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Tai Chi Zero

Was für ein abgedrehtes Kung-Fu-Tohuwabohu. Tai Chi Zero ist ein irrwitziges Martial Arts-Spektakel, irgendwo zwischen Kung Fu Hustle, Videospiel und Wild Wild West. Bunt, laut, schrill und einfach nur total bescheuert. Aber worum geht's hier eigentlich? Yang Lu Chan ist ein begnadeter Kämpfer, der im China des 19. Jahrhunderts die Kriege aufmischt und gar übermenschliche Fähigkeiten erlangt, wenn man ihm auf sein "Horn" auf der Stirn schlägt. Problem ist nur, dass sich seine Kampfkraft dadurch zwar drastisch erhöht, ihm dabei jedoch förmlich die Lebensenergie entzogen wird und er nun, nach unzähligen gekämpften Kämpfen, zu sterben droht. Seinem Tod kann er nur entkommen, wenn er, in einem weit entfernten, kleinen Dorf, eine spezielle Kampfkunst erlernt, die seine "Superkraft" zu bändigen weiß. Problem Nummer zwei: Chen Changxing, Meister des heilsamen Kung-Fu, hat kein Interesse daran den Fremden zu unterrichten und zudem wird das Dorf gerade auch noch von westlichen Eroberern bedroht, die eine Eisenbahnlinie mitten durch das idyllische Städtchen ziehen wollen.

Klingt absurd? Ist es auch. Tai Chi Zero bietet weder eine vernünftige Handlung, noch sonderlich spannende Charaktere oder irgendwelche emotional berührenden Geschichten. Gut so, sage ich an dieser Stelle! Obwohl oder gerade weil unser Hirn hier nicht sonderlich gefordert wird, macht das abgefahrene Over-the-Top-Getöse nämlich mächtig Laune. Außergewöhnliche, erklärende Einblendungen und Statistiken erinnern an Schräger als Fiktion, Lebensbalken und Leveleinblendungen erwecken den Anschein eines Videospiels und dampfbetriebene Steampunkroboter wirken wie eine asiatische Version von Wild Wild West. Untermalt wird das Ganze von einer schrägen Musikmixtur (von Punkrock über klassische Stücke bis hin zu epischer Schlachtenmusik ist hier alles vertreten) und unzähligen Farb- und Effektfiltern, die den Sehnerv zum sieden bringen. Ihr merkt: Tai Chi Zero nimmt sich zu keiner Sekunde ernst und fackelt schlicht und ergreifend ein 90-minütiges, absolut unterhaltsames, selbstironisches und fröhlich über die Stränge schlagendes Martial Arts-Feuerwerk ab. Wer vielschichte Charaktere, ergreifende Stories oder clevere Twists sucht, ist hier eindeutig falsch. Der comic-affine Asia-Action-Liebhaber wird aber ganz sicher auf seine Kosten kommen. Von mir gibt's einen positiven Daumen für dieses verrückte Filmchen. Kopf aus, Player an und Spaß haben. Freue mich auf die Fortsetzung(en).​

7/10 Kürbiskatapulte


Für einen besseren Eindruck, hier der wohl beste Trailer der jüngeren Kinogeschichte. :ugly:
[vid]http://www.youtube.com/watch?v=_LSX_UH0F9g[/vid]
 
Cthulhu schrieb:
Wo kommt denn jetzt die Verbindung von American Gangster zu Zodiac her? :?

Naja, die beiden Filme beleuchten jeweils für sich ein Stück Zeitgeschichte und versuchen dabei recht nah an der Realität zu bleiben. Was rein flimisch betrachtet immer ne Gradwanderung ist, weil man damit gegen den Spannungsbogen arbeitet. Ich würde sagen, das Problem haben beide Filme. Zodiac fand Freezi glaub ich aber ganz geil.
 
krad schrieb:
American Gangster ist doch voll der geile Film!! Kein Goodfellas, aber besser als Casino hat er mir afair schon gefallen. Heat fand ich überbewertet, könnt mich ruhig flamen ;)

Vollste Zustimmung. Gerade Heat ist eigentlich nur ein extrem lahmer Film mit öder Story und vergleichsweise schlechten Dialogen mit top Schauspielern. Goodfellas ist genial und auch in American Gangster knistert die Luft vor Spannung bei den Dialogen.
 
Goodfellas finde ich eigentlich nur die erste Hälfte, also den Aufstieg, richtig genial. Dem Abstieg geht dann irgendwie die Luft aus.
 
Okay, wir haben jetzt so gut wie jede Konstellation hier die möglich ist bei den genannten Filmen. :lol: Fakt ist niemand mag alle, und keiner hasst jeden. Da kann man doch mal sehr effizient den Stempel "Geschmackssache" aufdrücken.

Ich liebe Heat und L.A. Confidential, ich finde auch Zodiac sehr geil wie Urgs schon schrieb, und schlafe bei Casino, Goodfellas und American Gangster fast ein. Das dazu!

