Was mich etwas irritiert, ist die Begründung: "damit man schnell auf dem Level seiner Freunde ist und nicht wochenlang aufleveln muß". Stattdessen muß dann wochenlang Waffen und Rüstungen farmen, um auf ihrem Niveau zu sein, oder wie soll ich mir das vorstellen? Naja, wir werden sehen...
Stell dir einfach zwei bestimmte Situationen vor und wähle die aus deiner Sicht erträglichere aus.
Situation 1: Das Spiel hat einen extrem hohen Levelcap, der nur nach vielen Monaten erreicht werden kann. Dein Charakter und dessen unzählige Fähigkeiten beruhen auf dem effektiven Level und wenig bis kaum auf Gegenständen. Du steigst frisch in das Spiel ein, dein Kumpel spielt schon seit geraumer Zeit. Ihr wollt zusammen spielen, die jeweiligen Gebiete sind aber an bestimmte Level und den damit verbundenen Fähigkeiten gebunden. Du brauchst also Wochen bis Monate, um überhaupt in diese Gebiete eindringen zu können. Danach könnt ihr zusammen spielen, wobei dein Freund in der Zeit, in der du aufgelevelt hast, bereits wieder fundamentale Fortschritte erzielt hat und in weit höheren Gebieten unterwegs ist.
Am Beispiel EVE, wobei das "Level" da die zu erlernenden und zeitintensiven Fähigkeitspunkte darstellen.
Resultat: Viele Einsteiger kapitulieren bereits am Anfang durch den monumentalen Umfang und die unzähligen Fähigkeiten und sind erschlagen von der Zeit, die zu investieren ist, um überhaupt den Stand von normalen Spielern zu erreichen.
Situation 2: Das Spiel hat einen sehr geringen Levelcap, der innert kürzester Zeit erreicht werden kann. Dein Charakter und dessen Fähigkeiten haben am Levelcap einen bestimmten Punkt erreicht, die dann nur noch mit besseren Gegenständen verbessert werden können. Du steigst frisch in das Spiel ein, dein Kumpel spielt schon seit geraumer Zeit. Ihr wollt zusammen spielen, die jeweiligen Gebiete sind zwar an ein bestimmtes Level gebunden, dieses erreichst du aber innert kürzester Zeit. Du kannst also relativ rasch mit deinem Freund zusammen spielen, dieser ist aber dennoch deutlich stärker als du, da er im Laufe der Zeit die besseren Gegenstände fand.
Am Beispiel Diablo, wobei da im dritten Teil noch etwas speziellere Ausrichtungen implementiert wurden.
Resultat: Äusserst einsteigerfreundlich, da das Levelcap relativ rasch erreicht werden kann und Dank zufällig generierter Gegenstände besteht auch eine relative Langzeitmotivation.
Um das ganze abzuschliessen. Ich denke, Destiny trifft nicht exakt auf eine der beiden Situationen zu, möchte aber offensichtlich das beste aus beiden Variablen verwenden, wobei in Anbetracht der genre-typischen Ausrichtung niemals in einem ähnlichen Umfang und/oder Tiefgang. Der Kerl von Bungie hat ja bewusst betont, dass z.B. alle Klassen auch alle Waffen verwenden können. Man wird also wohl nicht stur an einen Spielstil gebunden sein, was schon einmal einen deutlichen Bruch im Vergleich zu anderen Spielen darstellt.
Ich freue mich, die verschiedenen Welten zu entdecken und dabei in rudimentärem Umfang meine Ausrüstung und Waffen anzupassen. Ich begrüße auch die Entscheidung, den Einstieg möglichst unkompliziert zu gestalten. Die Skepsis bezüglich der Langzeitmotivation ist aber natürlich völlig gerechtfertigt und eine Antwort darauf wird sich wohl auch erst mit der Zeit finden können. Hoffentlich verschafft mir die Beta schon mal einen erfüllten Ersteindruck.