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Die große Sexismus-Debatte

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Wieso sich diejenigen, die "bessere Hälfte" sehr gern benutzen, da gleich wieder angegriffen fühlen und rechtfertigen müssen, das sei doch nicht Ernst gemeint und wertschätzend: bitte, gut für Euch. Für mich ist das nicht wertschätzend und aus persönlichen Gründen eben auch nicht spaßig.

Ich sehe hier eigentlich niemanden, der sich wegen deiner Äusserung angegriffen fühlt oder sich dafür rechtfertigt, wenn er es nutzt. Ich jedenfalls nicht. :D

Deine Definition wirkt auf mich einfach nur befremdlich und mir ist spontan ein Wort dazu eingefallen. Aber mal davon abgesehen, dass es für viele einfach nur eine Floskel ist, über die man sich den Kopf zerbrechen kann (aber sicher nicht muss) kann es trotzdem auch eine Wertschätzung sein. Manchmal ist der Partner vielleicht auch einfach die bessere Hälfte.

Im gleichen Zug unterstellst du "uns" aber, dass wir nicht nachdenken oder einen Kosenamen nutzen, weil es "alle" so tun.
 
Deine Definition wirkt auf mich einfach nur befremdlich und mir ist spontan ein Wort dazu eingefallen. Aber mal davon abgesehen, dass es für viele einfach nur eine Floskel ist, über die man sich den Kopf zerbrechen kann (aber sicher nicht muss) kann es trotzdem auch eine Wertschätzung sein. Manchmal ist der Partner vielleicht auch einfach die bessere Hälfte.

Ja, eben, vieles ist für viele nur eine Floskel und vieles wird eben einfach so gesagt. Im Fall von "besserer Hälfte" ist das harmlos. In anderen Fällen ist es eben nicht nur gedankenlos, sondern auch verletztend und genau darum zerbreche ich mir über sowas auch lieber einmal zuviel den Kopf als zuwenig.

Und es ändert dennoch nichts daran, dass ich mich nicht unvollständig fühle, wenn ich keine Beziehung habe, daher bin ich so oder so keine "Hälfte", welche auch immer. Also ist mein_e PartnerIn niemals eine bessere oder schlechrere Hälfte, sondern kann/weiß irgendwas besser als ich und nicht mehr und nicht weniger.

Im gleichen Zug unterstellst du "uns" aber, dass wir nicht nachdenken oder einen Kosenamen nutzen, weil es "alle" so tun.
Hast du doch selbst bestätigt, dass du das als Floskel verwendest und findest, dass ich zuviel drüber nachdenke. Nochmal: Im diesem Fall harmlos, in anderen mit hoher Wahrscheinlichkeit verletztend und diskriminierend.
 
Also ist mein_e PartnerIn niemals

Brrrrr! :schreck:

Um ganz kurz offtopic zu werden, aber ich frage mich ernsthaft, wie jemand, der laut eigener Aussage auf Sprache achtet, bei dieser Schreibweise nicht kräuselnde Nackenhaare bekommt.

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Ich setze einfach mal voraus, dass sich Paare darüber einig sind, welche (Kose)Namen sie gegenseitig verwenden und dass damit niemand verletzt oder diskriminiert wird. Wenn dem nicht so ist, liegen viel grössere Probleme vor. Du wolltest nicht als bessere Hälfte genannt werden (würdest deinen Partner auch nicht so nennen), ich wollte nicht als Boyfriend genannt werden. Vor allem nicht dann, wenn mein_e PartnerIn (Brrr!) vorher schon Variante A, B, C und D verworfen hat wegen ist nicht.

Deswegen gibt es da wohl keine allgemeingültige Antwort, sondern immer individuell.

Ich bin mir auch bewusst, dass mit manchen Floskeln im Hintergrund immer irgendwer auf der Welt verletzt oder diskriminiert werden könnte.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich finde den Ansatz, unsere Sprache verändern zu wollen, ja lobend und auch richtig. Sprache ist lebendig, war sie immer schon (deshalb muss ich auch jedes mal über @kingpin68 lachen, wenn er sich über englische Begriffe aufregt und selber gar nicht merkt, wie viele undeutsche Worte er nutzt).
Ich denke, dahingehende Bemühungen haben auch bereits Früchte getragen und tragen diese weiter. Gut finde ich zum Beispiel, dass das Fräulein auf dem Rückzug ist und dass sich offizielle Stellen, Behörden, Unis etc angewöhnen, beide Geschlechter gezielt anzusprechen.

