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F1-Thread - Großer Preis von Brasilien 2012 (WM-Finale und Goodbye Schumi!)

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Edit: @ Freezi
Das finde ich definitiv nicht: Die abgelaufene Saison war ungemein ausgeglichen und spannend - es gab in den ersten sieben Rennen (oder so?) sieben verschiedene Sieger. Die Entscheidung fiel buchstäblich erst in letzter Sekunde im letzten Rennen. Es gab auch eine vielzahl spannender Zweikämpfe und so viele Überholmanöver wie seit Ewigkeiten nicht mehr. Dass diese Spannung nur eine künstlich erzeugte ist (KERS und DRS lassen grüssen), ist zwar ein beträchtlicher Wehrmutstropfen, allerdings ist das allemal noch besser als die Langeweile vor 10 Jahren.

Es läuft tatsächlich nicht alles in die richtige Richtung (Streichung von Traditionsstrecken zu Gunsten von irgendwelchen Wüstenstaatrennen ohne jegliche F1-Fans/Tradition, Pay-Driver-Unding, kaum mehr Testmöglichkeiten, Technick-Schnick-Schnack statt Aerodynamik-Entschlackung etc.), aber dass die F1 in den letzten Jahren deutlich spannender wurde halte ich für ein kaum in Abrede zu stellendes Faktum. Natürlich nicht so spannend wie vor 20 bis 30 Jahren, aber imo wieder durchaus sehenswert.
Tankstopps fände ich dem Grundsatz nach auch o.k., nur weiss dann in der Qualifikation und im Rennen wieder keine Sau, wie die aktuell gefahrenen Zeiten zu bewerten sind. Das ist zum einen zwar irgendwie schon spannend, raubt dem Geschehen auf der Mattscheibe aber auch irgendwie die Relevanz (o.k., schnelle Runde, aber wirklich schnell? Keine Ahnung - das weiss ich erst morgen/übermorgen/am Ende des Rennens...).
 
Man muss sowieso sehen was mit der Formel 1 passiert wen der bernie ecclestone stirbt oder abtritt. Ewig lebt der nicht und dann könnte sich alles ändern.
 
die heutige formel 1 ist doch nur noch ein schatten seiner selbst. die ganzen neuen regeln und technischen "errungenschaften" (KERS mal ausgenommen) hatten doch nur zur folge, dass aus dem schnellsten sport der welt, der königsklasse eben, die kätzchenklasse geworden ist... teams und fahrer haben nix besseres zu tun als rumzuheulen, wenn mal einer die tür zu macht... die stewards tun ihren teil dazu, indem lächerliche strafen ausgesprochen werden (siehe letztes rennen hülkenberg).

@schumiaktion: keine ahnung warum hier so ein fass aufgemacht wird. schumi sagt doch selbst, dass er um einiges langsamer war, nicht noch einen unfall riskieren wollte und es ihm eine freude war, seinen freund vorbeizulassen... kann man gut finden oder nicht. jedenfalls hat er es ehrlich aus seiner sicht kommentiert.
 
Für mich war die F1 vor 20 bis 30 (o.k. an 30 zurück kann ich mich nicht wirklich erinnern) auch viel besser als heute. Das ändert aber nichts daran, dass:

1. Die F1 heute wesentlich spannender ist als vor 10 Jahren.
2. Eine F1 wie vor 20 bis 30 Jahren nie wieder kommen wird. Es war einfach eine andere Zeit: Insbesondere war weniger Geld, mehr Pioniergeist und wesentlich mehr Gefahr dabei. Das werden wir einfach nicht mehr erleben und damit kann man sich abfinden oder nicht. Wie gesagt sehe ich auch viele Baustellen, wer aber einfach die F1 von vor 30 Jahren zurück will, wird mit dem Sport ebenso wenig glücklich werden wie diejenigen, welche im Rallysport die Gruppe B zurücksehenen (und nur ums gleich vorwegzunehmen: Ich vergleiche die Gefahr der damaligen Gruppe B Fahrzeuge nicht mit der F1 von vor 20 Jahren...).
 
ich geb dir ja recht wil, aber die spannung ist ja leider nur künstlich generiert. drs und tankverbot sind da für mich die hauptgründe. ich fand die rennen vor 10 jahren auch nicht langweilig, nur weil es weniger überholmaneuver gab... die rad an rad duelle waren zu der zeit einfach weit intensiver, weil da noch richtig kampflinie gefahren wurde.

das letzte rennen war allerdings wirklich ein krimi... ich glaube aber nicht, dass ich nach schumis abgang die F1 noch so intensiv verfolgen werde. erst recht nicht, wenn die neuen motoren kommen...
 
Ich war ja früher ganz und gar kein Freund von Schumacher. Seit seinem Comeback hatte ich aber richtig Freude an ihm und ich hätte ihm ein paar wesentlich bessere Resultate - insbesondere einen Sieg - von Herzen gegönnt. Ich werde die Legende schon auch vermissen...

