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MOVIE Der-zuletzt-gesehen-Thread!

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Ich habe gestern Gravity gesehen. Ich will mein Geld und meine Zeit zurück. Die Bullock kann mit ihrer kaputt operierten Fresse eigentlich ihren Beruf an den Nagel hängen, die ist so gestrafft und gebotoxed, dass ihre Fratze keine Mimik mehr darstellen kann. Der vorhandene Hauch an Story war ebenfalls lächerlich.

Ganz so schlimm war es dann nicht aber ja, die Bullock ist in dem Film kaum wieder zu erkennen, die sieht irgendwie sehr seltsam aus, schade.
 
Den hab ich gestern auch gesehen und nach den Trailern auch etwas anderes erwartet. Gefallen hat er mir trotzdem. Nur hatte ich immer das Gefühl dass bei dem Setting noch wesentlich mehr geht. Das hat mir nämlich ziemlich gut gefallen und ich hätte noch gerne Viel mehr über die Welt und Elysium erfahren. So war doch alles sehr reduziert auf die Konfrontation zwischen Max und dem Schurken. Optisch und von Design her fand ich den Film ne Wucht. 2013 War ein richtig gutes scifi Jahr.

Das Problem am Trailer war, daß er gefühlt 80% der Action und CGI Szenen zeigt. Da wurde man von nix mehr überrascht.
 
Dieses Wochenende habe ich Rian Johnson zelebriert und mir seine drei guten bis grandiosen Filme angesehen. :D

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Brick

Rian Johnsons nicht zu unterschätzendes Erstlingswerk aus dem Jahre 2005 ist eine spannende Mischung aus klassischer Detektivgeschichte und Film Noir im amerikanischen High School Setting. Erzählt wird hier eine an für sich recht unscheinbare Geschichte, in der Brendan (Joseph Gordon-Levitt) den Mord an seiner Ex-Freundin im Drogenmilieu der örtlichen High School aufklären möchte. Während die Storybausteine beileibe nicht sonderlich originell sind, ist es vor allem die gekonnte Inszenierung, die Brick zu einem sehenswerten Genrefilm macht.

So beginnt der Film gleich mit dem Fund der Ex-Freundinnen-Leiche und setzt das Puzzle in einem ruhigen, aber nie langweiligen Tempo, Stück für Stück zusammen, bis schlussendlich alles einen Sinn ergibt und den Zuschauer befriedigt in den Abspann entlässt. Ohne irgendwelches Brimborium verlässt sich die Geschichte voll und ganz auf ihre starken Schauspieler und Johnsons Gespür für perfekte Bilder. Noch bevor er mit Filmen wie Inception in die A-Liste der Hollywoodschauspieler aufgenommen wurde, erkannte Johnson bereits das Talent des jungen Joseph Gordon-Levitt, den er hier gekonnt als intelligenten Alleingänger inszeniert und den Film nahezu alleine schultern lässt - mit Erfolg.

Deutlich wird hier auch gleich Rian Johnsons superbe Bildsprache. Seine Aufnahmen wirken sehr ruhig und (erzählerisch) unverfälscht, rücken damit stets die wichtigen Elemente in den Mittelpunkt. Dazu filmt er meist aus einem niedrigen Blickwinkel, erhöht damit die Szenerie und lässt fast den Eindruck eines Theaterstücks entstehen, dem man aus den vorderen Reihen beiwohnt, etwas, das bei seinem zweiten Film, Brothers Bloom, noch viel deutlicher wird. Er spielt mit Musik und Farben, mit Licht und Schatten und vermittelt damit gekonnt den Gefühlszustand seiner Figuren. Einfach ein unheimliches Regietalent, von dem man in Zukunft hoffentlich noch sehr viel mehr sehen wird.

Brick ist frei von Kitsch und Bombast. Es ist eine kleine, aber feine Detektivgeschichte, mit überzeichneten Charakteren, einigen einprägsamen Momenten und tollen Darstellern. In seinem Storykern mag er nicht wirklich neu sein und zeitweise übernimmt er sich vielleicht etwas, insgesamt ist Rian Johnson hier aber bereits zu Beginn seiner Karriere ein hervorragender Milieufilm gelungen, den man Neo-Noir-Fans nur ans Herz legen kann.

