The Grand Budapest Hotel
Anfang des 20. Jahrhunderts in Zubrowka: Concierge Monsieur Gustave (Ralph Fiennes) arbeitet im Grand Budapest Hotel und kennt alle Vorlieben und Wünsche seiner weit gereisten und meist exzentrischen Gäste. Insbesondere die Damenwelt weiss den Concierge zu schätzen, kümmert er sich doch um einige mit besonderem Engagement.
Die schrullige Madame D. (Tilda Swinton) vermacht ihm aus Dank für seine Zuneigung nach ihrem Tod ein wertvolles Gemälde. Ihr Sohn Dimitri (Adrien Brody) beschuldigt Gustave daraufhin des Mordes an seiner Mutter, und der Concierge landet im Gefängnis. Dank seiner Beziehungen und seines einnehmenden Wesens gelingt ihm der Ausbruch. Fortan geht er mit dem Lobbyboy Zero (Tony Revolori), der im Verlauf der Geschichte sein engster Vertrauter wird, durch harte Zeiten. Neben dem Diebstahl und der Suche des Gemäldes sind sie die Zielscheibe im Kampf um ein grosses Familienvermögen und erleben zudem, wie sich die Gesellschaft um sie herum in der Zwischenkriegszeit verändert.
Was für ein toller Film. Die Figuren sind alle äusserst schrullig und spannend. Besetzt sind sie sowieso bis in die kleinste Rolle ausgezeichnet und mit vielen sehr namhaften Darsteller. Einfach ein toller Kinofilm über eine rasante Schnitzeljagd über die Suche nach dem Mörder und dem Gemälde. Das ganze Setting ist wirklich klasse und das Theaterfeeling wird durch Schwarz-Weiss und Stop Motion Aufnahmen noch unterstützt. Trotzdem spielt der Film (anders als von mir befürchtet) nicht nur im Hotel. Eine absolute Empfehlung!
9/10
The Secret Life of Walter Mitty
Walter Mitty (Ben Stiller) arbeitet schon seit 16 Jahren als Betreuer der Negative im Foto-Archiv des renommierten Magazins "LIFE". Sein Leben ist so ereignislos, dass er beim Online-Dating-Dienst seines Vertrauens nicht alle Funktionen nutzen darf, weil er viel zu wenig Rubriken seines Profils mit persönlichen Daten befüllen kann. Dies verhindert, dass er seine nette Arbeitskollegin Cheryl (Kristen Wiig), auf die er steht, per Internet anzwinkern könnte. Walter driftet stattdessen in Gedanken in fantastische Abenteuer ab: Mit ihm als Hauptakteur, der Hündchen aus explodierenden Häusern rettet oder als Latino-Bergführer Achttausender besteigt. Immer schmachtend mit dabei: sein heimlicher Schwarm Cheryl - zumindest virtuell.
Doch dann soll "LIFE" als Magazin eingestellt und in eine reine Online-Marke überführt werden. Der bärtige Transition Executive Ted (Adam Scott) lässt das Heft ein allerletztes Mal in Papierform erscheinen, bevor ein Grossteil des Personals entlassen wird. Als abschliessendes Titelblatt wird das 25. Negativbild einer Filmrolle vom Abenteuer-Fotograf Sean O'Connell (Sean Penn) bestimmt. Das Dumme ist nur: Genau dieses Negativ fehlt Walter, und der Weltenbummler Sean ist notorisch schwierig zu erreichen. Ausgestattet mit den Hinweisen auf den Fotos vor und nach Bild 25 begibt sich Walter auf die Suche nach O'Connell. Seine Reise bringt ihn nach Grönland, Island und Afghanistan. Und spätestens nach solch einem Trip sollte doch auch so ein Online-Dating-Profil spannend gestaltet werden können.
Was für eine Enttäuschung! Klar erwartete ich keinen neuen Forrest Gump, aber der Film ist einfach nur verdammt belanglos. Klar die Aufnahmen von Grönland, Island und Afghanistan (bzw. wohl Südamerika) sind gigantisch. Aber dafür hätte ich mir auch eine Dokumentation ansehen können. Mir kommt es vor, dass Ben Stiller gerne mal in diese Länder reisen wollte und er darum irgendwie einen Film zu basteln versuchte. Ich mag Stiller und seine Filme, aber dieser war gar nicht. Weder spannend, noch lustig oder dramatisch. Einfach nur schöne Bilder ohne nichts.
4/10