Spider-Man: Into the Spider-Verse
[Triggerwarnung: Vorsicht, subjektive Meinung (ja, das ist wie ein runder Kreis aber damit sich niemand auf den Schlips getreten fühlt)...]
War heute drin und tatsächlich völlig unvoreingenommen, sprich keine Trailer gesehen, keine Inhaltsangaben und auch keine Reviews gelesen. Verlassen habe ich den Saal gespalten, denn es gibt einige Dinge die mir sehr gefallen aber auch viele Dinge die mir den Film "versaut" haben. Die herausragendste Qualität dieses Werks ist mit Sicherheit seine visuelle Präsentation und damit meine ich nicht nur seinen Art Style sondern allgemein alles das auch nur irgendwie zum visuellen Gesamteindruck beiträgt, egal ob nun die "Kameraführung", die Inszenierung, die Farbpalette,...hier gibt es die volle Punktlandung, Bestnote, whatever, auf jeden Fall exzellent. Hat mich auf dieser Ebene voll abgeholt und ist die treibende Kraft, die diesen Spider-Man weit vor allem anderen auszeichnet. Der zweite, positive Aspekt ist der alternative Peter Parker, dieser alternde, abgehärmte, etwas abgefuckte Spider-Man. Den Blick auf diesen Parker fand ich interessant und der Humor, der damit einher ging, war auch ganz unterhaltsam.
Apropos Humor...damit sind wir auch schon bei meiner größten Kritik. Eigentlich wollte dieser Spider-Man vorrangig eine Komödie sein und noch dazu eine möglichst alberne. Fand ich übwiegend überhaupt nicht lustig (ja, er hatte seine Momente aber diese befinden sich in der Minderheit) sondern eher zum Fremdschämen. Da dieser Spider-Man eine höchst alberne Komödie sein wollte und möglichst viel Screentime dafür draufging, blieb für Story und Charaktere leider auch nicht viel Zeit übrig. Deshalb muss es einen nicht weiter verwundern, dass Story, Charaktere und ganz allgemein die Dramaturgie dazu verdammt wurden ein bescheidenes, rudimentäres Dasein am Rande zu fristen. Hier wird sich einfach alles zurechtgebogen und zurechtgestolpert, wie es Slapstick und Situationskomik/Dialogwitz halt gerade diktieren.
Der von Hip Hop/Rap geprägte Soundtrack bekommt von mir auch keine Sympathiepunkte. Wertet wie immer jeden Film unvermeidbar ab. Unter dem Strich ein für mich nicht gerade schmackhafter Style over Substance Streifen (Style over substance ist per se keine negative Kritik aber hier leider schon).
Für den nächsten Spider-Man Film würde ich Sony empfehlen ihn Insomniac zu verantworten. Die waren zwar mit einem beschissenen Gamedesign geplagt, legten aber abseits davon eine Punktlandung hin (ja, die Referenzen zu Insomniacs Spider-Man fand ich auch ganz nett aber zugleich haben sie mich daran erinnert wie viel besser das Spiel eigentlich ist).