Ich finde das sogar eher schädlich, so hinterfragt sich doch niemand.
Gräben werden dadurch eher größer.
Das Gefühl hab ich auch. Das ganze wird gefühlt ganz schön schnell zur slippery slope, wenn ich z.B. Tweets, wie den von Mingo zitierten lese:
Genau wegen solcher Reaktionen hat der Hashtag seine Daseinsberechtigung.
Du bestätigst sogar genau das, was Sibel Schick in ebendiesem Tweet, den du gerade zitierst, anprangert. Privilegien werden nicht in Frage gestellt, Kritik wird nicht angenommen, es wird rumgeheult.
Dumm ist halt dass die Männer es halt nicht mal checken wie sie alles bestätigen, was der Hasthag aussagt: aber sonst wäre #MenAreTrash ja auch nicht so wahr.
edit: Lass es mich auch mit einem Tweet sagen:
Man kann den implizierten Subtext ja schon recht deutlich rauslesen.
-Mann, stell gefälligst deine Rolle in der Gesellschaft und deine Privilegien in Frage!
-Du, ich hab damit gar nichts am Hut, ich selbst merke an vielen Stellen noch nicht mal was von meinen Privilegien und bin froh, wenn ich auch so mit meinen Lasten irgendwie mein Leben leben kann. Nur weil "ihr" jetzt fordert, ich muss jetzt meine soziale Rolle in Frage stellen, bin ich automatisch Sexist, wenn ich das nicht tue, wer hat das denn überhaupt so offiziell festgelegt?
-Naja, "wir" halt. Musst du jetzt machen, wenn du nicht auf sozialer Ebene gebrandmarkt werden willst.
Und nen Monat später heißt es dann, Person X ist ein frauenverachtender Sexist, weil er seine Privilegien nicht in Frage stellt. Und wird somit sogar noch weiter in die entgegengesetzte Schiene gedrückt.
Solche Leute sind vielleicht nicht 100% unterstützend für in Sachen Gleichberechtigung, da sie nicht an jeder Petition, jedem Aufmarsch, jeder Social Media Kampagne teilnehmen, aber auch nicht stark gegendrückend, sofern man nicht auf sie einschießt, und verhindern somit auch nicht wirklich Fortschritt, der in diesen Bereichen erzielt werden will. In dem man sie aber weiter entfremdet, macht man sie damit aber zu viel vokaleren, stärkeren Gegnern und bremst eigentlich die Sache, für die man kämpft, viel stärker ein.
Es ist diese sehr starke "If you're not with us, you're against us"-Mentalität, die grade weltweit in so vielen Diskussionen so viel Schaden anrichtet und uns immer weiter auseinander treibt. Befürchte wirklich, dass das in einem ganz starken Jojo-Effekt ändern wird, mit immer radikaleren, aggressiveren Anfeindungen und Taten bis es irgendwann zu nem Meltdown kommt.
Mich wundert es nur, dass grade Mingo da noch so mitmacht und diese toxische Einstellung noch weiter befeuert, wo er eigentlich immer sehr vernünftige und intelligente Dinge postet und sich auch den eher, ich sag mal, konservativen Einstellungen einiger User immer sehr geklärt entgegenstellt und seine Standpunkte gut erklärt und begründet.