Zum Kampflinie fahren: Das fehlt heutzutage wirklich - man kämpft wegen DRS halt oft auch auf verlorenem Posten. Hinzu kommt, dass viel junge Piloten / Paydriver aber auch ausser Stande zu sein scheinen, sich in einem Zweikampf clever zu verhalten: Wenn ich Piloten wie Button oder Räikönnen in Duellen zuschaue so kann ich nur sagen: :dhoch: Relativ hart (zumindest zweiterer), aber immer genügend Platz für den Gegner. Piloten wie Maldonado, Perez oder das Crashkid vom Genfersee haben dagegen offensichtlich überhaupt keinen Plan wie man sich zu verhalten hat...
Es gäbe halt nur einen guten Weg zurück zu altbekannten Duellen: Aerodynamik vereinfachen => mechanischer Grip wird wichtiger => Windschattenfahren auch in den Kurven wieder effektiv... Aber sag das mal den Teams/Autokonzernen, welche hunderte von Millionen in ihre Windkanäle gebuttert haben... :klopf:
 
Das Problem ist IMO einfach die verkackte Aerodynamik der Fahrzeuge, richtig.

Ich begreife nicht, warum man DIE nicht einfach massiv entschlackt. Vor zwei Jahren war das so beschissen, dass Alonso über 40 Runden hinter einem 3 Sekunden langsameren Auto hängen blieb. Und heute mit DRS geht man auf der Geraden einfach vorbei.

Diese künstlich erzeugte Spannung ist meistens doch garkeine Spannung.

Deswegen ganz klar definierte, einfache Front- und Heckflügen, glatte Unterböden und gut ist. Dann werden die Rundenzeiten zwar langsamer, aber dafür lösen sich viele Probleme von selbst.
 
Exakt! Und das coole daran wäre, das man den Zeitverlust auf eine Runde wieder mit breiteren Reifen kompensieren könnte: Damit hätte man noch mehr mechanischen Grip und endlich wieder Autos, welche nicht aussehen, als hätten sie die Reifen von Oma's Renault Twingo geklaut....
 
Man muss ja auch nicht überall einer Meinung sein :)
Alonso Fan bin ich auch seit er dabei ist (soweit sind wir uns ja mal einig...). Glaub mir, ich habe mich fürchterlich, fürchterlich aufgeregt über Petrow, aber das war mehr der Ärger darüber, dass Alonso halt die WM so knapp verloren hat (wie nun schon wieder :wand: ). Aber Petrow hatte sich in dem Rennen ja nicht unfair verhalten und ist eben - wie alle Piloten - sein Rennen gefahren. Ich erwarte da von keinem, dass er einfach zur Seite springt. Weder Alonso noch Ferrari haben es während eines ganzen Rennens geschafft, an Petrow vorbeizukommen (überholen/kluge Strategie) - das war eben auch nicht gerade ein Glanzstück... Imo aber deutlich lieber so, als die Freundschaftsaktion unter Deutschen vom letzten Sonntag... Das hat auch nichts mit "Fass aufmachen" zu tun. Man kann sicher einfach nicht zum einen über die angebliche Trickserei von Ferrari aufregen und anderseits Freundschaftsdienste auf der Strecke gutheissen (imo).
 
Formel 1 ist heute auf jeden Fall ausgeglichener und spannender als früher. Ganz schlimm war die Ferrari Dominanz ziwschen 2001 und 2004. Nicht nur während dieser Zeit, sondern auch davor waren die Rennen unglaublich vorhersehbar und teils langweilig.

Was man der heutigen F1 vorwerfen muss, sind die ganzen Maßnahmen, um künstlich Spannung zu erzeugen, wie z.B. DRS, KERS, Pirelli Reifen, ständige Strafen und Safety Car Fahrten - das gabs früher nicht bzw. nicht so extrem wie in der heutigen Form (damals war die Ausfahrt des SC's noch etwas seltenes).

Trotzdem: Die heutige F1 mit der Red Bull Dominanz find ich auf jeden Fall besser. Macht einfach mehr Spaß zuzuschauen. Die damalige F1 bot vielleicht "ehrlicheren" Sport, aber es war alles zu vorhersehbar.
 
@ wil

Bei dem zweiten Aspekt sind wir uns wieder einig. :)

Ich finde aber, dass wenn die WM im letzten Rennen entschieden wird, drei Fahrer haben noch WM-Chancen und ich habe zwei WM-Anwärter hinter mir, dann MUSS ich als Fahrer nicht das Zünglein an der Waage und den Meistermacher spielen.

Alonso und Webber konnten aufgrund der Aero nicht an Petrov vorbei, obwohl sie viel schneller waren.

