9
An Shane Ackers 9 sieht man sehr gut, dass ein Oscar Nominierter Zehn Minuten Kurzfilm noch lange nicht als abendfüllender Kinofilm funktionieren muss. Vor allem wenn man die Story nur unausreichend erweitert. Zu viele Fragen bleiben unbeantwortet, zu viel wirkt konstruiert um wirklich eine ernstzunehmende Konkurrenz zu den Pixar Werken wahrgenommen zu werden. Auch mag die Geschichte um die kleinen Sackmännchen einfach nicht so richtig fesseln. Dafür wirkt die ganze Geschichte einfach zu gehetzt. Man hat kaum Zeit eine emotionale Bindung zu 9 und seinen Gefährten aufzubauen, zu eindimensional sind die Charaktere.
Dafür weiss der Film atmosphärisch zu punkten. Die postapokalyptische Welt wurde glaubhaft gestaltet und auch das ganze Design weiss wirklich zu gefallen. Zudem ist die technische Umsetzung wirklich gelungen, auch wenn natürlich nie die technische Brillanz von Pixar oder auch Dreamworks erreicht wird. Aber das ist aufgrund des viel tieferen Budgets auch gar nicht möglich und es ist auch gar nicht nötig.
Man merkt dem Film aber trotzdem zu jeder Sekunde an, dass es ein Regiedebut ist. Man hat viele interessante und gute Ansätze, aber nichts wirkt wirklich fertig und zu Ende gedacht. Bestes Beispiel ist in der Beziehung der Angriff des Flugroboters. Immer wieder in kurzen Sequenzen erkennt man das zweifellos vorhandene Talent von Shane Acker. Einige Kameraeinstellungen des Angriffes sind wirklich episch und können begeistern aber als Sequenz im Ganzen wirkt es dann doch noch etwas unausgereift. In der Beziehung hätte ich mir dann doch mehr Unterstützung von Tim Burton und Timur Bekmambetov gewünscht. Denn da wäre sicher noch mehr herauszuholen gewesen.
Nicht falsch verstehen, 9 ist sicher kein schlechter Film aber er ist leider auch kein Guter. Dafür macht er aus seinen mehr als vorhandene Möglichkeiten einfach zu wenig. Denn aufgrund der brillanten Trailer hat man sich von dem Werk einfach viel mehr versprochen. Am Ende ist 9 leider einfach eine Enttäuschung.