Blue Ruin
Nachdem ich von "Green Room" sehr angetan war, wollte ich mal schauen, was Regisseur Jeremy Saulnier noch zu verantworten hat. Neben "Murder Party" hat er vor "Green Room" noch bei "Blue Ruin" Regie geführt und das Drehbuch geschrieben.
Und ja, man merkt es, die Handschrift von "Green Room" hab ich in "Blue Ruin" recht schnell wieder gefunden.
Der Mörder der Eltern Dwights (der Hauptprotagonist) wird aus der Haft entlassen und aus dieser Situation heraus entspinnt sich ein Rachethriller der ganz besonderen und speziellen Art.
Mehr möchte ich zur Story gar nicht sagen, auch wenn die Story und die Handlung (wie auch bei "Green Room") ziemlich vernachlässigbar ist.
Oder besser gesagt zählt für Saulnier eher das Mantra des Zeigens und nicht des Erzählens.
Gerade in der ersten halben Stunde werden nur vereinzelt Worte vernommen und gesprochen, die meiste Zeit blickt man in die trostlosen Augen Dwights und versucht zu erahnen, wie er in diese missliche Lage gekommen ist.
Sinn und Logik darf man hier wieder nicht erwarten, Saulnier legt darauf aber auch keinen wirklichen Wert. Sinn und Logik passen sich dem an, was er zeigen und vermitteln will. Und es funktioniert.
Wie auch "Green Room" zeichnet "Blue Ruin" eine rohe Ehrlichkeit aus, der Film zeigt, dass Trauer und Rache Menschen an ziemlich hässliche Orte bringen kann. Die Darstellung von Gewalt ist wieder trocken und präzise dargestellt, eine kleine Prise schwarzer Humor ist auch mit dabei und viele typische Bilder und Kamerafahrten, die sich auch in "Green Room" haben finden lassen.
Da "Green Room" höhere Wellen geschlagen hat, könnte ich mir vorstellen, dass einige, die "Green Room" mochten, "Blue Ruin" noch nicht gesehen haben. Und die sollten das auf jeden Fall nachholen.
8/10