8/10 Telefonzellen


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Brothers Bloom

Anscheinend liebt Rian Johnson es seine Geschichten zu verschleiern. War Brick noch waschechte Film Noir in einem High School Gewand, ist Brothers Bloom eine charmante Romanze im Kostüm eines Gaunerfilms. Eine höchst amüsante, exzentrische Story über zwei clevere Brüder und Trickbetrüger (Adrien Brody und Mark Ruffalo), die seit ihrer Kindheit Leute um ihr Geld bringen, indem sie ihre Opfer durch fiktive Geschichten manipulieren, so dass diese von dem eigentlichen Diebstahl gar nichts mitbekommen bzw. sogar mit ihm einverstanden sind. Das funktioniert auch hervorragend, bis einer der Brüder aussteigen möchte und sich zudem noch in ihr letztes Opfer (Rachel Weisz) verliebt.

Was folgt ist eine sympathische Romanze, die von einer undurchsichtigen Betrügerei gerahmt wird. So bleibt bis zum Ende unsicher was nun der tatsächlichen Wahrheit entspricht und was nur gespielte Realität der Brüder ist. Johnson, der auch hier wieder für das Drehbuch und Regie verantwortlich ist, spielt dabei geschickt mit dem thematischen Schwerpunkt des Plots - nämlich den Trickbetrug, das Verwirrung stiftende Schauspiel - und überträgt ihn sozusagen auf den Zuschauer, der sich ebenfalls nicht mehr sicher sein kann, was nun Sein und was Schein ist.

Dazu gibt es reichlich subtilen Humor, skurrile Figuren und unwirkliche Szenerien. Brothers Bloom fühlt sich an wie ein leicht verschobenes Paralleluniversum, in dem einem zwar alles bekannt vorkommt, aber trotzdem irgendwie anders zu sein scheint und erinnert damit ein wenig an Wes Andersons eigenwillige Werke - ohne dabei deren Genialität zu erreichen. Auch Brothers Bloom wirkt daher eher wie ein Theaterstück, wobei diese Illusion diesmal ganz bewusst erzeugt wird, passt sie doch hervorragend zur trügerischen Thematik. In Szenen, wie die auf dem Dampfer, wo das Umgebungslicht auf ein mal gedimmt wird, die Musik aufhört zu spielen und der vermeintliche Antagonist aus dem Schatten tritt, dürfte diese pointierte Symbolik dann auch dem Letzten auffallen. Ein fantastisches Spiel mit Farben, Kontrasten, Blickwinkeln und Erwartungen, das Johnson hier betreibt.

Brothers Bloom ist eine wohltuende Romanze vor leicht bizarrer Gaunerkulisse. Humorvoll, herzlich und irgendwie verrückt. Nicht wirklich herausragend, aber doch so eigenartig, dass er (gerne) im Gedächtnis bleibt. Nett ist übrigens, dass Johnson seinen geliebten Gordon-Levitt auch hier, nämlich im Hintergrund im Berliner Club, wieder untergebracht hat.

7/10 Kartentricks


Zuletzt gab es noch Johnsons letzten Film, Looper. Da mache ich es mir einfach und kopiere meine alte Kinokritik, da sich meine Meinung seitdem eh nicht geändert hat. Finde den Film immer noch genial. :D

