Quantum of Solace
Nur 4 Mann im Kino gewesen, während die Parallelvorstellung knackevoll war.
Tja...also wer mit Casino Royale nix anfangen konnte, der kann gleich zu Hause bleiben, denn QoS setzt ca. 10 Minuten nach dem Ende von CR ein. Bond fährt den leicht lädierten Mr. White zum Verhör, was der Auftakt zu einer von vielen, vielen, vielen...SEHR vielen Action-Szenen ist. QoS ist ein schmutziger Agenten-Actionfilm. Der Glamour-Anteil hält sich massiv in Grenzen, Bonds favorisiertes Outfit sind Blessuren aller Art und es gibt auf eine Art und Weise auf den Sack, dass man sich mal wieder fragt, wie sowas ab 12 freigegeben sein kann.
Zur Story will ich nicht viel sagen, zumal sie 'eh nicht gerade das Highlight dieses Films ist. Der Charakter Bonds ist aber bemerkenswert. Okay, ich konnte auch mit dem Lackaffen aus Roger Moore-Zeiten nicht sehr viel anfangen. Aber diesen Bond hier zu mögen, ist mittlerweile für mich auch schwer, was allerdings nicht heißen soll, dass ich das schlecht finde. Stärker noch als in CR sehen wir hier einen Totschläger auf zwei Beinen und zwar einen von der absolut eiskalten Sorte. Wer diesen Mann angreift, hat vorher hoffentlich schon beim Leichenbestatter ein Probeliegen gemacht. Bond fackelt nicht lang. Er killt einfach und das vollkommen leidenschaftslos und er lässt nicht eher locker, bis er am Ziel ist. Was oder wer dabei zu Bruch geht (inkl. ihm selbst) ist ihm dabei völlig egal. Daniel Craig strahlt dabei noch eine fast schon unheimliche Aura aus. Während Bourne noch von Matt Damons Milchbubigesicht lebte, welches die perfekt trainierte Tötungsmaschine geschickt kaschierte, scheint der Killer hier aus allen Nähten heraus. Echt beängstigend. Sowas wie dieser Bond wird in anderen Filmen als Bösewicht präsentiert.

Aber letztendlich ist das nur folgerichtig. Wer internationale Fieslinge bekämpfen will, muss ihnen auf gleicher Augenhöhe antworten. Und Bond ist definitiv der Schlagring Ihrer Majestät...der mit den vergifteten Spitzen.
Die anderen Schauspieler...najaaaaa....sie machen ihre Sache gut, stechen aber nicht allzu sehr heraus. Das Bondgirl ist schick, kann aber einer Vesper Lynd in Sachen Charakter und Ausstrahlung nicht ansatzweise das Wasser reichen. Die Dialoge sind auch nicht mehr so schön bissig wie in CR. Generell wurde der Humor arg zurückgefahren, aber das lag wohl von Anfang an in der Intention des Filmes.
Die Action weiß natürlich wieder zu überzeugen. Lediglich eine Einlage am Anfang, kann leichte Übelkeit hervorrufen, weil der Kameramann offensichtlich wieder nach Schnitten pro Zehntelsekunde bezahlt wurde. Ansonsten wird der Fan solcher Szenen in QoS nachhaltig bedient.
Fazit:
Eine sehr konsequente Fortführung des brillianten CR, die auch noch mind. ein Sequel in der gleichen Storyline nach sich ziehen dürfte. Leider wird der Vorgänger nicht ganz erreicht. Zu dominant ist die Action, zu schmutzig ist der Film an sich. Trotzdem sehr gute Unterhaltung, die aufgrund des imo doch eher unangenehmen Hauptcharakters auch einiges an Würze zu bieten hat.
7/10