Bin dann tatsächlich gestern Abend zwei Swift-Rennen gefahren. Die Grid-Einteilung war frustrierend, denn wenn man als Fahrer der Stufe B mit den Fahrern aus A+ (zwei Stufen drüber) zusammengewürfelt wird, weiß man schon, dass das Feld sich auseinander bewegen wird. Gut, mag der europaweiten Hitze und der "Im Sommer ist man auch spätabends noch draußen"-Mentalität geschuldet sein, dass die Lobbies nicht so gut besucht sind. Und an den Ignoranten, die sagen "Mit dem Swift fahre ich doch keine Rennen. Ich will 1.000 PS, mindestens!!!"
Die beiden Rennen waren dann tatsächlich entschleunigend, was bei der Hitze tatsächlich ganz angenehm ist, dass man nicht jede Sekunde vollkonzentriert sein muss. Der Swift wird von GTS so konfiguriert, dass er 8 kW mehr Leistung hat als Serie, aber auch im Gewicht zulegt (warum auch immer). Ich bin damals einen realen Swift Sport gefahren inklusive insgesamt 4-5 Runden auf der Nordschleife, und die Erinnerungen kamen direkt wieder, als ich mit weniger als Tempo 160 vom Bergwerk bis zur Mutkurve mangels Leistung verhungert bin. Wie damals in echt.
Die Langsamkeit wird für echten Tourenwagensport genutzt. Es gibt Kontakt, man fährt zu zweit durch die Kurven, Windschatten ist moderat, aber man nimmt jedes km/h extra dankend mit. Und trotz der gelegentlichen Kontakte lässt man sich Platz zum Leben und achtet darauf, dass jeder den Schwung auf die nächste Gerade mitnimmt, um den Anschluss nach vorne nicht zu verlieren.
Das läuft alles sehr gut ... bis man einen Spanier oder Italiener in seiner Nähe hat. Es sind nicht alle "Südländer" unfair, aber die höchste Fairplay-Ranking-Stufe "S", die alle Fahrer in den Rennen hatten ... in Italien und Spanien muss diese Stufe irgendwie einfacher zu erlangen sein als bei uns und steht eher für "Schmutzig", denn im Zweikampf fahren diese häufig, als hätte ich zuvor ihre Mutter beleidigt. Mache ich aber erst NACH den Zweikämpfen mit ihnen.
Da wird vor einem die Tür zugemacht, hin und hergeschwenkt auf kurzen Geraden, damit man ja nicht daneben kommt, und ist man in einer Kurve außen auf gleicher Höhe neben ihnen, kann man davon ausgehen, dass sie sich an einem anlehnen und so tun, als ob man nicht da wäre, und dann geht man selbst weit.
Trotz dieser Erfahrung werde ich am Wochenende bestimmt nochmal in das ein oder andere Swift-Rennen reinschauen, denn mir macht es Spaß, eine extrem saubere Linie zu erlernen. Und wenn man dann wie in meinem ersten Rennen von 17 auf 9 vorkommt in gerade mal 2 Runden, die das Rennen dauert, dann hebt das die Stimmung wieder und meine Beleidigungen gegen italienische und spanische Mütter sind gleich umso euphorischer.