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Looper

Zeitreisen: Ein hochspannendes Thema, das nicht nur in der Realtität die klugen Köpfe unseres Planeten, sondern seit jeher auch Kinogänger begeistert. Leider kranken Zeitreisefilme nicht selten an monströsen Logiklöchern, verlieren sich irgendwo in ihrem eigenen Zeitlinien-Wust oder nutzen die Thematik dann schlussendlich doch nur dazu, um eine ausgelutsche Story in ein ansprechenderes Setting bzw. eine ansprechendere Epoche zu verlegen. Looper ist da glücklicherweise anders. Er nimmt die Zeitreise nicht nur als simplen Storyaufhänger, sondern beschäftigt sich doch tatsächlich mit der Zeit, mit den Auswirkungen, wenn man diese durchbricht und daraus resultierenden Paradoxien. Ein Film, der den Titel Zeitreise-Thriller verdient wie kein anderer in den letzten Jahren. Vergesst "Zeitreise"-Filme Frequently Asked Questions About Time Travel oder Hot Tub Time Machine, die ich zwar allesamt durchaus gelungen finde, in denen die Zeit schlussendlich aber doch nur eine Nebenrolle spielt. Looper hat, in Bezug auf das Spiel mit der Zeit, eher das Kaliber eines Zurück in die Zukunft. Wobei es sich hier natürlich um gänzlich andere Genre handelt.

Die Handlung ist dabei zunächst relativ simpel und beginnt mit einem cleveren, aber wenig beeindruckendem Zeitreisespielchen. Dieses entwickelt sich dann aber rasend schnell zum packenden Thriller, der grandios mit dem schwierigen Thema Zeit umgeht, es intelligent und spannend verarbeitet und schließlich sogar noch eine überraschende Entwicklung hin zum ... naja, ich nenne es mal "Übernatürlichen" macht. Das ist hochgeradig mitreißend und bietet verhältnismäßig viel fürs Köpfchen. Zum Glück belässt es Looper aber nicht nur bei seinem guten Zeitreiseplot, sondern beschäftigt sich zudem noch mit seinen tollen Figuren. Ja, zwischenzeitlich haben wir es hier eher mit einem Charakterdrama als einem Thriller zu tun. Dass das funktioniert, ist natürlich auch den grandiosen Darstellern zu verdanken. Joseph Gordon-Levitt (Fabelhafte Maskenarbeit, er sieht tatsächlich aus wie ein junger Bruce.) spielt genial wie eh und je, Bruce Willis liefert endlich noch mal eine sehenswerte Leistung ab, anstatt sich durch irgendwelche Direct-to-DVD-Releases zu "cameoen", Emily Blunt (Von der würde ich mich auch mal gerne an"froschen" lassen. :grins: ) sorgt für die nötige Portion "Gute Seele" und Pierce Gagnon, verdammt, der Junge ist wie alt? 10? Und er rockt hier die Farm! Großes Schauspiel, dem im übrigen auch zu verdanken ist, dass man bis zum Ende mitfiebert, da sie es schaffen jeden ihrer Beweggründe plausibel darzustellen und es einem so sehr schwer fällt eine Position einzunehmen. Ich konnte mich bis zum Schluss jedenfalls nicht zwischen dem alten und jungen Joe "entscheiden".

Wo wir gerade beim Ende sind: Das ist für mich der einzige kleine Kritikpunkt. Wobei Kritikpunkt schon fast zu negativ klingt. Schließlich wurde die vielschichtige Story damit nachvollziehbar, rund und konsequent zu Ende gebracht. Aber wahrscheinlich ist es gerade diese konsequente Herangehensweise, die das Finale merkwürdig ... vorhersehbar macht. Anders hätte man die Geschichte einfach nicht beenden können. Jedenfalls nicht, ohne gigantische Logiklöcher zurückzulassen, von denen Looper nämlich überraschend wenige vorzuweisen hat.


Hach, was soll ich groß sagen? Mit gerade mal 30 Millionen Dollar inszeniert Rian Johnson einen grandiosen Zeitreise-Thriller, der seine Genrebezeichnung ausnahmsweise auch zu Recht trägt. Er ist intelligenter Zeitreisefilm, actionreicher Thriller und emotionales Drama in einem. Weniger imposant als ein Inception, dafür aber cleverer im Detail und mit viel Liebe zur Thematik erzählt. Dazu gibts schöne Bilder, tolle Schauspieler und eine Prise handgemachter Action. Aber bitte kein Bombast-Blockbusterkino erwarten. Looper ist, anders als es sein Genre, die Science Fiction, vermuten lassen könnte, nämlich ein eher ruhiger Vertreter, fast schon Film noir. Punktabzug gibts für das logische, dafür aber leider wenig überraschende Ende und die Tatsache, dass die übergeordnete Bedrohung (aus der Zukunft) nicht wirklich greifbar ist.

