Orphan
Bei diesem Film packe ich ohne zu zögern die volle Punktzahl aus. Warum?
Weil er in meinen Augen den perfekten "Böses schwarzhaarige Psycho-Mädchen"-Film darstellt. Er erfindet das Rad nicht neu, schafft es aber (funktionierende) alte Tugenden aufzuwerten, indem er bekannte Psycho-Horror-Muster gekonnt mit einigen erfrischenden Einfällen spickt. Die überraschend "logische" und dadurch irgendwie genreuntypische Auflösung fand ich beispielsweise hervorragend. Zudem wurde die Geschichte auf höchstem Niveau erzählt und in stimmige Bilder verpackt.
Weiter schafft es der Film einen wohlgeformten Spannungsbogen (ruhige Einleitung, Zuspitzung der Ereignisse, auf die Folter spannen, Höhepunkt mit überraschender Wendung, nervenaufreibendes Finale, zufriedenstellendes Ende) aufzubauen. Die richtige Menge an Brutalität, eine düstere Kulisse, das Spiel mit der Vorstellungskraft des Zuschauers und böse Blicke, von bösen kleinen Mädchen, haben mir immer wieder Schweißperlen auf die Stirn getrieben.
Das Highlight des Films war jedoch die 13-jährige Isabelle Fuhrman. Ich glaube ich habe noch nie zuvor ein derart bösartiges Mädchen gesehen. Eine unglaubliche Leistung, die Sie hier abliefert und ihre erwachsenen Schauspielkollegen vor Neid erblassen lässt. Ich hoffe, dass wir noch sehr viel mehr von dieser talentierten jungen Darstellerin sehen werden.
10/10 Punkte