Waldschrat schrieb:
Hana-Bi schrieb:
Zu Into the Wild:
Ne ernsthaft. Der Kerl hatte doch überhaupt kein Ziel vor Augen. Der ist doch einfach stupide irgendeiner "Freiheit" entgegengelaufen die es so einfach nicht gibt. Er war ein undankbarer Penner, der sich als was "Besseres" gefühlt hat.
Solche Leute kann ich gar nicht abhaben. Sich "frei" fühlen wollen, aber nicht wissen was sie eigentlich vom Leben erwarten sollen..
Was ein Bullshit!
Kann ja nicht angehen dass jemand seinen Kopf einschaltet und mit den Normen unserer Gesellschaft nicht konform ist und dieses dann so konsequent lebt...
Steh du halt die woche am Fließband, hock im Büro um dir dann einen großen TV zu kaufen, schwängere eine Frau und geh noch mehr arbeiten damit es allen gut geht, deine Sache.
Aber ihn als undankbaren Penner dazustellen ist ein schlechter Witz!
War vielleicht ein bisschen krass formuliert, aber der Kerl wird eben von manchen ja quasi "heroisiert".
Der Typ lässt eben alles zurück. Seine Familie, seine Freunde und die ganzen Bekannten die er unterwegs trifft. Er ist ein Wanderer der nur an sich denkt. Seine Bekanntschaften sind ihm nur ein Mittel zum Zweck, denn sie interessieren ihn eigentlich nicht und so zieht er weiter ohne wirklich was "gewonnen" zu haben.
Er will sich nicht wirklich gegen die "Gesellschaft" mit seinem Verhalten zur Wehr setzen, sondern will vielmehr seinem Vater eins reindrücken. Er führt hier keine Revolte, ihm ist die Gesellschaft eben scheiß egal. Also muss er sich auch nicht an irgendwelche "Normen" halten wie du es meinst... Den Kopf hat er meiner Meinung nach nicht wirklich eingeschaltet.
Er versucht ja auch gar nicht seine Vorstellung von einem "lebenswertem" Leben in der Gesellschaft zu leben oder durchzusetzen (falls er so etwas überhaupt hat), er flieht doch einfach und ist sich der Menschheit überdrüssig.
Und nicht das man mich hier falsch versteht: ich bewundere Leute sehr die "Aussteigen" können, die sich von den Zwängen der Gesellschaft lösen können, die völlig ohne jeglichen Kommerz und Beeinflussung ihren Alltag bewältigen, aber das sind eben für mich andere Leute, als dieser Kerl hier. Für mich lebt er nach keiner wirklichen "Überzeugung". Er reist erst in den Südwesten nach Mexiko, geht da fast drauf und geht dann in den Norden nach Alaska. Hangelt sich von Job zu Job (McDonalds z.B.; ist die Frage ob dies nicht schon inkonsequent ist...) durch, findet hier und dort Leute und zieht dann immer wieder weiter.
Was hat ihm die Reise denn gebracht? Wollte er "frei" sein und hat dies mit "selbstbezogen" verwechselt? Oder wollte er einfach den Ur-Mann raushängen lassen der sich selbstständig ernähren kann und schreibt von sich und seinen "Helden"taten gar in der dritten Person?
Für mich hat dieser Kerl eben nichts erreicht. Und ich finde das kotzt mich am meisten an dieser Geschichte an: dass er mit den Leuten verglichen wird, die wirklich ein autarkes Leben führen ohne gesellschaftliche Zwänge... Er hat doch im Grunde eine Backpacking-Reise gemacht und hat irgendwann vergessen wo das Ende seiner Reise sein soll.