9/10 Schleifen



Ist schon ein verdammt talentierter Kerl, der Johnson. Drei Filme und drei Punktlandungen. Sind jetzt zwar nicht unbedingt neue Genreklassiker, aber doch so gelungen und einzigartig, dass man sie auf jeden Fall positiv in Erinnerung behält. Bin gespannt, was uns der gute Mann in Zukunft sonst noch so vorsetzten wird - hoffentlich so einiges.
 
Top of the Lake

Hat mir bis auf paar Dinge wirklich gut gefallen. Zwei Folgen weniger hätten dem Plot IMO sehr gut getan denn so plätschert das ganze lange Zeit überwiegend vor sich hin. Charaktere sind sehr gut, aber der wirkliche Star der 6teiligen Miniserie sind die Landschaftsaufnahmen, sehr geil!

7,5/10
 
Gravity

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Optisch und in seiner Inszenierung ganz klar ein Zuckerstück. In dieser Hinsicht konnte er voll punkten. Sehr stark. Bersonders die 1st Person Szenen und der “Ritt” der Station zum Schluss hatten es mir angetan.

Inhaltlich bin ich aber massiv zwiegespalten. Da bemüht man sich zum einen um einen erhöhten Grad an Realismus und macht viele Dinge auch richtig, während man aber auf der anderen Seite wieder sehr viele Fehler einbaut. Die meisten von ihnen kann ich zwar gut verschmerzen, da sie der Dramaturgie dienen, aber dann sollte jene auch gut sein. In ihrer Summe jedoch muss man sie dem Film dann jedoch wieder anlasten, eben da er ja grundsätzlich versucht nah an der Realität zu bleiben und dadurch für mich keine wirklich packende Immersion aufkam.

Ein paar kleine Fehler (unter mehreren, jedoch sind folgende halt spoilerfrei), an denen ich mich einzeln jetzt nicht aufhänge, als Beispiel...

Das Gesicht der Austronaten hinter ihren Helmen, eigentlich gar nicht zu sehen, aber das wäre halt für den Film scheiße gewesen. Daher verkraftbar.

Die Weltraumakrobatik. Wer schon einmal Aufnahmen von einem Space Walk gesehen hat, der weiß, dass die Astronauten sich hier sehr, sehr “gemütlich” fortbewegen und viel Zeit dazu benötigen. Sind danach aber trotzdem ziemlich fertig, weil es dennoch sehr mühsam ist. Auch das hat man zu Gunsten der Dramaturgie geopfert. Ebenfalls OK.

Selbiges gilt für die Luftschleusenakrobatik oder Ryans Unterwäscheaktion, die mich auch etwas erstaunt. Ist ja eigentlich eine nicht zu geringe Prozedur, so einen Astronauten einzukleiden und wieder auszuschälen (die tragen also viel mehr als nur einfachste Unterwäsche drunter, für ihren Space Walk).

Trüben die Immersion des eigentlich auf realistisch getrimmtenn Films, aber sind dennoch verkraftbar, auch wenn ihre Summe halt dennoch wieder einen Wermutstropfen darstellt.

Unverzeihlich ist aber ein massiver Fehler, in einer der vielleicht wichtigsten Szenen des Films, die auch zugleich sein größtes Verhängnis ist…

[Ab hier gehts leider nicht mehr ohne Spoiler]

...als Ryan und Matt quer über die ISS fliegen und Ryan zum Schluss mit den Beinen in den Leinen hängen bleibt.

Da hat man einfach mal die physikalischen Gesetze über den Haufen geworfen, um hier eine dramatische Situation zu schaffen. Wäre bestimmt auch irgendwie anders gegangen, statt hier so einen Bock zu schießen, um sich diese Schlüsselszene zu schaffen. Eine Schlüsselszene die übrigens meiner Meinung nach die größte Achillesferse des Films war und den Spannungsbogen ab diesen Moment regelrechte vernichtete.