Ich hätte als Teamchef dem Spiel 10 Runden zugeguckt und Petrov dann über Funk "let them go" zugetragen.
 
im grunde vertreten wir (wil/zimti/mutzi) fast die gleiche meinung.

die ferrari dominanz war aber ein ergebnis von dem zusammenspiel von fahrer/team/reifen/tests ... alles wurde auf schumis wünsche zugeschnitten, und das ging auch nur weil schumi wusste was er wollte und brauchte. war bei benetton ja vorher nix anderes... ich werd nie vergessen, als 95 am hungaroring ein ösi zu mir sagte: "wart ab wenn berger und schumi nächstes jahr die autos tauschen und der gerhard in nem weltmeisterauto sitzt..." ... das ergebnis kennen wir alle... :haha: schumi war in jeder hinsicht aussergewöhnlich und akribisch.

heute macht das auto 95% der konkurrenzfähigkeit aus, was (in meinen augen) den fahrertitel um einiges an wert schmälert.

ich geh da mit euch konform, dass ein unterboden, einfache spoiler wie anfang der 90er, aber mit der sicherheit von heute die F1 wieder richtig spannend machen würden. dann wieder das nachtanken erlauben und ich wär froh...

klar können die jungen fahrer damit wenig anfangen, aber das gesetz der natürlcihen auslese würde kamikazes wie grosjean, maldonado, senna ganz schnell von der bildfläche verschwinden lassen...
 
Der Benetton von 95 war ja angeblich unfahrbar. Schumi sagt sogar selbst, dass er bis heute nicht weiß, wie er mit dem Auto Weltmeister werden konnte. Und Berger hat bei seinem Wechsel von Ferrari zu Benetton einen echten Schock bekommen, als er den 95er Benetton ausprobieren konnte. Er konnte sich nicht vorstellen, wie man in diesen unfahrbaren Ding Weltmeister werden konnte.
 
Schön so eine Diskussion, wo alle einer Meinung sind - mal was Neues :D

Das alles klingt gut und wäre durchaus wünscheswert. Problematisch eben nur, dass da ganz gewichtige finanzielle Interessen etwas gegen diese Entwicklung haben werden... Die Aerodynamik ist mehr oder minder die einzig verbliebene Spielwiese und es wurde in den letzten Jahren von allen Teams zusammen auf der Jagd nach ein paar Zehnteln tatsächlich Milliarden von Dollars verbraten... Da wird man kaum zu einem Konsens gelangen, wo alle sagen: Jo mei, was solls, bauen wir halt wieder archaische Autos - leider... Resultat sind dann die Notnägel wie wir sie jetzt haben.
Die amerikanischen Rennserien werden in Europa viel belächelt, aber in dieser Hinsicht haben sie wesentlich mehr verstanden als wir in Europa - o.k. oder halt wir in den "Wüstenstaaten+"... :grins:
 
Aerodynamischer Schund. Wie oft haben wir es schon erlebt, dass ein Fahrer die schnellsten Rundenzeiten mit einem kaputten Frontflügel hinlegte, was er mit intaktem nicht geschafft hatte? Manchmal frage ich mich, was die da eigentlich [ingenieren] :D
 
megachri schrieb:
heute macht das auto 95% der konkurrenzfähigkeit aus, was (in meinen augen) den fahrertitel um einiges an wert schmälert.

Da muss ich ganz, ganz, ganz, ganz, ganz, ganz wehement dagegen sprechen. Du kannst gerne versuchen z.B. bei Forza Motorsport 4 mit gleichem Material die selben Zeiten zu fahren, wie die Jungs auf den vorderen Plätzen. Es geht nicht. Du kannst machen was du willst und tust eigentlich auch nichts anderes wie lenken, gas geben und bremsen. Im Grunde nichts anderes wie die anderen auch und trotzdem diese eklatanten Unterschiede. In der Realität sieht es genauso aus und auch in der Formel 1 kann ein guter Fahrer eine Menge kompensieren.

wil schrieb:
Schön so eine Diskussion, wo alle einer Meinung sind - mal was Neues :D

Deswegen habe ich mich auch bisher ein wenig zurückgehalten um hier nicht querzutreiben, aber wenn ich es jetzt doch schon tue kann ich es auch ansprechen. Eine vereinfachte Aerodynamik speziell an den Flügel würde nicht zu eurem Resultat führen, denn die Entwicklung ist mittlerweile so weit fortgeschritten, dass die Dinger selbst ohne Flügel in der Lage wären soviel Abtrieb zu erzeugen, dass sie für Formel 1 Verhätlnisse lächerlichen 170 km/h an der Decke fahren könnten.

Die Aerodynamik ist viel viel mehr als die Flügel und relativ schwer zu verstehen, weshalb auch so eine Regelung eher Newey zuspielen würde und sozusagen eine Newey Dominanz vorprogrammiert wäre. Einfacher ausgedrückt, vereinfacht die Flügel und das ganze Auto ist für den Arsch. Das Ecclestone das nicht mit sich machen lässt dürfte klar sein und dann kämen sie wieder, die ganzen nachträglichen Wertungen weil eine Bodenplatte durch ominöse Umstände plötzlich zu dünn ist.
 
Ich find in der F1 sieht man das sehr gut an Alonso, Hamilton und auch Vettel. Deren Teamkollegen fahren auch mit dem gleichen Material, können aber nur selten das gleiche Niveau wie sie erreichen. Der Fahrer scheint also nicht so unwichtig zu sein.

Man hat diese Saison ja auch öfters gehört, dass Sauber und vor allem Williams, zu den Topautos gehörten. Die Resultate der Fahrer sprachen aber meistens ne andere Sprache. Das hat sicher auch andere Gründe, aber ich sehe den Fahrer weiterhin als wichtigen Faktor.
 
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