Wo die Gender-gerechte Sprache aber an Grenzen stößt, ist dort, wo es um Verständnis oder differenzierte Inhalte geht. Auch im Alltag halte ich es für umständlich und schwanke daher, wenn ich hier Dinge wie "mein_e PartnerIn" lese, zwischen löblicher Ansatz und lächerlich. Ich empfinde das dann doch als gezwungen und unpassend.

Jetzt mal eine ernsthafte Frage an die Verfechter derartiger Sprachwandlungen: Wollt ihr, dass das Einzug in Romane hält?

Mir ist klar, dass die deutsche Sprache das männliche Geschlecht hofiert, aber ich halte es für nicht praktikabel, nun die ganze Sprache umzubauen. Das kann nur ein schleichender, über Generationen andauernder Prozess bewirken, so wie es immer ist.
 
Ein Nachbrenner: Als ich beim Bund war, haben die gerade alle Vorschriften auf männliche und weibliche Nennungen umformuliert, was das sowieso schon komplizierte Beamtensprech noch unausstehlicher gemacht hatte. Da liest man dann Dinge a la:

Wenn der Soldat/die Soldatin das Büro seines/seiner/ihres/ihrer Kompaniechefs/Kompaniechefin betritt, geht er/sie in Grundstellung, salutiert und gibt eine Meldung entsprechend des Dienstgrades des/der Kompaniechefs/Kompaniechefin ab.

Das ist einfach nur noch zum Kopf-schütteln.
 
Öhhhhhmmmm, hier wird diskutiert wie man richtig gendert, ob mit / oder* oder doch nem X und das regst du dich über sowas auf? :lol:

V.a. find ich befremdlich das jmd. der so stark auf gendern steht, dann unbedingt das BOY mit aussprechen will...... ;)

Ich bin mir nicht sicher, ob du wirklich verstanden hast, warum Menschen geschlechtergerechte bzw. geschlechtersensible Sprache verwenden. Du stellst es so dar, als ginge es beim gendern darum jegliches Geschlecht zu leugnen.
Dabei geht es lediglich darum, alle möglichst so anzusprechen, wie sie angesprochen werden wollen und möglichst alle Geschlechter zu adressieren statt sie nur generös "mitzumeinen", wie es ja immer wieder von Verfechter*innen des Generischen Maskulinums beteuert wird.
Von daher spricht auch absolut nichts dagegen seinen Boyfriend genau so zu nennen, sofern er sich durch diese Adressierung als Mann angesprochen fühlt.

Im Übrigen fühle ich mich irgendwie angesprochen, wenn du sagst, dass hier diskutiert würde, wie man richtig gendert?
Ich will an dieser Stelle nur nochmal klarstellen, dass ich nie den Standpunkt einnehmen würde und imo auch noch nie eingenommen habe zu sagen, dieser und jener Sprachgebrauch ist richtig oder falsch.
Ich habe mich für eine bestimmte Verwendung von Sprache entschieden, mit der ich glaube, in aller Regel keine Geschlechter auszuschließen. Ich erläutere auf Nachfrage auch gerne, was meine Gedanken dahinter sind. Aber ich würde niemals jemandem vorhalten er benutze eine 'falsche' Sprache.

Nunja, hier wird sich auch von eben jenen Personen aufgehangen, sobald etwas nicht genderkonformes/sexismuskonformes geschrieben wird, wie man in den Wald hineinruft.... Wenn sie LebenspartnerX geschrieben hätte, dann hätte wohl keiner was gesagt aber bei BOYfriend. Da springt einem das unbedingte BOY doch ins Gesicht.

Wenn ihr Freund sich dem männlichen Geschlecht (im Sinne von sozialem Geschlecht) zugehörig fühlt, dann spricht überhaupt nichts dagegen ihn auch als Mann anzusprechen und über ihn als Mann zu schreiben.
In diesem Sinne ist der Vorwurf absolut absurd, den du an Alex richtest.