Gravity wirkte insgesamt gesehen auch einfach unglaublich konstruiert. Hier an dieser Stelle möchte ich besonders die Szene erwähnen wo Ryan in der Rettungskapsel sitzt und jene wegen des sich verfangenen Schirms beinahe auf die ISS knallt. Zwar wiederum nett inszeniert, wie all diese Szenen und Momente, aber Spannung kam hier keine auf.

Weshalb? Man wusste halt genau, dass sie schon irgendwie aus dieser Situation entkommen würde, weil ein Scheitern mit ihrem Tod enden und damit das frühzeitige Ende des Films einher gehen würde - der aber erst gerade die Halbzeit knackte.

Deshalb erachte ich die Seilschaft-Szene zwischen Ryan und Matt, wo Matt seinen Tod wählte, auch als den Spannungstöter des Films. Mit zwei Personen bis nahe des Schlusses hätte man deutlich mehr Spannung aufbauen können bzw. überhaupt für Spannung sorgen können, da einen ständig das Ende hätte ereilen können, ohne dass der Film dann zwingend zu Ende wäre. So hat sich das bereits ab ca. Minute 30 erübrigt.

Die kurz darauf folgende Szene in der Kapsel hätte mir fast das Kraut ausgeschüttet, hat sich dann jedoch zum Glück nur als eine Halluzination entpuppt - ist aber bezeichnend, für den bisherigen Verlauf, dass ich es Gravity wirklich zugetraut hätte. Musste da über mich selbst schmunzeln, ob meiner voreiligen Facepalm Reaktion. Im Nachhinein betrachtet einer der klar besten Momente des Films. :D

Sämtliche Probleme werden übrigens damit gelöst, dass entweder irgendwas aufgeschraubt, ein Knopf gedrückt oder sich irgendwo entlang gehangelt wird...was mir dann doch irgendwie zur dezenten Langeweile führte, da ich mich ansonsten nur an der herausragend-visuellen Seite ergötzen konnte.

Das Ende war übrigens auch ziemlich...mäh!
Was hatte ich doch auf ein nicht typisches Happy Ending gehofft. Wäre am Schluss sogar noch etwas Spannung aufgekommen, da man hier zum ersten Mal Ryan draufgehen oder ihr etwas schlimmes passieren hätte lassen können, ohne dass der Film abrupt zu Ende gewesen wäre. Aber nein, das durfte ja nicht sein und stattdessen gab es dann ganz zum Schluss noch eine besonders kitschig-metaphysische Taufe.

Visuell wirklich toll und in dieser Hinsicht auch super inszeniert. Dafür allerdings inhaltlich zerfressen, sehr künstlich-konstruiert wirkend, mit einem Spannungsbogen der das Wort Spannung nicht verdient. Dramaturgisch ein ziemlicher Griff ins Klo.

Vielleicht wurde Gravity aber auch einfach nur für die große 3D-Leinwand produziert und büßt den Großteil seines Reizes in 2D auf dem 47 Zoll Schirm ein. Ich bin jedenfalls alles andere als angetan, von diesem meiner Meinung nach maßlos overhypten Werk.

Musste mich jetzt beim Schreiben meines Eindrucks spontan an @Der_Geächtete erinnern, dem es ja laut seinem Review damals im Kino recht ähnlich erging.

Heute wird evtl. noch Europa Report folgen, von dem ich mir etwas mehr erhoffe...
 
Gravity

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Optisch und in seiner Inszenierung ganz klar ein Zuckerstück. In dieser Hinsicht konnte er voll punkten. Sehr stark. Bersonders die 1st Person Szenen und der “Ritt” der Station zum Schluss hatten es mir angetan.

Inhaltlich bin ich aber massiv zwiegespalten. Da bemüht man sich zum einen um einen erhöhten Grad an Realismus und macht viele Dinge auch richtig, während man aber auf der anderen Seite wieder sehr viele Fehler einbaut. Die meisten von ihnen kann ich zwar gut verschmerzen, da sie der Dramaturgie dienen, aber dann sollte jene auch gut sein. In ihrer Summe jedoch muss man sie dem Film dann jedoch wieder anlasten, eben da er ja grundsätzlich versucht nah an der Realität zu bleiben und dadurch für mich keine wirklich packende Immersion aufkam.

