Alias - Season 2
BÄM! Was für ein abartiger Cliffhanger!
Season 2 schafft es doch tatsächlich die schon nahezu perfekte erste Staffel in fast jeder Hinsicht zu übertreffen. Wie das geht? Eigentlich ist es ganz einfach: weniger zusammenhangslose Einzelfälle, eine straffere, mit vielen (und damit meine ich nicht "einige", sondern wirklich "viele") Wendungen gespickte Handlung, überraschende Charakterentwicklungen, gute neue Darsteller und eine noch bessere, fast schon Blockbuster-würdige, Inszenierung.
Aber alles der Reihe nach:
Bestand die Story in Season 1 noch zu zwei Drittel aus, mehr oder weniger, zusammenhangslosen CIA-Fällen, welche sich erst im weiteren Verlauf zu einem dickeren roten Faden bündelten, legt die Handlung in dieser Staffel von Anfang an ein sehr hohes Tempo vor. Gleich mehrmals werden einem die überraschenden Twists um die Ohren gehauen. Immer wenn man meint "Jetzt ist es vorbei!" dreht sich der Plot um 180°. Die letzten 60 Sekunden der Staffel sorgen schließlich für den ultimativen Roundhouse-Kick, nach dem ich einfach laut loslachen musste. Serienübergreifend sicherlich eins der besten Staffelfinale, das eigentlich nur von einer einzigen TV-Produktion, nämlich Abrams Mindfuck-Maschine-#2 "Lost", übertroffen werden kann.
Wenn ich an dieser Staffel überhaupt etwas auszusetzen habe, dann ist es die Tatsache, dass es durch die gehaltvolle Handlung kaum mehr zu den, oben schon erwähnten, Einzelfällen kommt. Diese kurzweiligen und, durch die spaßigen Gadgets und Verkleidungen, überaus unterhaltsamen Einsätze habe ich geliebt. Leider fehlen sie nun fast vollständig beziehungsweise wurden durch "ernstere" Fälle ersetzt. Finde ich persönlich ein wenig schade, aber dafür gibt es jetzt eine überaus spannende und umfangreiche Story. Von daher sehe ich gerne darüber hinweg.
Weiter ist mir das anscheinend deutlich höhere Budget aufgefallen. Im Vergleich zur ersten Staffel sind die Schauplätze nämlich noch exotischer, es gibt mehr Action, diesmal auch mit allerlei schweren Schusswaffen, Verfolgungsjagten, große Explosionen und hübschere Effekte. Somit gibt es an der Inszenierung rein garnichts mehr zu kritisieren.
Auch die Anzahl an Cameos hat zugenommen. War es in Season 1 "nur" Quentin Tarantino, haben nun gleich mehrere bekannte Schauspieler (Christian Slater, Ethan Hawke, David Carradine) einen gelungenen Gastauftritt. Zudem wurde auch der Hauptcast durch einige neue (oder auch alte, die nun aber größere Rollen spielen) Gesichter ergänzt.
Eigentlich kann ich mein Fazit zur ersten Season auch für die zweite übernehmen, nur dass ich die dort verwendeten Adjektive ein mal steigern muss. Den Superlativ spare ich mir jedoch noch auf - vielleicht wird Season 3 ja noch besser.

Also: "Alias - Staffel 2" setzt, im Vergleich zur ersten, fast überall noch einen drauf. Sie ist noch intelligenter, actionreicher, mitreißender und nahezu perfekt in Szene gesetzt. Hier gibt es wirklich nichts zu meckern und wenn, dann nur auf einem sehr hohen Niveau.
10/10 Punkte
Musste mir nach dem unglaublich gemeinen Ende natürlich sofort die erste Folge der dritten Staffel geben: Hervorragend! Was anderes habe ich eigentlich auch garnicht erwartet.

Ein wirklich gelungener Staffelauftakt - bin schon jetzt gespannt wie es weitergeht.
