@Gerri Ich würde auch ein paar Monate Unterricht nehmen. Das kann ich dir nur ans Herz legen. Ich war vor ungefähr 20 Jahren mal ein paar Monate Arbeitslos und wusste nicht, wie lange dieser Zustand noch anhalten würde. Nach einiger Zeit dachte ich mir, das ich ja jetzt nicht die ganze Zeit nur vor der Glotze sitzen und zocken oder Fernsehen kann und hab mir überlegt was ich denn so machen könnte und bin dann drauf gekommen, dass das ein Projekt sein könnte, das mich vorwärts bringt.
Ich bin dann mit nem Kumpel der ganz gut spielen konnte ins Musikhaus. Ich selber wusste ja nichts über Instrumente und konnte ja noch keinen einzigen Ton spielen und hab mir für ungefähr 270 Euro ne Yamaha Westerngitarre geschossen und hab nochmal ca. nen Hunni in ein bisschen Equipment wie Tasche, Saiten usw. investiert und hab dann versucht mir das auch im Selbststudium bei zu bringen. Ich habs mit nem Buch versucht, mit ner Lern DVD, mit Internet Kurse....nix hat so richtig funktioniert. Einige Griffe hab ich einfach nicht hinbekommen, auch weil ich ja gar nicht wusste, was ich denn nun falsch gemacht hatte. Und richtig Strukturiert war das auch nicht, ich wusste nicht welche Übungen ich machen sollte um aufs nächste Level zu kommen. Das hab ich ca. ein halbes Jahr probiert, aber es wurde irgendwie nicht so richtig besser.
Dann hab ich mich entschlossen, das ich besser Unterricht nehmen sollte, vor allem da ich ja auch schon Mitte 30 gewesen bin und auch mal irgendwann mal zu was kommen wollte. Lernen geht nicht mehr so schnell und Easy wie mit 18 und man will ja irgendwann auch mal ein Vorwärts kommen oder irgend eine andere Art Erfolge sehen, vielleicht das man den Griff den man die ganze letzte Woche geübt hat endlich flüssig und sauber greifen kann oder endlich die Bridge auswendig kann die man immer wieder nachschlagen musste.
Also hab ich mir Unterricht in der Musikhochschule organisiert die es ja bei uns gibt, und das ging schon mal ERHEBLICH besser als das; was ich davor so rumgedoktort habe. Leider ist der Lehrer nach 3 oder 4 Monaten ausgestiegen, weil er mit seiner Freundin zusammen gezogen ist, die irgendwo anders gewohnt hat, und die Sache mit dem Unterricht hatte sich fürs erste erledigt. 2 Monate später war ich auf nem Rockbabilly Konzert und in der Pause hat sich der Gitarrist was zu Trinken an der Bar geholt und sich direkt neben mich gestellt hatte, also kamen wir ins Quatschen.
Es hat sich dann so ergeben, das er am nächsten Tag mit nem Freund in ner kleinen Bar bei mir in der Nahe gespielt hat und ich bin dann da hin und es hat sich dann so ergeben, das ich Privatunterricht bei ihm genommen habe. 1 x die Woche ne Stunde (meistens sind eher 1,5 - 2 Stunden geworden

) und dafür hab ich ihm 100 Euroim Monat gezahlt. Nicht ganz billig, aber das war es wert. Ein Jahr später hab ich schon kleinere Gigs mit ihm zusammen gespielt und bald waren wir ein gut gebuchtes Duo.
Fazit: Nimm dir nen Lehrer. Das muss ja kein ausgebildeter Musikpädagoge sein, ein Kumpel der schon ne Zeit spielt tuts auch, aber gerade am Anfang ist Unterricht etwas das sich echt lohnt und erspart dir viele Frustrierende Momente und hilft dir über Hürden zu kommen, die dir das Spielen unnötig schwer machen und vielleicht auch irgendwann zum Aufhören gebracht hätten. Ich denke, so 6 bis 12 Monate Unterricht sind durchaus Sinnvoll. Von da an wirst du wahrscheinlich auch alleine weiter machen können, aber nimm dir wenigstens für ein paar Monate jemanden der dir den Start erleichtert. Ich hätte ohne ganz bestimmt nach ein paar Monaten das Handtuch geworden. Ich sprech da also aus eigener, leidvoller Erfahrung.