so ist es ein Zeitfresser, aber mit dem Originalen Speichersystem wäre es mir zu aufwändig geworden.
Neben den Checkpoints wird nun auch nach jeder erfolgreichen Mission gespeichert. D.h. dass die Speicherorte (Wohnungen/Häuser) massiv an Reiz verlieren. Denn eigentlich braucht man die nicht mehr wirklich. Ausser man macht viele Nebenaufgaben.

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Die Weitsicht wurde etwas verbessert.

Mobilport mit Mängeln
Dass es sich um einen Port eines IOS-Spiels handelt, kann man anhand des Spielmenüs ahnen. Dieses ist sehr schlicht gehalten. Was mich aber am meisten störte, war die Steuerung. Zum Glück weiss die Fahrzeugsteuerung zu gefallen. Hier gibt es, ausser der manchmal etwas speziellen Kollisionsabfrage mit Strassenlaternen, nichts zu bemängeln. Äusserst schade ist, dass man die Fahrzeuge nicht analog beschleunigen kann. Darüber wurde oft lamentiert, mir ist es lange nicht aufgefallen bzw. hat es nicht gestört. Bis zu den ersten Verfolgungsmissionen. In diesen muss man meistens mit einem gebührenden Sicherheitsabstand einem Opfer folgen. Durch die digitale Abfrage kann man so leider nie das Tempo des zu verfolgenden Autos halten. Man fährt (zu) schnell hinterher, bremst voll ab, weil der Zeiger ausschlägt und gibt dann wieder (Voll)gas. Mühsam.
Ein paar Autos ruckeln auch etwas seltsam hin und her beim Fahren. Als ob sie Schluckauf hätten.
Bei der zu Fuss Steuerung nervt, das automatische besteigen von Zäunen und Mauern. Ein Überbleibsel des IOS-Spiels. Aus Steuerungsbelegungsgründen, hat man dort eingestellt, dass CJ, wenn er sprintet, automatisch auf Zäune und Mauern klettert. In der 360-Fassung braucht es dies aber nicht, da es dafür einen eigenen Button gibt. So kommt es immer wieder vor, dass Mr. Johnson sich bei einer Verfolgungsjagd an eine Wand hängt, anstatt wegzulaufen.
Einen weiteren Fehler, den ich auf Apple schiebe, ist die Sensibilität beim Zielen: Diese ist einfach nicht richtig einstellbar. Beim normalen Faustfeuerwaffengebrauch muss man sie ganz nach unten stellen, da man ansonsten niemals auch nur in die Nähe eines Zieles kommt. Sobald man aber an einem Geschütz steht oder in einer Mission aus dem Auto ballert (fest vorgegeben), muss man die Sensibilität komplett in die andere Richtung verstellen. Es kann doch nicht sein, dass man im normalen Spiel kaum an den rechten Stick kommen kann, damit der Zielcursor über den ganzen Bildschirm huscht, während dem man bei einem Geschütz für das gleiche Manöver gefühlte 30 Sekunden braucht.
Last but not least kommen noch die Ruckler. Ein GTA ohne Ruckler ist kein GTA. Nichts desto trotz ist es befremdlich, dass die 360 kein IOS-Spiel ruckelfrei darstellen kann.
Und schlussendlich kommen noch die Soundaussetzer bei den Zwischensequenzen. Diese kommen im Schnitt bei jeder 6. Mission vor.
Man merkt dem Spiel ehrlich gesagt etwas an, das es ein Schnellschuss ist. Die meisten Fehler könnten ohne grossen Aufwand behoben werden. Könnten. Denn bislang hat Rockstar zwar einen Patch rausgebracht, aber viel wurde mit dem nicht verbessert. Naiv und gutgläubig wie ich bin, gebe ich die Hoffnung aber nicht auf, dass Rockstar dies irgendwann nochmal patcht.

Ach doch: Ein paar Songs fehlen aus rechtlichen Gründen auch noch. Dies hat mich aber weniger gestört, als ich gedacht hätte.


Fazit:
Jeder der GTA San Andreas noch nie gespielt hat und eine 360 hat, sollte sich die HD-Neuauflage kaufen. Der Preis ist einfach zu gut. Über die kleinen Macken kann man gut hinwegsehen. Denn das Spiel ist dank den Neuerungen deutlich einsteigerfreundlicher, als das Original. Schade ist einzig, dass es trotzdem so viele kleine Bugs hat. Nichts wirklich schlimmes, aber doch nervend. Da diese sicherlich behebbar wären. Denn wenn man in die Welt abtaucht, wünschte man sich, dass es mal einen richtigen HD-Port geben könnte. Las Venturas oder die Ausschreitungen in Los Santos mit der GTA V-Engine wären einfach nur der Hammer und (für mich) locker nochmals €60 wert.

8/10


Nachtrag:
Nachdem ich das Review geschrieben habe, liess ich nochmals die Originalscheibe in meiner Xbox rotieren. Und die grafischen Unterschiede sind grösser, als ich mir das gedacht habe. In LV hat es zwar in der alten Version den coolen Hitzeflimmer-Effekt, aber leider flimmert auch sonst alles (und ich habe meine Xbox an einem Component-Kabel angeschlossen. Möchte nicht wissen, wie es mit einem AV-Kabel aussehen würde). Auch von der Framerate her, kommt mir die HD-Version um einiges flüssiger vor. Jedenfalls in diesen 10 Minuten, wo ich das Spiel anspielte. Dafür hat es kein Rumblefeature in der HD-Version! Ist mir nicht gross aufgefallen, als ich auf der 360 spielte, aber wenn man die (ganz) alte Xbox anschmeisst und das Auto bei jedem Randstein über den man fährt, vibriert, dann macht das schon was her. Auch beim Schiessen etc. kommt das einfach viel besser rüber, wenn es ein haptisches Feedback gibt, als ohne. Dieses Feature vermisse ich schon sehr. Ein weiterer schlechter Nebeneffekt der IOS-Umsetzung.
Habe mal in Las Venturas, bei Woozies Casino einen Schnappschuss mit dem Iphone gemacht:

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GTA San Andreas (Xbox)

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GTA San Andreas HD (Xbox 360)
 
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