Revolution - Season 1
Eine Mystery-Endzeit-Drama Serie aus der Feder von Eric Kripke, Schöpfer von
Supernatural, produziert von Mastermind J.J. Abrams und John Favreau, der Robert Downey Jr. mit
Iron Man zu neuem Ruhm verhalf, und unterstützt von erfahrenen Serien-Regisseuren und -Autoren, die bereits erfolgreich an Projekten wie
LOST,
Supernatural und
Hawaii 5-0 gearbeitet haben. Das muss doch die ultimative Serie sein! Könnte man meinen, ist es aber leider nicht. So mies wie
Revolution häufig gemacht wird, ist sie in meinen Augen aber auch nicht.
Ja, die Serie beginnt schwerfällig. Ausgangspunkt der Story ist eine Nacht, in der auf der gesamten Welt urplötzlich die Lichter ausgehen. Von jetzt auf gleich verschwindet die Elektrizität von der Welt. Also nicht nur der Strom, der aus der Steckdose kommt, sondern tatsächlich die Elektrizität an sich und damit auch "kabelloser Strom" wie Batterien und Akkus. (Taschen)Lampen, Computer, Handys, Autos, Kühlschränke, Fernseher, ... jegliches elektronische Gerät ist damit Geschichte und schleudert unsere moderne Zivilisation ins Mittelalter zurück. So weit die Plotidee. Die eigentlichen Serienereignisse spielen nun 15 Jahre nach dem weltweiten Blackout. Die Natur hat sich die meisten Städte zurückgeholt, Plünderer streifen durch das Land, in mittelalterlichen Siedlungen versorgen sich die Menschen selbst und eine organisierte Streitmacht sorgt mit Pfeil und Bogen, Schwert und Pferd für militärisch durchgesetzten Pseudo-Frieden.
Das klingt im ersten Moment doch gar nicht mal so übel und ist es auch nicht. Das episodenübergreifende Mystery-Storykonstrukt, rund um den geheimnisvollen Elektrizitätsausfall, ist spannend, Kulissen und Ausstattung erschaffen eine solide Endzeitatmosphäre und bieten zudem ein gewisses Alleinstellungsmerkmal. Wären da nicht die völlig belanglosen Zwischenmenschlichkeiten, über-dramatisierten Entwicklungen und absolut austauschbaren Figuren und Schauspieler. Gerade in den ersten Folgen wird schlicht zu viel gelabert. Über langweilige Familienprobleme, moralisch ach so schwierige Entscheidungen und anderes, unwichtiges Zeug. Dazu kommen unglaubwürdige Charaktere, die sich teils dämlich verhalten, manchmal nerven und immer so aussehen als wären sie gerade direkt vom Laufsteg der Fashion Week in die Endzeit gestolpert. Ja genau, das sexy gestylte, hübsch geschminkte und frisch gepuderte Mädel wohnt seit 15 Jahren im Wald. Verarschen kann ich mich selber. Das ist unglaubwürdig, zeitweise sogar albern und stört die ansonsten gar nicht so üble Stimmung.
Glücklicherweise entwickelt sich
Revolution im Verlauf der 23 Episoden merklich weiter. Ich gebe zu, dass es eine ganze Weile dauert, aber irgendwann scheint die Serie ihren Flow gefunden zu haben. Nämlich dann, wenn die Autoren endlich Eier beweisen, durchaus wichtige Charaktere töten und den mysteriösen Blackout in den erzählerischen Mittelpunkt rücken. Dann entfaltet sich plötzlich eine Sogwirkung, die im Ansatz an
LOST erinnert. Pointierte Überraschungen am Ende jeder Folge machen Lust auf mehr, eingestreute Rückblenden mit zwielichtigen Gestalten und Ereignissen - ganz ähnlich wie bei LOST - drehen an der Spannungsschraube und einige wendungsreiche
Aber warum?!-Momente treiben die sich zuspitzende Handlung flott voran.
Nach einem enttäuschenden Einstieg und einem soliden Mittelteil, dreht
Revolution in seinen letzten Staffel-Atemzügen noch mal richtig auf und feuert aus allen erzählerischen Rohren. Im Finale fühlte ich mich dann endgültig an schweißtreibende Serienmomente wie etwa das Öffnen der Luke in
LOST oder aber die große Überraschung in
The Cabin in the Woods erinnert. Was ich nach dem zähen Rumgeplätschere der ersten Episoden wirklich nicht gedacht hätte. Ich kann Staffel 2 nun kaum mehr erwarten und freue mich auf die anscheinend merkliche Qualitätssteigerung, von der überall die Rede ist. Vielleicht entfaltet
Revolution in Staffel 2 dann auch endlich sein volles Storypotential, das sich bisher leider nur angedeutet hat. Insgesamt wurde ich, vor allem nach den miesen Kritiken, positiv überrascht. Wenn man sich auf die Klischees und Logiklöcher einlässt und die ersten, lahmarschigen Folgen überlebt, bekommt man tatsächlich eine spannende Serie vorgesetzt, von der ich mir in Zukunft noch so einiges erhoffe. Da bleibe ich am Ball. Das Ausharren hat sich bei
Falling Skies zuletzt schließlich auch gelohnt.
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