Ein paar kleine Fehler (unter mehreren, jedoch sind folgende halt spoilerfrei), an denen ich mich einzeln jetzt nicht aufhänge, als Beispiel...

Das Gesicht der Austronaten hinter ihren Helmen, eigentlich gar nicht zu sehen, aber das wäre halt für den Film scheiße gewesen. Daher verkraftbar.

Die Weltraumakrobatik. Wer schon einmal Aufnahmen von einem Space Walk gesehen hat, der weiß, dass die Astronauten sich hier sehr, sehr “gemütlich” fortbewegen und viel Zeit dazu benötigen. Sind danach aber trotzdem ziemlich fertig, weil es dennoch sehr mühsam ist. Auch das hat man zu Gunsten der Dramaturgie geopfert. Ebenfalls OK.

Selbiges gilt für die Luftschleusenakrobatik oder Ryans Unterwäscheaktion, die mich auch etwas erstaunt. Ist ja eigentlich eine nicht zu geringe Prozedur, so einen Astronauten einzukleiden und wieder auszuschälen (die tragen also viel mehr als nur einfachste Unterwäsche drunter, für ihren Space Walk).

Trüben die Immersion des eigentlich auf realistisch getrimmtenn Films, aber sind dennoch verkraftbar, auch wenn ihre Summe halt dennoch wieder einen Wermutstropfen darstellt.

Unverzeihlich ist aber ein massiver Fehler, in einer der vielleicht wichtigsten Szenen des Films, die auch zugleich sein größtes Verhängnis ist…

[Ab hier gehts leider nicht mehr ohne Spoiler]

...als Ryan und Matt quer über die ISS fliegen und Ryan zum Schluss mit den Beinen in den Leinen hängen bleibt.

Da hat man einfach mal die physikalischen Gesetze über den Haufen geworfen, um hier eine dramatische Situation zu schaffen. Wäre bestimmt auch irgendwie anders gegangen, statt hier so einen Bock zu schießen, um sich diese Schlüsselszene zu schaffen. Eine Schlüsselszene die übrigens meiner Meinung nach die größte Achillesferse des Films war und den Spannungsbogen ab diesen Moment regelrechte vernichtete.

Gravity wirkte insgesamt gesehen auch einfach unglaublich konstruiert. Hier an dieser Stelle möchte ich besonders die Szene erwähnen wo Ryan in der Rettungskapsel sitzt und jene wegen des sich verfangenen Schirms beinahe auf die ISS knallt. Zwar wiederum nett inszeniert, wie all diese Szenen und Momente, aber Spannung kam hier keine auf.

Weshalb? Man wusste halt genau, dass sie schon irgendwie aus dieser Situation entkommen würde, weil ein Scheitern mit ihrem Tod enden und damit das frühzeitige Ende des Films einher gehen würde - der aber erst gerade die Halbzeit knackte.

Deshalb erachte ich die Seilschaft-Szene zwischen Ryan und Matt, wo Matt seinen Tod wählte, auch als den Spannungstöter des Films. Mit zwei Personen bis nahe des Schlusses hätte man deutlich mehr Spannung aufbauen können bzw. überhaupt für Spannung sorgen können, da einen ständig das Ende hätte ereilen können, ohne dass der Film dann zwingend zu Ende wäre. So hat sich das bereits ab ca. Minute 30 erübrigt.

Die kurz darauf folgende Szene in der Kapsel hätte mir fast das Kraut ausgeschüttet, hat sich dann jedoch zum Glück nur als eine Halluzination entpuppt - ist aber bezeichnend, für den bisherigen Verlauf, dass ich es Gravity wirklich zugetraut hätte. Musste da über mich selbst schmunzeln, ob meiner voreiligen Facepalm Reaktion. Im Nachhinein betrachtet einer der klar besten Momente des Films. :D

Sämtliche Probleme werden übrigens damit gelöst, dass entweder irgendwas aufgeschraubt, ein Knopf gedrückt oder sich irgendwo entlang gehangelt wird...was mir dann doch irgendwie zur dezenten Langeweile führte, da ich mich ansonsten nur an der herausragend-visuellen Seite ergötzen konnte.

