Wir haben mittlerweile mit der dritten Staffel von American Horror House angefangen. Meine Frau ist nun mit dabei.
Die erste Folge war schon ein starker Bruch gegenüber der zweiten Staffel. Eigentlich ganz gut, aber das Thema Hexeninternat wirkte erstmal ziemlich teeniemässig auf mich und die vielen hellen und modernen Kulissen sind auch eher das Gegenteil von gruselig.
Aber auf ne seltsame Art und Weise bleiben sich die Macher treu. Sie extrahieren aus jeder Menge Horrorfilmelementen eine übergeschnapptes Universum, das eine überdrehte Eigendynamik entwickelt und nach ganz eigenen Regeln funktioniert, die man jeder anderen Serie ankreiden würde. Besonders fasziniert mich der schmale Grat auf dem einzelne Handlungsstränge erzählt werden.
Kleines Beispiel: Da wird ne Frau von der bösen Oberhexe in nem Raum gefesselt. Eine andere Hexe befreit sie. Nach klassischer Serienlogik erwartet man nun, dass die Oberhexe das entdeckt, ausrastet und die Gefangene sucht und wieder einfängt. Sowas wird hier erfrischenderweise völlig ignoriert. In der nächsten Szene in diesem Strang sieht man die Oberhexe und die Gefangene auf einer Straßenbank sitzen und einen coolen Dialog führen. Das wars.
Und so wird eigentlich alles in der Serie erzählt, wodurch so ein sanfter Surrealismus geschaffen wird, der aber stets Gefahr läuft, in reiner Unlogik und einfach schlecht geführtem Drehbuch abzukippen. Anderseits kann man sich so nie ganz sicher sein, was als nächstes passiert.
Ein Genuss ist auch diesmal wieder Jessica Lange als Supreme-Hexe. Sie hat die meiste Screentime und ist auch die kompetenteste Schauspielerin am Set. Ausserdem ist ihr die Rolle auf den Leib geschrieben worden. Ich bin mittlerweile ihr Fan!
Nach fünf Folgen verdichtet sich auch die Story mit jeder Menge Rückblenden und die verschiedenen Charaktere offenbaren interessante Züge, die man anfangs nicht erwartet hat. Ich bin gespannt wie es weitergeht.
