einer der größten Kassenflops neben Heavens Gate und Die Piratenbraut.
Heaven's Gate ist ein toller Film- gehört zu meinen Lieblingen.
Man muss mit der eher ruhigen Erzählweise und über 3 Stunden Laufzeit klar kommen, aber alleine die Besetzung ist ein Traum!
HEAVEN'S GATE - DAS TOR ZUM HIMMEL
Ein hochkarätig besetzter, aufwendig gefilmter Spätwestern von Michael Cimino.
Besetzung: Kris Kristofferson, Christopher Walken, John Hurt, Brad Dourif, Isabelle Huppert, Joseph Cotten, Jeff Bridges, Mickey Rourke...
Der Film basiert auf wahren Begebenheiten, dem sogenannten „Johnson County War“ von 1892.
Montana, Ende des 19. Jahrhunderts. Ein weites Land, aber nach Meinung einiger mächtigen Viehzüchter nicht weit genug für alle.
Mit allen mitteln versuchen sie, Einwanderer aus Osteuropa zu vertreiben, es werden sogar Todeslisten an Revolverhelden ausgegeben.
Die Viehbarone bezahlen für den Kampf gegen die unerwünschten Einwanderer auch Kopfgeldjäger,
von denen Nathan Champion (Christopher Walken) zunächst besonders skrupellos heraussticht.
Der einzige, der den Einwanderern zur Seite steht und Verständnis zeigt,
ist der Staatsanwalt James Averill (Kris Kristofferson), der damit den Zorn der Viehzüchter auf sich zieht.
Die beiden Männer kämpfen nicht nur auf gegnerischen Seiten, sondern auch um die Gunst der Bordellbesitzerin Ella (Isabell Huppert),
welche den mächtigen im Land ebenfalls ein Dorn im Auge ist- und auf der Todesliste steht.
Die Rivalität zwischen den Männern wird zu Hass, der nur noch Gewalt kennt-
und in einer langen, blutigen Schlacht zwischen den Parteien endet- bei der am Ende alle etwas verlieren...
Heaven's Gate ist alles andere als ein klassischer Western, obwohl er doch das typische Westernklischee enthält:
Den einsamen Helden, der alleine für das Gesetz kämpft.
Ansonsten aber ist hier ziemlich alles untypisch:
Das Thema des Films ist Fremdenhass, erste Anzeichen einer Modernen Gesellschaft halten Einzug
(Rollschuhbahn, komfortable Kutschen...), die Figuren laufen größtenteils in edlen, teuren Anzügen herum,
der klassische dreckige Cowboy kommt hier nicht vor.
Der Film hebt sich somit nicht nur thematisch, sondern auch optisch vom typisch amerikanischen Western ab-
obwohl er in den USA gedreht wurde.
Als Zuschauer muss man sich im klaren sein, dass dieser Film über 200 Minuten lang eine Geschichte erzählt-
und nicht auf Schiessereien und Action ausgelegt ist.
Erst im letzten drittel geht es recht brutal zur Sache, hier gibt's dann packend inszenierte und brutale Gefechte.
Heaven's Gate schrieb Filmgeschichte- im negativen Sinn.
Regisseur Cimino zeigte hier den Mut, in den USA einen Film zu drehen, der zeigte wie es wirklich war:
Die Amerikaner sind und waren nicht die Helden, in denen sie sich selbst in ihren Western gerne darstellten,
all der Rassismus und Hass den es auch im wirklichen Leben schon immer gab, wird hier gezeigt.
Dementsprechend floppte der Film in den USA an den Kinokassen
(er kostete 50 Millionen Dollar, spielte aber nur einen Bruchteil wieder ein),
kassierte dort beinahe nur negative Kritiken (Im Gegensatz zum Rest der Welt),
und stürzte die Produktionsfirma United Artists in den Ruin- diese wurde daraufhin von MGM aufgekauft.
10/10
Die Piratenbraut dürfte eigentlich jedem gefallen, der auch die "Pirates of the Caribbean" Filme mag.
Wenn die Tricks nicht teils so dilettantisch billig, und der deutsche Titel nicht gar so bescheuert gewesen wären,
hätte der evtl. sogar mehr Erfolg gehabt.
DIE PIRATENBRAUT
Die Piratin Lady Morgan (Geena Davis) ist auf der Suche nach einem großen Piratenschatz,
dessen Lageplan auf drei Stücke einer Schatzkarte verteilt ist- von denen sie bisher eines hat.
Natürlich sind auch noch andere Piraten hinter dem Schatz her,
vor allem Lady Morgan's Onkel Dawg (Frank Langella), der auch einen Teil der Schatzkarte besitzt.
Als dann Lady Morgan's Crew meutert, um sich mit Dawg zu verbünden,
und sie nur mit einer handvoll ihr treuer Piraten mitten in einem Sturm,
zufällig in der Nähe von Cutthroat Island, wo der Schatz liegen soll ausgesetzt wird,
treffen sich beide Parteien auf der Insel wieder...
Hier hat sich Actionspezialist Renny Harlin in den 90'ern mal an einem Familientauglichen Piratenfilm versucht,
der an den Kinokassen aber komplett floppte.
Auf der einen Seite hat man richtig hingeklotzt mit schönen Bauten, Schiffen und Kostümen,
auf der anderen Seite sind die meisten Stunts und Tricks dermaßen billig, dass es schon weh tut.
(Schlecht einkopierte Szenen, Stuntmen für Geena Davis mit nem Kreuz wie ein Bodybuilder,
Plastikschiffchen mit Plastikbesatzung bei den Sturmszenen auf dem Meer...)
Ausserdem ist der deutsche Titel mal wieder oberpeinlich.
Warum man nicht einfach beim Originaltitel „Cutthroat Island“ geblieben ist, frage ich mich sowieso-
aber selbst wenn es denn unbedingt ein deutscher Titel sein muss: Warum ausgerechnet „Die Piratenbraut“?
Hat sie nen Piraten geheiratet?
Die Piratin wäre dann schon richtiger gewesen, klingt aber wohl nicht so toll.
Alles in allem aber durchgehend spaßig, nicht langweilig und auch meist schön anzusehen.
7/10