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Kong: Skull Island
Monströs gut!
Während Godzilla in seiner letzten US-Verfilmung eher schüchtern war und sich erst nach einer gefühlten Ewigkeit zu erkennen gab, das dann auch nur bei Nacht und Nebel, tritt Kong hier gleich von Beginn an auf den Plan und erfüllt die Szenerie mit markerschütternden Schreien, gewaltigen Prankenhieben und sogar ein bisschen Herz. Aber nicht nur der Riesenaffe darf austeilen, auch allerlei fieses und meist ebenso großes Viehzeug. Gerade das hat mir ausgesprochen gut gefallen. Skull Island wirkt ein wenig wie die überirdische Reise zum Mittelpunkt der Erde. Bedrohlich, unwirklich und actionreich.
Klingt nun vielleicht etwas zu hoch gegriffen, aber zeitweise verspürte ich sogar Jurassic Park und Pacific Rim Schwingungen.
Audiovisuell gibt es nichts zu beanstanden. Der Sound ist bombastisch, der Soundtrack ein gute Laune machendes 70er Mixtape und die Kreaturen sind zufriedenstellend animiert. Die Insel an sich ist ein ebenso ansprechender Schauplatz.
Als Liebhaber des Marvel Cinematic Universes, glänzen beim Cast natürlich meine Augen. Captain Marvel, Loki, Nick Fury und Corpsman Dey vereint. Dazu noch John Goodman. Ausgezeichnet. Auch wenn sie schauspielerisch jetzt nicht gerade an ihre Leistungsgrenzen gebracht werden.
Logisch, inhaltlich ist der Film zum Vergessen flach. Eine Gruppe Klischee-Charaktere und ein wortkarger Riesenaffe auf 'ner Insel, die sich anfühlt wie eine Jahrmarktsattraktion. Aber es wird hier so gut verpackt. Allein wie der Film es schafft, in kürzester Zeit die Charaktere zu zeichnen. 30 Sekunden und einem ist sofort klar, wie wer tickt. Oder auch der fast schon selbstironische Unterton in den fragwürdigen Momenten. Skull Island schafft die perfekte Balance aus absurdem Kaiju-Vergnügen und halbwegs glaubwürdigem Rahmen. Er fährt ein hohes Tempo und nimmt sich nur so ernst wie er sich, in Anbetracht der Umstände, überhaupt ernst nehmen kann. Das macht ihn sehr gut verdaulich. Allen Stereotypen, Logiklöchern, dämlichen Handlungen und Genre-Plattitüden zum Trotz.
Deswegen mag ich auch die Produktionen von Legendary Pictures. Sie machen im Grunde teure, aufwändige und prominent besetzte B-Movies. Kong: Skull Island ist ebenso eines und damit genau nach meinem Gusto.
#TeamKong