Spawn schrieb:
Ist es machbar und vor allem bezahlbar, mit regenerativer Energie unsere komplette Stromversorgung zu stemmen und darüber hinaus noch Elektroautos und Flugzeuge (machbar?)?
Kurz: Ja.
Übergangsweise und als Backup braucht man aber (immer) noch "konventionelle" Kraftwerke. Das Gute ist, dass ich GuD-Kraftwerke mit am Besten dafür eignen, die nicht nur einen hohen Wirkungsgrad haben sondern auch mit reg. Energien befeuerbar sind (Biogas).
@Pil
Theoretisch hat eine Solarzelle keine Abnutzung, sie könnte also für immer funktionieren.
Praktisch ist die Herstellung aber nicht perfekt und neben kleinen Korrosionserscheinungen am PN-Übergang und den Lötverbindungen altern vorallem die Einbettungsmaterialien, was zu einer Degradation führt.
Auslegegt sind die Garantien auf 25 Jahre. Es gibt allerdings mittlerweile Anlagen, die tatächlich seit 30, oder gar 35 jahre Energie produzieren. Natürlich weniger als noch zu Beginn, aber die Anlagen speisen weiter täglich ins Netz ein.
Was deutlich öfters getauscht werden muss ist der Wechselrichter. Da geht man innerhalb von 25 Jahren bei Kleinanlagen (im Hausdachbereich) von 2 bis 3 (ca. 2,5) aus.
Was häßlich ist, liegt natürlich im Auge des Betrachters und auch was man gewöhnt ist. Ich persönlich finde den Anblick, selbst von nicht Bauwerkintegrierten Anlagen (sprich einfach Module aufs Dach "gelegt") keineswegs häßlich - ich sehe aber auch natürlich den Sinn und die Notwendigkeit dahinter.
In Frankreich z.B. bekommt man eine (höhere) Vergütung für Dachintegrierte Anlagen - dann sind die Module zumindest plan mit der Dachfläche, macht die Anlage aber auch deutlich teurer.
Es gibt aber auch absolute Highlights, wo die Module vom Architekten perfekt integriert wurden.
Was die negative Beeinflussung des Gesamtbildes einer Kultur angeht kann ich Dir nicht zustimmen.
Auf denkmalgeschützten Bauwerken gibt es sehr strenge Auflagen, wenn eine Anlage darauf gebaut werden soll. Ansonsten sind unsere Städte sowieso sehr unterschiedlich gebaut (optisch) - Gebäude haben oft keine einheitliche Höhe geschweige denn Aussehen. Dazu kommt, dass es imo einfach ein neuer Baustil ist. Wenn man durch gewisse Orte im Allgäu fährt, sieht man auf nahezu jedem Dach Solar, im Hintergrund ein Windrad und am Stadtrand ne Biogasanlage. Das ist eine neue Art von (nachhaltiger) Kultur, die ich absolut begrüße. Wenn es jeder macht, sieht es nicht mehr so häßlich aus.
Geh mal nach China, Israel, Spanien etc. Da siehst du auf nahezu jedem Dach mehrere Solarthermiekollektoren und einen Tank. Das würde bei uns gräßlich aussehen, aber dort hat es jeder, daher stört sich wahrscheinlich auch keiner dran. Ist natürlich irgendwo ein Negativbeispiel, da man Solarthermie (wie bei uns) super integrieren kann, aber es soll nur veranschaulichen wie sich die Gewohnheit auf den Geschmack auswirkt.