Ich bin recht offen gegenüber anderer Meinungen eingestellt aber 'Bedenken' zu haben, das mir mal ein "Liebste" heraus rutscht, ist doch absurd.
Wenn du dabei keine Bedenken hast, dann ist das doch toll.
Ich nenne meine Freundin auch niemals Schatz oder Liebling oder so. Das mag aber jede*r halten wie sie oder er möchte.
 
Ein Nachbrenner: Als ich beim Bund war, haben die gerade alle Vorschriften auf männliche und weibliche Nennungen umformuliert, was das sowieso schon komplizierte Beamtensprech noch unausstehlicher gemacht hatte. Da liest man dann Dinge a la:

Wenn der Soldat/die Soldatin das Büro seines/seiner/ihres/ihrer Kompaniechefs/Kompaniechefin betritt, geht er/sie in Grundstellung, salutiert und gibt eine Meldung entsprechend des Dienstgrades des/der Kompaniechefs/Kompaniechefin ab.

Das ist einfach nur noch zum Kopf-schütteln.

Schauderhaft!

Vor allem sowas von unnütz, wenn man sich die Definition des generischen Maskulinum durchliest:

Ein generisches Maskulinum ist die Verwendung eines maskulinen Substantivs oder Pronomens, wenn das Geschlecht der bezeichneten Personen unbekannt oder nicht relevant ist oder wenn männliche wie weibliche Personen gemeint sind.

In deinem geschilderten Fall treten alle drei Fälle ein.

Und jetzt soll mir einer erklären, warum sowas geändert gehört.

Noch ein Absatz aus Wiki zur feministischen Linguistik:

Viele Autoren der Feministischen Linguistik sehen in verschiedenen Bereichen eine latente Diskriminierung von Frauen innerhalb des deutschen Sprachsystems. Wo Frauen nicht unsichtbar gemacht würden, würden sie als zweitrangig dargestellt (durch Erwähnung an zweiter Stelle, wie bei „Romeo und Julia“) oder systematisch abgewertet, so die zusammenfassende feministische Kritik an der deutschen Sprache.

So setzten sich zum Beispiel in den 1970er und 1980er Jahren Feministinnen für die Nichtbenutzung des Wortes „Fräulein“ ein, weil dadurch eine Asymmetrie beseitigt werde, die darin bestehe, dass es kein männliches Gegenstück zu der diminutiven und insofern abwertenden Anredeform „Fräulein“ gebe. Frauen würden auch dadurch abgewertet, dass eine Frau, die gerne und viel spricht, als „Klatschtante“ bezeichnet werde, während ein Mann mit denselben Eigenschaften als „kommunikativ“ gelte, was eher positiv bewertet werde. Weitere abwertende Bezeichnungen für Frauen, für die es keine männlichen Gegenstücke gebe, seien „Blondine“, „Quotenfrau“ oder „Waschweib“.

Da fällt mir nichts mehr zu ein.
 
Wie salonfähig Sexismus übrigens nachwievor in aller Öffentlichkeit ist sieht man derzeit wieder bei unserem Rechten Pack: Hofer, wohl angehender BP Österreichs wird im Falle des Falles nicht die per Gesetzt geänderte neue Bundeshymne mit den großen Söhnen und Töchtern singen sonder auf die Töchter verzichten.
 
Was willst du uns damit sagen? Dass man über bestimmte Dinge keinen Diskurs führen sollte, weil eine priveligierte Elite bestimmt was "wahre" und damit diskutierenswerte Probleme sind?
Ach Quatsch, dass war nur eine unqualifizierte Randbemerkung von jemandem, dem der ganze Genderscheiß einfach nur noch auf die Eier geht und die Meinung vertritt, dass wir tatsächlich ernstere Probleme haben, anstatt auf jeden Pups zu achten, ob auch alle korrekt angesprochen werden.
Bei uns auf Arbeit, ist die Frauenquote so hoch, dass die Weiber selbst sich eine Männerquote wünschen und ich würde liebend gerne mit dem Arsch zu Hause bleiben und Hausmann spielen, aber meine Frau hat leider keinen Bock auf Rollentausch, kann aber auch die besseren Zöpfe pflechten. ;)

Von daher diskutier mal ruhig weiter und ich sage meiner Frau im Gegenzug genderkonform, was sie zum Abendbrot auf den Tisch bringen soll.
 
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