Lesbian Vampire Killers
"Lesbian Vampire Killers" ist genau das geworden, was der Titel verbricht: eine spaßige Horror-Komödie, welche in dieselbe Kerbe schlägt wie zuvor schon "Shaun of the Dead", mit typisch britischem Humor, abgedrehten Charakteren, ein wenig Action und lesbischen Vampiren, die alle von durchaus hübschen Darstellerinnen verkörpert werden (für die Google Bildersuche: Silvia Colloca, Susie Amy, MyAnna Buring, Ashley Mulheron, Tiffany Mulheron, ...).
Die Geschichte handelt von den beiden Freunden Jimmy (Mathew Horne) und Fletch (James Corden), die einen Ausflug aufs Land unternehmen, um vor ihrem deprimierenden Alltag zu entfliehen. Dabei stoßen sie, zusammen mit einigen Mädels, die sie in einer Spelunke getroffen haben, auf lesbische Vampire, welche versuchen ihre alte Herrin wieder auferstehen zu lassen, um das Land ins Chaos stürzen zu können.
Was auf den ersten Blick nicht wirklich innovativ klingt, ist es auch nicht. Die Handlung greift auf allerlei Horror-Komödien-Klischees zurück und ist nicht gerade anspruchsvoll. Trotzdem schafft sie es zu unterhalten, was zum Einen an einigen spaßigen Einfällen (Stichwort: lesbische Vampire) und zum Anderen an der angenehm kurzen Laufzeit von 87 Minuten liegt, die keine Langeweile aufkommen lässt.
Dabei besticht die erste Filmhälfte hauptsächlich durch gelungene Witze, die auch schonmal gerne etwas "pubertär" daherkommen, und die, wie der Titel vermuten lässt, hübschen Darstellerinnen. Im Verlauf geht der Komödienanteil ein wenig zurück und die "Horror-Action" überwiegt, was dazu führt, dass die an sich gelungenen Charaktere immer mehr in den Hintergrund rücken und von inhaltlich nicht gerade überzeugender Trash-Action abgelöst werden. Gerne hätte ich ein wenig mehr Zeit mit den Figuren verbracht, bevor sie sich zum Kampf gegen die Vampirbräute rüsten. Meiner Meinung nach wurde hier Potential und vor allem einige Witze verschenkt.
Die Inszenierung braucht sich dagegen nicht vor der B-Movie-Konkurrenz zu verstecken. Ganz im Gegenteil: gelungene Kulissen, (überwiegend) handgemachte Effekte, gut gewählte Kameraeinstellungen und ein passender Gute-Laune-Soundtrack lassen "Lesbian Vampire Killers" in einem überraschend guten Licht erstrahlen. Verschiedene Texteinblendungen und das "umblättern" der Szenen unterstreichen die überzeichnete Comicoptik des Films zusätzlich. An der Handwerklichen Umsetzung gibt es so gut wie nichts zu meckern. Lediglich ein paar Effekte und die etwas lahme Action hätte besser sein können, aber das kann man verschmerzen.
Die Schauspieler machen, im Großen und Ganzen, einen guten Job. Vor allem die zwei männlichen Hauptdarsteller können überzeugen. Ich hoffe und denke, dass man in Zukunft noch häufiger von ihnen hören bzw. sehen wird. Die Damen, welche zum größten Teil Newcomer sind und hier ihre erste Filmrolle übernehmen, spielen, selbst im Vergleich zu den nicht gerade oscarreifen Männern, eher unterdurchschnittlich. Schuld daran ist jedoch das Drehbuch, welches die "Mädels" lediglich gut aussehen, rumblödeln und schreien lässt. Wie oben schon erwähnt hätte ich gerne mehr von den verschiedenen Charakteren gesehen, bevor sie in Action verwickelt, getötet oder zum Vampir werden.
"Lesbian Vampire Killers" ist ein waschechter Männerfilm. Simpler, aber die meiste Zeit überzeugender, Humor, irre Typen und hübsche Frauen, sowie lesbische (! - ich muss es nochmal betonen) Vampire. Handlung und Charaktere hätten ruhig etwas weniger eindimensional sein dürfen, trotzdem macht dieser Film spaß und das ist doch das Wichtigste. Ob er den "Kultstatus" eines "Shaun of the Dead" erreichen wird bleibt abzuwarten, einen zweiten Teil, der von schwulen Werwölfen handeln könnte, würde ich mir jedenfalls gerne ansehen.
Handlung: 6/10
Darsteller: 6/10
Inszenierung: 8/10
Unterhaltungswert: 8/10
Action (max. 3 Sterne)
: **
Spannung: *
Humor: **
Gefühl: *
Anspruch: -
Gesamtwertung: 7.0/10 Punkte