Transformers 4: Ära des Untergangs (3D)
Ära des Untergangs... Ära des Untergangs einer einst verheißungsvollen Filmfranchise. Ich liebe
Transformers 1, der noch voller öligem Roboter-Herzblut steckte und, trotz einiger kindischer Späße, immer wieder zu begeistern wusste. Die Fortsetzung war mäßig, viel zu albern, aber immerhin konsequent übertrieben und daher auch sehr ansehnlich. Den dritten Ableger fand ich hingegen wieder richtig stark. Ein wenig düsterer, Megan Fox endlich weg und noch mehr Action. Bis dahin war
Transformers für mich eigentlich immer eine solide bis höchst unterhaltsame Effektorgie. Leider trifft das auf
Ära des Untergangs nicht mehr zu.
Aber zunächst das Positive: Die komplett ausgewechselten Schauspieler machen ihre Sache gut. Herausragende darstellerische Leistungen darf man drehbuchbedingt natürlich nicht erwarten, aber sie nerven einfach deutlich weniger als Shia, Megan & Co. Wobei die Charaktere an sich genau so austauschbar und klischeebehaftet bleiben wie in der Vergangenheit. Wieso musste man die Tochter etwa wieder als Sexobjekt präsentieren? Wieso nicht mal eine weniger "nuttige" und vor allem stärkere Frauenfigur? Bin sicher kein feministischer Freiheitskämpfer, aber das Frauenbild, was Bay andauernd fährt ist nur lächerlich und einfallslos. Ich war so froh, dass er beim Casting vom obligatorischen weiblichen Sexy-Model-Püppchen Abstand genommen hatte und dann macht er aus der bezaubernden Nicola Peltz eben genau so eins...
Naja, nun aber wieder zurück zum Guten, das ich eigentlich erwähnen wollte: Gelungen ist ebenfalls wieder die Tricktechnik. Audiovisuell ist
Transformers nach wie vor ein Brett. Auch wenn mir die mittlerweile viel zu vermenschlichten Designs nicht mehr so recht gefallen wollen.
Also, Schauspieler brauchbar, Effektarbeit gewohnt grandios. Alles andere ist hingegen unterirdisch. Angefangen bei der Story. Die war noch nie ein heißes Eisen, das weiß ich und habe es auch gar nicht anders erwartet. Aber es besteht da eben immer noch ein Unterschied zwischen einer flachen, jedoch nachvollziehbaren, sowie kurzweiligen Handlung und krampfhaft zusammengestückeltem Hirnschiss.
Ära des Untergangs ist zerfahren, inhomogen, dämlich und das schlimmste: weitgehend langweilig. Die Storybausteine wollen einfach nicht zusammenpassen und wirken wie, ohne Sinn und Verstand aneinandergeschriebene, Drehbuchüberreste. Da erscheinen Charaktere und Nebenhandlungsstränge urplötzlich aus dem Nichts, tragen null zum Thema bei und verschwinden wieder. Andere, wichtigere Aspekte werden unzureichend erläutert oder durch beschämend sinnbefreite Dialoge unter Wert verkauft. Da passt nichts, das macht keinen Spaß, unterhält nicht und langweilt stattdessen nur. Dagegen ist der Spannungsbogen von
Transformers 1 pures Drehbuchgold.
Auch sonst fühlt sich alles irgendwie ausgelutscht und uninspiriert an. Die Dialoge und Gags sind, wie schon angedeutet, peinlich eindimensional ("
Nimm ihn in die Hand!" Ha ha...), die Figuren allesamt Bay'sche Reißbrettcharaktere ohne Seele, die neuen Transformers wirken teilweise deplatziert, die dauernde Zeitlupen-Inszenierung nervt und sogar die Action ist nur ein lauwarmer Aufguss der vergangenen
Transformers-Auseinandersetzungen. Neues, erfrischendes oder einfach nur unterhaltsames Material sucht man hier vergebens. Man hat alles schon mal gesehen, meist sogar in besser, und die paar neuen Drehbuchideen wurden entweder stümperhaft integriert oder total verheizt (bspw. Dinobots). Störend ist auch der ständige Wechsel zwischen den Bildformaten. IMAX-Aufnahmen schön und gut, aber wenn ich im Sekundentakt Balken und wieder keine Balken habe, dann reizt das meinen Sehnerv.
Nachdem mich
Transformers 3 wieder mit der schwächelnden Filmreihe versöhnt hatte, setzt der Vierte nun zum Todesstoß an und begräbt die Transformers unter einem gigantischen Haufen Drehbuchmüll. Nochmal:
Transformers war noch nie sonderlich intelligent oder substanzhaltig, hat sich als imposante Materialschlacht aber gut verkauft.
Ära des Untergangs funktioniert aber nicht mal als hirnloser Actionfilm, da er nichts neues bietet und Bewährtes sogar noch schlechter macht. Positiv herauszuheben bleiben die unterforderten Schauspieler, die ansehnlichen Locations und die gewohnt hübschen (3D-)Effekte. Deswegen und, weil ich Optimus einfach liebe

, gibt es gnädige
4/10 Zeitlupen