Zu langer Text
Habe eben, nach 17h, Just Cause 2 beendet und dabei nur das nötigste gemacht.
Deswegen kann man den Spiel schon mal eine hohe Spielzeit attestieren.
Jedoch wird diese durch unnötige Längen erkauft.
So muss man immer wieder sich ähnelnde Nebenmissionen absolvieren, um einen Chaos Balken voll zu bekommen, damit eine neue Storymission anwählbar wird.
Von diesen gibt es im übrigen 7, von denen die beiden letzten aber zusammenhängen und eigentlich als eine angesehen werden kann.
Zwar unterscheiden sich die Nebenmissionen, durch die mannigfaltigen Möglichkeiten diese zu absolvieren, jedoch ist es im Grunde immer dasselbe.
Besonders die Festungseroberungen sind sehr repetitiv.
So muss man jedes mal einen Techniker zu Punkt A eskortieren, ihn dort für eine Zeitlang beschützen, bis der General der Festung in seinem Heli kommt, den man wiederum abschießen muss.
Klingt öde und nach dem 3 mal ist es auch.
Habe mich bis zur letzten Storymission nur noch hin gequält.
Zwar kann man auch Gebäude usw. der Regierung in die Luft jagen, um Chaos zu bekommen, was aber zeitaufwändig ist, nach der Zeit an Spaß einbüßt und ebenso repetitiv wird.
Und das obwohl alle paar Sekunden irgendwas in phantastischen Explosionen in die Luft fliegt und man mit Helikoptern und Kampfjets, bestückt mit Miniguns und Raketenwerfen, alles in Grund und Boden schießen kann.
Abgesehen von den Haupt- und Nebenmissionen gibt es auch sonst nicht großartig was zu tun.
Mal Zeug in die Luft jagen außen vor.
Selbst das herumfahren macht, dank der schlechten Steuerung/Fahrzeugphysik der Autos, kaum bis keinen Spaß.
Hinzu kommt das nur wenige Wagen eine ordentliche Geschwindigkeit haben und man meist per Fallschirm und Enterhaken schneller ist.
Leider sind weder Helikopter noch Jets schneller.
Auch hier kam es mir so vor als ob man per Fallschirm nicht teils schneller ist (wenn ich den Entfernungsmesser als Maßstab nehme).
Letztere taugen im übrigen kaum, da das zielen nicht gerade optimal ist.
Das einzige was ich noch gesehen habe waren Rennen, die nur Geld bringen und dank der Steuerung auch keine Empfehlung verdienen.
Da man auch nie Geld braucht eine eher Sinn freie/Spaß freie Beschäftigung.
Angesichts der Ausmaße der Insel Panau kurios.
Dafür kann die Grafik mit ihrer Weitsicht und den Explosionen punkten.
Erkauft wird dies jedoch durch aufploppende Fahrzeuge, die 10 Meter vor einem erscheinen.
All zu viel Variation bei Gegner und Zivilisten gibt es darüber hinaus auch nicht.
Generell gehört Just Cause 2 aber zu den schöneren Open-World Vertretern.
Zunichte gemacht wird die schöne Grafik aber durch den Sound, der einfach scheiße ist.
Die Explosionen klingen kümmerlich und eher dumpf/hölzern/Knallfrösche und die Synchronisation ist ebenfalls alles andere als ein Pluspunkt.
Und das bei fast jedem Charakter.
Hinzu kommt das sie wohl die Geräusche für Helikopter und Fahrzeuge sehr ähneln und vielleicht gar teils die selben sind.
Dafür passt, im negativen Sinne, die Story, die mich weder zu fesseln noch zu überraschen vermag.
Negativ fielen mir auch zwei Bugs auf.
Einmal konnte ich eine Brücke nicht überqueren und fiel ständig durch und die Wände waren nicht massiv für die Kugeln der Gegner, aber für meine und einen Erste-Hilfekasten, der an der Wand hing, konnte ich nicht benutzen.
Ein anderer Bug war eine Art Freeze. Nach einem Tod kam ich ins Auswahlmenü aber konnte nichts auswählen.
Der Guide Button funktionierte aber.
Nicht unbedingt negativ zu erwähnen sei auch die Steuerung, die einige Zeit braucht um in Fleisch und Blut überzugehen.
Ein kapitales und eklatantes Problem des Spieles, zumindest meiner Auffassung nach, ist das man am Anfang überall hin kommt und zu allem Zugriff hat.
So kann man bereits am Anfang mit einem Kampfhelikopter Silos und Gastanks in die Luft jagen, mit Flugzeugen über die Insel fliegen und in Gebäude krachen oder aber mit einem gepanzerten Fahrzeug Statuen und ähnliches sprengen.
So fehlt einem mit der Zeit eine Steigerung.
Bei Spielen wie GTA IV nicht weiter schlimm, leben die doch von ihrer Story, der Inszenierung und den Missionen.
Aber wir erinnern uns, was bei Just Cause 2 nicht so gut hinhaut..
So, etwas negatives noch, dann ist gut.
Ein Problem von Open World Spielen ist meist das man von Punkt A nach Punkt B kommen muss.
Spiele wie RDR umgehen diese Längen durch die Möglichkeit sich zu teleportieren.
Diese Art der Überbrückung ist auch bei einigen RPGs zu sehen.
Bei anderen Spielen, wie z.B. GTA IV, muss man zwar auch selbst hinfahren, nur geht es dort schneller und spaßiger vonstatten.
Gut, ich habe selbst gemerkt das es sich nach einem Flop anhört und man Just Cause 2 besser nicht kaufen sollte.
Aber hier und da macht es ja Spaß und man kann mit dem Greifhaken z.B. Gegner an Fahrzeuge festmachen und hinter sich herziehen.
Erwähnen möchte ich noch den, für mich, überraschend hohen Grad an Gewalt.
So spritzt reichlich Blut, die Gegner schreien wenn man sie mit einem Auto hinter sich her zieht und dergleichen.
Jedoch gibt es kein Gore..
Resümee
Grafisch hübsches Spiel, welches eine schlechte Synchronisation und Explosionseffekte vorweist und repetitive Missionen.
Dafür aber mit einer großen, aber "leeren" Welt lockt und unendliche Möglichkeiten zur Zerstörung bietet.