Das Ende war übrigens auch ziemlich...mäh!
Was hatte ich doch auf ein nicht typisches Happy Ending gehofft. Wäre am Schluss sogar noch etwas Spannung aufgekommen, da man hier zum ersten Mal Ryan draufgehen oder ihr etwas schlimmes passieren hätte lassen können, ohne dass der Film abrupt zu Ende gewesen wäre. Aber nein, das durfte ja nicht sein und stattdessen gab es dann ganz zum Schluss noch eine besonders kitschig-metaphysische Taufe.

Visuell wirklich toll und in dieser Hinsicht auch super inszeniert. Dafür allerdings inhaltlich zerfressen, sehr künstlich-konstruiert wirkend, mit einem Spannungsbogen der das Wort Spannung nicht verdient. Dramaturgisch ein ziemlicher Griff ins Klo.

Vielleicht wurde Gravity aber auch einfach nur für die große 3D-Leinwand produziert und büßt den Großteil seines Reizes in 2D auf dem 47 Zoll Schirm ein. Ich bin jedenfalls alles andere als angetan, von diesem meiner Meinung nach maßlos overhypten Werk.

Musste mich jetzt beim Schreiben meines Eindrucks spontan an @Der_Geächtete erinnern, dem es ja laut seinem Review damals im Kino recht ähnlich erging.

Heute wird evtl. noch Europa Report folgen, von dem ich mir etwas mehr erhoffe...
Ich denke der Film hat überhaupt kein Happy End. Ich denke dass am Ende alles nur ein letzter Traum war, im Grunde das Licht welches viele sehen die sterben. Vollkommen lächerlich dass man so ein Absturz überleben könnte, jemand der so einen teils realistischen Fim dreht und dann so ein Ende präsentiert? Never ever, deswegen wundern sich ja so viel über das Ende. Am Strand? Das ist das Paradies was man sieht, das ist der wunsch kurz vor dem Tod, das alles ist nicht passiert, sie verbrannte mit der Kapsel.

Im Kino war er cool und 47 Zoll ist ja gar nix. :p Klar lebt er auch von der optik.
 
Zuletzt bearbeitet:
@pil
Eigentlich eine recht interessante Interpretation.

Kauf ich dem Film aber nur nicht ab, weil dieses Ende (im Sinne vom Happy End) zu gut zum Rest des Films passt (im negativen Sinn, auf dessen Konstruiertheit bezogen). Da sehe ich dann viel eher die Taufe drin.

Für diese Interpretation war das alles drumherum (also der Eintritt in die Erdatmosphäre, mitsamt der Außenansichten die man von der Kapsel hat und einen selbst in die Rolle des Betrachters versetzt) viel zu sorgsam ausgeführt. Auch im Landeanflug, in der Perspektive des Betrachters, sieht man ja wie es in Richtung eines Küsten/Strandgebiets geht.

Ne, das war denke ich schon bloß ein über alle Maße kitschiges und überzogenes Ende. :D
 
Der Film lässt das ja absichtlich offen, ich bin für das realistische Ende.
Sie verbrennt natürlich in der Kapsel, so unkontrolliert kann man nicht zur Erde zurück fliegen, alleine das ist so abwegig, der Film lebt ja durchaus durch seine Realität, das ist doch eigentlich absurd dann wirklich alles über Bord zu werfen, allerdings ist dieses Ende rafiniert, fast schon ein virales Ende. Aber dass sie am Strand landet, alleine herauskommt und im Paradies im Grunde aufwacht, sorry, träum weiter. :D
 
Der Film lebt von seinem Bezug zur Realität? Ne, dafür ging dann doch zu viel daneben, auch wenns wohl oft durchaus ein bewusster Bruch war. Aber alleine die von mir oben genannte Schlüsselszene bei Minute 30 schlägt den Gesetzen der Physik das Beil in den Rücken. :D
 
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