Planet der Affen - Revolution (3D)
Was für ein fulminantes Affentheater! Revolution macht genau da weiter, wo Prevolution damals gekonnt aufgehört hat. Naja, nicht ganz: Mittlerweile sind nämlich 10 Jahre ins Land gezogen, seit die ersten Versuche mit dem Anti-Alzheimer-Medikament schief liefen. Die Menschheit wurde nahezu vollständig dahingerafft und hat sich in den Überresten der, von der Natur zurückeroberten, Städte zusammengefunden, während sich die, durch die Tierversuche intellektuell gereiften, Affen in die umliegenden Wälder zurückgezogen haben. So leben beide Parteien friedlich nebeneinander, bis den Menschen die Energie liefernden Rohstoffe ausgehen und es zudem noch zu Machtkämpfen und Interessenskonflikten innerhalb der eigenen Reihen kommt - sowohl bei den Mensch als auch den Menschenaffen.
Revolution fühlt sich ein wenig anders an als sein Vorgänger: Weniger glänzende Sci-Fi, dafür mehr schmutzige Endzeit. Wie schon im ersten Teil gelingt der Spagat zwischen visuell beeindruckenden Aufnahmen, seltener, dann aber fesselnder Action und tiefgründigem Drama dabei sehr gut. Das Erzähltempo ist angenehm hoch, lässt die spannenden Ereignisse zügig aufeinander folgen, nimmt sich aber immer so viel Zeit, um die interessanten Figuren fein säuberlich zeichnen und seinen erzählerisch relativ anspruchsvollen Unterbau entfalten zu können. Planet der Affen ist eben kein seelenloser Effekt-Overkill, sondern ein substanzhaltiges Sci-Fi-Epos. Eher ruhig, düster und stimmungsvoll, mit einem langsamen, aber effektiven Aufbau und vielen gesellschaftskritischen Untertönen. Wer eine hirnlose Action-Orgie mit bewaffneten Affen erwartet, wird daher eventuell enttäuscht werden, wobei es auch genügend Gewaltausbrüche und wahrhaft berauschende Aufnahmen zu bestaunen gibt. Ein großes Lob gebührt an dieser Stelle natürlich wieder dem Effekt-Team, das ein weiteres mal bahnbrechende Affen und Umgebungen geschaffen hat, die lebendiger kaum sein könnten und sich nahezu gar nicht mehr von ihren realen Vorbildern unterscheiden lassen. Da wurde die Messlatte im MoCap-Bereich noch mal ein ganzen Stück höher gelegt.
Trotzdem finde ich Prevolution etwas besser als seine Fortsetzung. Das liegt einerseits am etwas anderen, mir lieberen Handlungsaufbau und Setting, wofür Revolution jedoch nichts kann, da die Geschichte nun mal weiter gehen muss. Und andererseits an einigen klischeehaften Motiven, in denen sich der Film zeitweise verrennt. Nichts, was einem das Filmvergnügen nun komplett versauen würde, aber doch merklich vorhersehbare Handlungsmuster und etwas schwülstige Ausführungen. Derartige Drehbuchschwächen wurden im ersten Teil weiträumiger umfahren. Aber das ist Kritik auf sehr hohem Niveau. Ansonsten liefert nämlich auch Revolution wieder herausragendes, komplexes und unbeschreiblich schönes Sci-Fi-Kino. Ein Muss für Freunde guter Science-Fiction.
9/10 Staudämme

