Death Stranding (PS4)
Ich liebe originelle Spiele bzw. Spiele die Risiken eingehen um eine andere Spielerfahrung zu schaffen. Da reiht sich Death Stranding definitv ein. Es ist kein neues Genre, aber es ist definitiv originell und außergewöhnlich.
Grafisch sowie audiovisuell ist Death Stranding ein Genuss. Vor Allem der spezielle Soundtrack hat es mir angetan. Auch wenn mir der Soundtrack nicht mit all seinen Tracks gefällt, so sind zumindest die im Game verwendeten Tracks passend gesetzt und zeigen mal wieder wie wichtig der passende Sound für die Atmosphäre ist. Vor Allem die Low Roar Tracks und BBs Theme haben es mir echt angetan. Echt geil!
Auch beim Gameplay (zumindest in der Open World) macht Death Stranding so viel richtig. Das „Wander-, Survival-, Grind-, Build- und Online“ Konzept wurde echt genial umgesetzt und hat zumindest bei mir in der ersten Hälfte des Games eine immense Sucht erzeugt. Ja, es ist manchmal etwas zäh und auch der Schwierigkeitsgrad (mit Ausnahme von Kapitel 12 war das glaube ich) könnte deutlich höher sein. Zu einfach lassen sich Gefahrenzonen umgehen und auch das Survivalkonzept in der Wildnis ist für mich nicht fordernd genug gewesen (Wer zur Hölle braucht ernsthaft die Ausruhfunktion?). Aber diese Punkte sind an sich nur Erbsenzählerrei und gehen gegenüber den Propunkten deutlich unter.
Auch atmosphärisch ist Death Stranding mit seinem postapokalyptischen Sci-Fi-Setting, seiner melodramatischen Stimmung und seiner Inszenierung einer der ganz Großen. Bei der Story hat sich Hideo & Team echt immens viele Gedanken gemacht. Sie ist über weite Strecken spannend und man kann echt viel (wer will) darüber lesen und darin versinken. Gerade gegen Ende nimmt die Story nochmal an Fahrt auf und wurde echt geil inszeniert!
Außerdem muss man das Spiel auch technisch loben. Ich glaube ich hatte nicht einen wirklichen Bug. So muss das sein!
Wären da nicht die folgende zwei Punkte, dann hätte sich Death Stranding für mich in meine Hall of Fame katapultiert.
So gut und originell das Gameplay für mich in der Open World umgesetzt worden ist, so banal waren manche Storykapitel spielerisch. Als hätte man ein gänzlich anderes Team daran gesetzt. Da sprang Death Stranding von einem AAA-Titel spontan mal auf unteres C-Niveau. Es war schon erschreckend wir kreativlos diese Kapitel und manche Bosskämpfe integriert worden sind. Nun gut, „schnell durch und weiter“ war hier die Methode, aber dennoch sehr schade.
Noch viel schlimmer war für mich allerdings das Folgende. Ich weiß, wenn man etwas originelles und gar Neues schaffen will, geht man hohe Risiken ein ob dies beim Spieler ankommt. Diesen Mut schätze ich sehr und wünsche ich mir bei vielen Entwicklern. Aber der gute Hideo & Team übertreibt es manchmal nicht nur ein bisschen, sondern maßlos. Manchmal kam ich mir vor, als sitze ich vor einem modernen abstrakten Kunstwerk. Einfach cool, anders, neu, aber irgendwie auch manchmal einfach nur Bullshit. Manche Charaktere, Storyideen, Gameplayelemente und und und sind dermaßen überzogen, das ich mich oft gefragt habe: „Ist das schon so speziell, das man es wieder cool finden muss oder ist es einfach nur Scheise“. Und leider finde ich ab und zu Letzteres. Dies hat mich mehr als oft aus dem genialen Feeling was Death Stranding bietet rausgerissen und mir die Atmo gekillt. Ich könnte da viele Punkte aufzählen, aber das lasse ich, sonst wird der Post hier nur noch länger.
Fazit:
Ein großartiges Game was viele Risiken eingeht und damit auch vieles richtig macht. Ich bin froh das es Entwickler gibt, die sich mehr trauen um ein einzigartiges Game abzuliefern. Über weite Strecken ist Death Stranding einfach genial und es gehört definitiv zum Besten was ich 2019 gezockt habe. In manchen Bereichen übertreibt es Hideo & Team allerdings und hinterlässt so einen faden Beigeschmack. So reiht sich Death Stranding bei mir leider nicht in meine „All time Favorites“ ein. Einen weiteren Spieldurchgang wird es mit mir wohl nicht erleben, dies benötigt das Spiel aber auch nicht.