Mir ging der Bengel in der Phase extrem auf den Keks, aber ist das wirklich unglaubwürdig gewesen? Ein Knabe in seinem Alter, krank und auch scheu, muss gegen diverse Kreaturen ankämpfen. Er hat seine Mutter verloren, und an seiner Seite ist nur ein mürrischer Vater, der ihn etwas distanziert behandelt. Plötzlich erfährt er dass er ein Gott ist. Das steigt ihm dann einfach zu Kopf. Kann man auch sehr gut erkennen wie arrogant er plötzlich ist, auch die Scheu ist weg. Er greift Gegner aktiv an, er fühlt sich unbesiegbar und wird von seinen eigenen Emotionen korrumpiert.
Fangen tut er sich dann ja wieder, nach dem er durch sein Unachtseim beinahe seinen Vater und sich selbst ins Unglück gezogen hätte. Er ist dann wieder sehr viel zurückhaltender, und fängt sich wieder, auch deshalb weil Kratos ihm ein paar eindeutige Worte dazu gesagt hat, auch dass er seine Mutter so nicht eben
nicht ehrt. Das hat in Atreus wohl etwas bewegt, denn seine Mutter war wohl das wichtigste für ihn.
Denkt doch nur mal an die echte Welt. Wie viele junge Menschen mit Erfolg und Reichtum steigt das ganze zu Kopf. Sieht man doch bei einer Menge Stars deutlich, dass die dann völlig austicken. Ist denke mal das ist etwas vergleichbar, auch wenn es in Wirklichkeit natürlich keine Götter gibt.
Ich finde daher, dass die kurzzeitige Wandlung gar nicht so unglaubwürdig ist. Sie wirkt womöglich etwas plump, aber das ist immer noch ein Spiel, und kein Film. Da kann man nicht alles so intensiv behandeln wie bei einem Filmdrehbuch, wo man alles viel feiner ausarbeiten kann.
Wie gesagt, nervig war der Bub dann auf jeden Fall, aber unglaubwürdig fand ich es nicht.