Und heute gab es:

transformers3m.jpg


Transformers: Dark of the Moon (3D) 6/10

Ein Michael Bay Film den ich nicht liebe, es geschehen noch Zeichen und Wunder, aber der dritte Teil ist und bleibt einfach nicht mein Ding. Ich wurde beim zweiten mal zwar besser unterhalten, einfach weil ich wusste was mich erwartet, aber die erste Hälfte ist mir immer noch zu blöd. Dummes Charakterdesign, ein völlig verkorkster Spannungsbogen, und infantiler Humor ruinieren einfach alles. Und dann wird es urplötzlich total brisant, und Chicago wird dem Erdboden gleich gemacht. Aufgrund des fehlenden Spannungsbogen verpufft das allerdings völlig, und die totale Fassungslosigkeit der Protagonisten wirkt unfreiwillig komisch.

Die finale und wirklich sehr lange Schlacht in der letzten Filmstunde bietet dann natürlich ordentlich was für das Auge, sofern man auf die hochmoderne CGI Tricktechnik steht, in denen es vor Details auf dem Bildschirm nur so wimmelt. Ich steh drauf, finde die etwas arg over the top wirkende Action aus dem dritten Teil allerdings nicht so gut wie die aus den Vorgängern. Dafür gibt es Dark of the Moon in 3D, die Actionszenen wurden dabei in Real-3D gedreht und sehen fulminant aus. Unglaublich was Bay hier an Ideen reingebracht hat, es gibt eigentlich nie einen plakativen 3D-Effekt, sondern stets harmonisches Material, dass den Bildern die nötige Tiefe verleiht. Die Zeitlupen ergeben in 3D nun auch wesentlich mehr Sinn. Ein echtes 3D Monster!

Aber die erste Hälfte kann damit auch nicht aufgewertet werden, da der 3D Effekt in den actionlosen Szenen irrelevant ist. Ich hatte zwar meinen Spaß mit dem Film, aber für eine höhere Wertung reicht es nicht aus. Wenigstens fiel der dumme Chinese diesmal nicht so negativ auf, der hatte Gott sei Dank kaum Screentime, hatte das sehr viel schlimmer in Erinnerung.

Die neue Trulla fällt auch nicht unbedingt negativ auf, sie wirkt dazu viel zu irrelevant. Ist halt nur optisches Beiwerk, mehr nicht.

Und der englische TrueHD Track wischt mit unserer Synchro (Dolby Digital 5.1) wahrlich den Boden auf. Ein Jammer was Paramount da immer für einen Mist baut. :wand:
 
eape schrieb:
krad schrieb:
American Gangster ist doch voll der geile Film!! Kein Goodfellas, aber besser als Casino hat er mir afair schon gefallen. Heat fand ich überbewertet, könnt mich ruhig flamen ;)

Vollste Zustimmung. Gerade Heat ist eigentlich nur ein extrem lahmer Film mit öder Story und vergleichsweise schlechten Dialogen mit top Schauspielern. Goodfellas ist genial und auch in American Gangster knistert die Luft vor Spannung bei den Dialogen.

:waah:
 
lostseason6posteri.jpg


Lost - Die komplette sechste Staffel 7,5/10

(Text kann durchaus Spoiler enthalten)

Die letzte Staffel des Phänomens, irgendwie schön, aber auch etwas ernüchternd. Der ganz große Knaller blieb leider aus, manche Dinge sind sogar zum Haare raufen, aber ich mag die Staffel trotzdem, ebenso das viel diskutierte Ende. Man musste bei der Serie nun mal ein konsequentes Ende finden, und das ist den Machern auch gelungen.

Natürlich sind da Dinge wie der dämliche Tempel, schon wieder diverse Inselbewohner (auf der Insel scheinen mehr Menschen zu leben als in einer Kleinstadt) :ugly: und andere Sachen die anscheinend etwas zu spontan eingebracht wurden, aber ich habe seit Staffel 3 gelernt mit diesen Dingen umzugehen. Lost ist Mystery, da ist es logisch dass es Unzulänglichkeiten gibt.

Was mir in der Staffel besonders gefällt sind die Momente in den Flash Sideways, bei denen sich die Personen an ihre Vergangenheit erinnern, das hat man schon sehr gut und emotional getroffen. Und auch wenn nicht alle Fragen beantworten wurden, ich kann gut damit leben, denn für mich wurden die meisten wichtigen Dinge in Staffel 6 beantwortet. Der Bruch der aztekischen Statue, woher das Rauchmonster stammt, wer Jakob ist, wieso Richard nicht altert, und wozu die Losties auf die Insel gebracht wurden.

Wieso und warum die Insel so ist wie sie ist bleibt zwar ein Geheimnis, aber das stört mich nicht.

Eine Serie die man wohl liebt oder hasst, ich hatte im TV damals auch so meine Schwierigkeiten, zumal sie in den USA ab Staffel 3 in Blöcken ausgestrahlt wurde, hierzulande aber stets wöchentlich, und zusätzlich mit ganz krassen Pausen zwischen den Staffeln dank Klo7. Komplett am Stück ist das aber schon eine wirklich faszinierende Serie mit einer einzigartigen Charakterschreibung.
 
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